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Viele starten ihre Selbstständigkeit neben dem Angestelltenjob, Studium oder einer anderen Haupttätigkeit. Das bietet dir die Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln und dein eigenes Business aufzubauen – ohne direkt auf ein regelmäßiges Einkommen zu verzichten.
Doch auch eine nebenberufliche Selbstständigkeit bringt steuerliche Pflichten mit sich. Du musst Einnahmen dokumentieren, deine Gewinne versteuern und solltest wissen, welche Kosten du steuerlich geltend machen kannst.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Steuern für nebenberuflich Selbstständige wichtig sind und welche Ausgaben du absetzen kannst.
Nebenberuflich selbstständig: Steuern und Kosten – kurz zusammengefasst
Ob deine Selbstständigkeit als nebenberuflich gilt, hängt unter anderem von Zeitaufwand, Einnahmen und deiner Haupttätigkeit ab.
Auch nebenberuflich können Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer relevant sein; oft kommt die Kleinunternehmerregelung infrage.
Betriebsausgaben wie Arbeitsmittel, Homeoffice, Fahrtkosten oder Anschaffungen können deinen steuerpflichtigen Gewinn mindern.
Eine allgemeine Betriebsausgabenpauschale gibt es nicht; sie gilt nur für bestimmte Tätigkeiten und Berufsgruppen.
Wann gilt eine Tätigkeit als nebenberuflich selbstständig?
Eine Tätigkeit gilt als nebenberuflich selbstständig, wenn deine Selbstständigkeit nicht den Mittelpunkt deiner beruflichen Tätigkeit bildet. Typisch ist beispielsweise, dass du neben einem Angestelltenjob ein eigenes Business aufbaust oder neben dem Studium erste Aufträge annimmst.
Es gibt allerdings keine einzige feste Grenze, ab wann eine Tätigkeit automatisch als „nebenberuflich“ gilt. Entscheidend ist immer die Gesamtbetrachtung deiner Situation. Dabei spielen vor allem dein zeitlicher Aufwand, deine Einnahmen und deine persönliche Lebenssituation eine Rolle.
Beispiele für nebenberufliche Selbstständigkeit:
Du arbeitest Vollzeit als Angestellte:r und erstellst nebenbei Websites für Kund:innen.
Du studierst und verdienst zusätzlich Geld mit Fotografie oder Designaufträgen.
Du bist angestellt und baust nebenbei einen Online-Shop auf.
Auch wenn du nur wenige Stunden pro Woche selbstständig arbeitest, gelten für dich grundsätzlich die gleichen steuerlichen Regeln wie für andere Selbstständige: Du musst deine Einnahmen erfassen und deine Gewinne korrekt angeben.
Muss ich meine nebenberufliche Selbstständigkeit anmelden?
Ja, auch eine nebenberufliche Selbstständigkeit musst du beim Finanzamt angeben. Dafür füllst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Dieses Formular nutzt das Finanzamt, um deine Tätigkeit steuerlich einzuordnen und dir eine Steuernummer zuzuweisen.
Ob du zusätzlich ein Gewerbe anmelden musst, hängt von deiner Tätigkeit ab:
Freiberufler:innen (zum Beispiel bestimmte Berater:innen, Designer:innen oder Journalist:innen) melden sich direkt beim Finanzamt an.
Gewerbetreibende müssen zusätzlich ein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden.
"Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung wird nicht zwischen hauptberuflicher und nebenberuflicher Selbstständigkeit unterschieden. Entscheidend ist, dass du deine Tätigkeit korrekt beschreibst."
Welche Steuern fallen bei nebenberuflicher Selbstständigkeit an?
Auch wenn du dein Business nur nebenbei betreibst, können steuerliche Pflichten entstehen. Welche Steuern für dich relevant sind, hängt vor allem davon ab, wie viel du verdienst, welche Tätigkeit du ausübst und ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt.
