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Wie viel Geld sollte ich als Selbständige*r für Steuern beiseitelegen?

Lesezeit 4 minuten

Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht leicht. Denn zu dem finanziellen Risiko und der in der Regel hohen Arbeitsbelastung kommt auch noch das zeitaufwendige Thema Steuern, mit dem sich jeder Freiberufler zwangsläufig auseinandersetzen muss. Viele Selbstständige sind daher gerade anfangs verunsichert, wie viel ihrer Einnahmen sie für die Steuer zurücklegen sollen. Deswegen findest du in diesem Artikel eine Übersicht über die Steuern, die auf dich zukommen.

Welche Steuern müssen Selbstständige bezahlen?

Jede in Deutschland erwerbstätige Person muss Steuern an das Finanzamt entrichten. Egal welcher selbstständigen Tätigkeit du nachgehst, Einkommensteuer – und in der Regel auch die Umsatzsteuer – musst du auf jeden Fall zahlen. 

Von der Zahlung der Umsatzsteuer kannst du dich allerdings befreien, wenn du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst. Das kann gerade im ersten Jahr nach der Gründung des Unternehmens für dich von Vorteil sein. Näheres dazu weiter unten im Beitrag. 

Wenn du ein Gewerbe betreibst, wird außerdem zusätzlich die Gewerbesteuer fällig. 

Selbstständigkeit anmelden: Bin ich ein Freiberufler oder ein Gewerbetreibender?

Einkommensteuer für Selbstständige erklärt 

Einkommenssteuer muss auf jedes erwirtschaftete Einkommen bezahlt werden. Der anfallende Steuersatz richtet sich dabei prozentual nach deinem Einkommen. Der Höchststeuersatz liegt jedoch bei 42%. Wichtig zu wissen ist, dass sich die Einkommensteuer auf den Gewinn bezieht. Daher ist es wichtig, alle Unternehmensausgaben korrekt und vollständig in deiner Einkommensteuererklärung anzugeben, um so die Steuerlast im besten Falle ein wenig zu mindern.

Steuern sparen: 7 Geschäftsausgaben, die Selbständige von der Steuer absetzen können

Aktuell (September 2020) liegt der Freibetrag für die Einkommensteuer bei 9.408 Euro für ledige Selbstständige. Das bedeutet, dass erst für jeden Euro über dieser Grenze Einkommensteuer bezahlt werden muss. Erwirtschaftet ein lediger Unternehmer im Steuerjahr 2020 zum Beispiel 25.000 Euro Gewinn, liegt die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer bei 15.592 Euro. 

Die Einkommensteuer wird in den ersten Jahren des Unternehmens noch rückwirkend mit der Steuererklärung erhoben. Hat das Finanzamt erst einmal einen Überblick über deine Einkünfte, wird die Einkommensteuer im Voraus fällig und ist pro Quartal zu entrichten. Du bekommst dazu einen Brief von deinem Finanzamt, in dem die Höhe deiner zu entrichtenden Vorsteuer festgelegt wird.

Wenn du unsicher bist, wie viel Prozent deines Einkommens du für die Einkommensteuer zurücklegen solltest, nutzt du am besten einen Einkommensteuerrechner, wie er zum Beispiel vom Bundesministerium für Finanzen angeboten wird. 

💡 Tipp von Accountable: Mit unserer App kannst du deine Einnahmen und Ausgaben sehr gut im Blick behalten. So weißt du stets, wie viel du dir für die Steuer zurücklegen musst. 

Exkurs: Der Soli

Zusätzlich zu der Einkommensteuer musstest du außerdem bisher 5,5% Solidaritätszuschlag, kurz Soli genannt, bezahlen. Ursprünglich wurde der Soli eingeführt, um die Kosten des Golfkriegs zu tragen und wirtschaftlich schwächere Länder in der EU zu unterstützen. Heute dient der Solidaritätszuschlag hauptsächlich dazu, die Kosten der deutschen Wiedervereinigung zu decken. 

2020 wurde allerdings im Bundestag beschlossen, dass der Solidaritätsbeitrag ab 2021 weitgehend entfallen soll und nur noch von Spitzenverdienern entrichtet werden muss.     

Gewerbesteuer für selbstständige Gewerbetreibende

Betreibst du als Selbstständige*r ein Gewerbe, wird zusätzlich eine Gewerbesteuer erhoben. Der Prozentsatz der Gewerbesteuer ist abhängig von der jeweiligen Gemeinde, in der dein Gewerbe angemeldet ist. Den genauen Prozentsatz kannst du bei deinem örtlichen Finanzamt erfragen und dementsprechend in deiner Finanzplanung berücksichtigen. 

Der Freibetrag von 24.500 Euro gilt allerdings deutschlandweit. Behalte also am besten deine Einnahmen und Ausgaben stets im Blick und überprüfe, ob du diesen Freibetrag überschreitest. Sobald das der Fall ist, solltest du einen Teil deines Einkommens für die Gewerbesteuer zurücklegen. 

Selbstständige und die Umsatzsteuer 

Als Unternehmer musst du in der Regel Umsatzsteuer auf deine Waren oder Dienstleistungen ausweisen und diese wiederum an das Finanzamt abtreten. Anders als bei der Einkommensteuer oder Gewerbesteuer wird die Umsatzsteuer zusätzlich zum Rechnungsbetrag erhoben und auch auf der Rechnung so ausgeführt. 

Üblicherweise liegt die Umsatzsteuer bei 19% bzw. 7% für bestimmte Leistungen, die einem ermäßigten Steuersatz unterliegen. Durch die Corona-Pandemie wurde