Die wichtigsten Steuerarten für nebenberuflich Selbstständige sind die Einkommensteuer, Umsatzsteuer und – bei gewerblichen Tätigkeiten – die Gewerbesteuer.
Muss ich auf meine Einnahmen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit Einkommensteuer zahlen?
Ja, deine Gewinne aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit gehören zu deinem steuerpflichtigen Einkommen. Versteuert wird dabei nicht dein Umsatz, sondern dein Gewinn – also deine Einnahmen abzüglich deiner betrieblichen Ausgaben.
Ein einfaches Beispiel:
Du erzielst mit deiner nebenberuflichen Tätigkeit im Jahr:
Wenn du gleichzeitig angestellt bist, wird dein Gewinn aus der Selbstständigkeit zu deinem Gehalt hinzugerechnet. Dadurch kann sich deine Steuerlast erhöhen.
💡 Tipp: Lege von deinen Einnahmen regelmäßig Geld für mögliche Steuern zurück. Viele Selbstständige planen dafür etwa 25–30 % des Gewinns ein, damit spätere Nachzahlungen nicht überraschend kommen.
Wie gebe ich meine nebenberuflichen Einkünfte in der Steuererklärung an?
Deine nebenberuflichen Einkünfte erklärst du über deine jährliche Steuererklärung. Welche Anlage du benötigst, hängt von deiner Tätigkeit ab.
Wenn du ein Gewerbe betreibst, werden deine Einkünfte über die Anlage G erklärt.
Zusätzlich benötigst du häufig eine Einnahmenüberschussrechnung(EÜR). Dabei stellst du deine Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gegenüber und ermittelst deinen Gewinn.
Beispiel:
Du betreibst neben deinem Angestelltenjob einen kleinen Online-Shop:
Muss ich als nebenberuflich Selbstständige:r Umsatzsteuer zahlen?
Das hängt davon ab, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt oder zur Regelbesteuerung optierst.
Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG kann für viele nebenberuflich Selbstständige interessant sein, weil sie den bürokratischen Aufwand reduziert.
Wenn du die Regelung nutzt:
stellst du Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus,
musst du keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen,
kannst du aber auch keine Vorsteuer aus deinen Einkäufen zurückholen.
Dein Umsatz im Vorjahr darf 25.000 € nicht überschritten haben.
Dein Umsatz im laufenden Jahr darf 100.000 € nicht überschreiten.
Dabei zählt immer dein Umsatz, nicht dein Gewinn.
Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit?
Das hängt von deiner Situation ab. Gerade am Anfang kann sie praktisch sein, weil du weniger Umsatzsteuer-Themen bearbeiten musst.
Sie kann besonders interessant sein, wenn du:
geringe Umsätze erwartest,
hauptsächlich Privatkund:innen hast,
nur wenige geschäftliche Ausgaben hast.
Die Regelbesteuerung kann dagegen sinnvoller sein, wenn du größere Investitionen planst. Denn dann kannst du die enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen.
Beispiel:
Du kaufst für dein Business einen Laptop für 1.190 € brutto.
Als Kleinunternehmer:in zahlst du den kompletten Betrag.
Bei Regelbesteuerung kannst du die enthaltene Umsatzsteuer grundsätzlich als Vorsteuer berücksichtigen.
Welche Variante besser passt, hängt deshalb von deinen geplanten Einnahmen und Ausgaben ab.
Welche Umsatzsteuer-Pflichten habe ich als nebenberuflich Selbstständige:r?
Wenn du nicht die Kleinunternehmerregelung nutzt, musst du dich mit der Umsatzsteuer beschäftigen.
Seit 2025 spielt außerdem das Thema E-Rechnung eine größere Rolle. Unternehmen müssen bestimmte strukturierte Rechnungen empfangen können und diese entsprechend aufbewahren.
Eine digitale Belegverwaltung hilft dir dabei, deine Unterlagen vollständig und nachvollziehbar zu speichern.
Fällt für nebenberuflich Selbstständige Gewerbesteuer an?
Nur wenn du gewerblich tätig bist und dein Gewinn den Freibetrag überschreitet.
Für Einzelunternehmer:innen und Personengesellschaften gilt ein Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 € Gewinn pro Jahr. Erst oberhalb dieser Grenze kann Gewerbesteuer fällig werden.
Für viele kleine nebenberufliche Tätigkeiten spielt Gewerbesteuer deshalb zunächst keine Rolle.
Welche Kosten kann ich bei nebenberuflicher Selbstständigkeit absetzen?
Wenn du nebenberuflich selbstständig bist, kannst du viele Ausgaben steuerlich geltend machen. Voraussetzung ist immer: Die Kosten müssen betrieblich veranlasst sein und mit deiner Tätigkeit zusammenhängen.
Diese Ausgaben nennt man Betriebsausgaben. Sie reduzieren deinen Gewinn – und damit auch die Grundlage für deine Einkommensteuer.
Typische Betriebsausgaben für nebenberuflich Selbstständige sind:
Ausgabe
Beispiel
Arbeitsmittel
Laptop, Monitor, Drucker, Kamera
Software & digitale Tools
Buchhaltung, Designprogramme, Cloud-Speicher
Arbeitsplatz
Arbeitszimmer, Coworking-Space
Kommunikation
Telefon, Internet, Hosting
Fahrtkosten
Kundentermine, Messen, Fortbildungen
Marketing
Website, Anzeigen, Visitenkarten
Weiterbildung
Kurse, Seminare, Fachliteratur
Versicherungen
Betriebshaftpflicht, berufliche Versicherungen
Wichtig: Bewahre deine Rechnungen und Belege auf. Das Finanzamt kann Nachweise für deine Betriebsausgaben verlangen.
Welche Arbeitsmittel kann ich als nebenberuflich Selbstständige:r absetzen?
Arbeitsmittel sind Gegenstände, die du für deine selbstständige Tätigkeit benötigst. Dazu gehören beispielsweise ein Laptop, ein Smartphone, ein Drucker oder Fachliteratur.
Damit du die Kosten absetzen kannst, muss die berufliche Nutzung im Vordergrund stehen.
Kann ich einen Laptop für meine nebenberufliche Selbstständigkeit absetzen?
Ja, ein Laptop kann steuerlich berücksichtigt werden, wenn du ihn für deine selbstständige Tätigkeit nutzt.
Dabei kommt es auf die Nutzung an:
Ausschließlich beruflich genutzt: Die Kosten können vollständig berücksichtigt werden.
Gemischte Nutzung: Der berufliche Anteil muss nachvollziehbar geschätzt werden.
Seit der Änderung der Abschreibungsregeln können Computerhardware und Software in vielen Fällen direkt im Jahr der Anschaffung steuerlich berücksichtigt werden.
Beispiel:
Du kaufst einen Laptop für 1.200 € und nutzt ihn zu 80 % für dein Business.
→ Steuerlich relevant können 960 € sein.
Wie kann ich Software und digitale Tools steuerlich absetzen?
Digitale Anwendungen gehören für viele Selbstständige zum Alltag. Dazu zählen zum Beispiel:
Kann ich mein Arbeitszimmer oder Homeoffice von der Steuer absetzen?
Ob du dein Homeoffice steuerlich geltend machen kannst, hängt davon ab, wie du arbeitest.
Ein klassisches häusliches Arbeitszimmer ist ein abgeschlossener Raum, den du nahezu ausschließlich beruflich nutzt. Ein Schreibtisch im Wohnzimmer reicht dafür nicht aus.
Wenn dein Arbeitszimmer den Mittelpunkt deiner beruflichen Tätigkeit bildet, kannst du die tatsächlichen Kosten grundsätzlich unbegrenzt berücksichtigen.
Dazu gehören beispielsweise:
Miete,
Strom,
Heizung,
Nebenkosten,
anteilige Renovierungskosten.
Liegt der Mittelpunkt deiner Tätigkeit nicht im Arbeitszimmer, gelten andere Regeln.
Welche Alternative gibt es zum Arbeitszimmer?
Wenn du kein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer hast, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen die Homeoffice-Pauschale nutzen.
Sie beträgt:
6 € pro Homeoffice-Tag
maximal 1.260 € pro Jahr
Die Pauschale ist besonders für nebenberuflich Selbstständige interessant, die gelegentlich von zuhause arbeiten.
Beispiel:
Du arbeitest an 80 Tagen im Jahr für deine Selbstständigkeit zuhause.
80 × 6 € = 480 €
Diesen Betrag kannst du als Betriebsausgabe berücksichtigen.
Kann ich einen Coworking-Space als Selbstständige:r absetzen?
Ja, die Kosten für einen Coworking-Space können in der Regel als Betriebsausgaben berücksichtigt werden, wenn du ihn für deine selbstständige Tätigkeit nutzt.
Das kann besonders sinnvoll sein, wenn du:
zuhause keinen geeigneten Arbeitsplatz hast,
regelmäßig Kundentermine führst,
Berufliches und Privates trennen möchtest.
Auch einzelne Tagespässe oder flexible Arbeitsplatzmodelle können steuerlich relevant sein.
Kann ich Fahrtkosten aus meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit absetzen?
Wenn du dein privates Fahrzeug nutzt, kannst du häufig die Kilometerpauschale anwenden.
Beispiel:
Du fährst zu einem Kundentermin:
Entfernung: 35 Kilometer
Hin- und Rückfahrt: 70 Kilometer
Die Fahrtkosten berechnen sich über die beruflich gefahrenen Kilometer.
Wichtig: Dokumentiere deine Fahrten nachvollziehbar, zum Beispiel mit einem Fahrtenbuch oder einer einfachen Übersicht.
Welche Kommunikationskosten kann ich absetzen?
Telefon, Internet und Hosting gehören bei vielen Selbstständigen zu den laufenden Betriebsausgaben.
Wenn du einen Anschluss sowohl privat als auch beruflich nutzt, musst du den beruflichen Anteil berücksichtigen.
Beispiele:
Geschäftliches Smartphone,
Telefonvertrag,
Internetkosten,
Domain und Hosting,
E-Mail-Dienste.
Gerade bei nebenberuflicher Selbstständigkeit solltest du den privaten und beruflichen Anteil sauber trennen.
Welche Kosten für Werbung und Marketing sind absetzbar?
Kosten für Kundengewinnung und Sichtbarkeit kannst du grundsätzlich als Betriebsausgaben berücksichtigen.
Dazu gehören:
eigene Website,
Online-Werbung,
Social-Media-Anzeigen,
Visitenkarten,
Flyer,
Logo-Design,
professionelle Fotos.
💡 Tipp: Gerade am Anfang investieren viele nebenberuflich Selbstständige in ihren Markenaufbau. Diese Marketing-Kosten solltest du nicht vergessen.
Welche Weiterbildungskosten kann ich nebenberuflich selbstständig absetzen?
Weiterbildungen können für deine nebenberufliche Selbstständigkeit eine wichtige Investition sein. Wenn ein Kurs, Seminar oder Fachbuch einen klaren Bezug zu deiner Tätigkeit hat, kannst du die Kosten in der Regel als Betriebsausgaben berücksichtigen.
Dazu gehören beispielsweise:
Onlinekurse,
Fachseminare,
Workshops,
Konferenzen,
Fachliteratur,
berufliche Zertifizierungen.
Wichtig ist, dass die Weiterbildung deine beruflichen Kenntnisse erweitert oder direkt mit deiner Tätigkeit zusammenhängt.
Beispiel:
Du arbeitest nebenberuflich als Webdesigner:in und besuchst einen Kurs zu Suchmaschinenoptimierung. Die Kosten für den Kurs können betrieblich veranlasst sein, weil du dein Leistungsangebot damit erweiterst.
Welche Versicherungen kann ich als nebenberuflich Selbstständige:r absetzen?
Nicht jede Versicherung gehört automatisch zu den Betriebsausgaben. Entscheidend ist, ob sie unmittelbar mit deiner selbstständigen Tätigkeit zusammenhängt.
Betriebshaftpflichtversicherung: schützt dich bei Schäden gegenüber Kund:innen oder Geschäftspartner:innen.
Berufshaftpflichtversicherung: relevant für bestimmte beratende oder prüfende Tätigkeiten.
Betriebliche Rechtsschutzversicherung: kann je nach Ausgestaltung betrieblich veranlasst sein.
💡 Tipp: Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung gehört grundsätzlich nicht zu den klassischen Betriebsausgaben. Sie wird steuerlich anders behandelt.
Kann ich Geschäftsessen und Bewirtungskosten absetzen?
Ja, geschäftlich veranlasste Bewirtungskosten können steuerlich berücksichtigt werden. Das gilt beispielsweise, wenn du mit Kund:innen oder Geschäftspartner:innen ein Gespräch über ein Projekt führst.
Damit das Finanzamt die Kosten anerkennt, solltest du den Anlass und die beteiligten Personen dokumentieren.
Notiere deshalb:
Datum und Ort der Bewirtung,
Namen der teilnehmenden Personen,
geschäftlichen Anlass.
Bei Bewirtungskosten gelten besondere steuerliche Regeln. Ein Teil der Kosten ist grundsätzlich nur begrenzt abziehbar.
Beispiel:
Du triffst dich mit einer potenziellen Kundin in einem Café, um ein Projekt zu besprechen. Die Rechnung und der geschäftliche Anlass sollten dokumentiert werden.
Welche Anschaffungen kann ich als nebenberuflich Selbstständige:r absetzen?
Nicht jede Anschaffung kannst du sofort vollständig als Ausgabe erfassen. Entscheidend ist vor allem der Wert des Gegenstands.
Das Finanzamt unterscheidet zwischen:
geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG),
abschreibbaren Wirtschaftsgütern,
laufenden Betriebsausgaben.
Was sind geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)?
Geringwertige Wirtschaftsgüter sind Anschaffungen, die du unter bestimmten Voraussetzungen direkt im Jahr des Kaufs absetzen kannst.
Die Grenze liegt bei 800 € netto. Liegt der Kaufpreis darunter, kannst du den Gegenstand in der Regel sofort als Betriebsausgabe berücksichtigen.
Typische Beispiele:
Bürostuhl,
Monitor,
Drucker,
kleinere technische Geräte.
Bei höheren Anschaffungskosten erfolgt die steuerliche Berücksichtigung normalerweise über die Abschreibung(AfA). Dabei verteilst du die Kosten über die Nutzungsdauer.
Beispiel:
Du kaufst einen Bürostuhl für 500 € netto.
→ Der Betrag kann als GWG direkt im Anschaffungsjahr berücksichtigt werden.
Du kaufst einen hochwertigen Arbeitsplatz für 2.000 €.
→ Die Kosten werden über mehrere Jahre abgeschrieben.
Gibt es eine Betriebsausgabenpauschale für Selbstständige?
Viele Selbstständige suchen nach einer allgemeinen Pauschale, mit der sie ihre Ausgaben ohne einzelne Nachweise absetzen können. Eine solche pauschale Regelung gibt es aber nicht für alle nebenberuflich Selbstständigen.
Grundsätzlich gilt:
Die meisten Selbstständigen müssen ihre tatsächlichen Betriebsausgaben nachweisen.
Eine Betriebsausgabenpauschale gibt es nur für bestimmte Tätigkeiten und Berufsgruppen, die gesetzlich geregelt sind.
Beispiele für besondere Pauschalen können unter anderem bestimmte:
freiberufliche Tätigkeiten,
nebenberufliche Tätigkeiten im steuerlich begünstigten Bereich,
spezielle Berufsgruppen
betreffen.
Wenn du unsicher bist, solltest du prüfen, ob deine konkrete Tätigkeit unter eine solche Regelung fällt.
Kann ich Kaffee, Getränke oder kleine Bürokosten absetzen?
Viele Selbstständige fragen sich, ob auch kleine Ausgaben wie Kaffee, Büromaterial oder ähnliche Kosten steuerlich berücksichtigt werden können.
Die Antwort hängt vom Zusammenhang ab.
Typische kleinere Betriebsausgaben können sein:
Papier und Druckerpatronen,
Notizmaterial,
Versandkosten,
beruflich genutzte Verbrauchsmaterialien,
Bürokleinteile.
Auch kleinere Ausgaben solltest du dokumentieren. Viele Einzelbeträge summieren sich über das Jahr zu einem relevanten Betrag.
Fazit: Nebenberuflich selbstständig – betriebliche Kosten sind absetzbar
Eine nebenberufliche Selbstständigkeit bietet dir die Möglichkeit, dein eigenes Business aufzubauen und gleichzeitig ein regelmäßiges Einkommen zu behalten. Entscheidend ist vor allem, welche Steuern für dich relevant sind, ob die Kleinunternehmerregelung zu deiner Situation passt und welche Ausgaben du als Betriebsausgaben geltend machen kannst.
Gerade bei Arbeitszimmer, Homeoffice, Fahrtkosten und größeren Anschaffungen lohnt sich ein genauer Blick auf die jeweiligen Regeln. Eine allgemeine Betriebsausgabenpauschale gibt es dagegen nicht – sie kommt nur für bestimmte Tätigkeiten infrage. Wer seine Kosten von Anfang an sauber einordnet, kann seinen steuerpflichtigen Gewinn gezielt reduzieren und vermeidet typische Fehler.
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Häufige Fragen zur nebenberuflichen Selbstständigkeit und Steuern
Kann ich nebenberuflich selbstständig sein und die Kleinunternehmerregelung nutzen?
Ja. Auch nebenberuflich Selbstständige können die Kleinunternehmerregelung nutzen, wenn sie die gesetzlichen Umsatzgrenzen einhalten. Dann stellst du Rechnungen ohne Umsatzsteuer und musst weniger Umsatzsteuer-Bürokratie erledigen.
Welche Kosten kann ich als nebenberuflich Selbstständige:r absetzen?
Du kannst alle betrieblich veranlassten Ausgaben berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise Arbeitsmittel, Software, Fahrtkosten, Weiterbildung, Marketing und bestimmte Arbeitsplatzkosten. Entscheidend ist immer, dass die Ausgabe mit deiner selbstständigen Tätigkeit zusammenhängt und du sie nachweisen kannst.
Muss ich eine nebenberufliche Selbstständigkeit beim Finanzamt melden?
Ja. Auch eine nebenberufliche Tätigkeit musst du steuerlich erfassen lassen. Dafür füllst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus und erhältst anschließend deine Steuernummer.
Wie viel darf ich nebenberuflich selbstständig verdienen?
Es gibt keine allgemeine Einkommensgrenze für nebenberuflich Selbstständige. Entscheidend ist, welche steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Regeln für deine konkrete Situation gelten. Dein Gewinn aus der Selbstständigkeit muss grundsätzlich in der Steuererklärung angegeben werden.
Kann ich Fahrtkosten aus meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit absetzen?
Ja. Beruflich veranlasste Fahrten, zum Beispiel zu Kundenterminen oder Veranstaltungen, können als Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Wichtig ist, dass du die Fahrten nachvollziehbar dokumentierst.
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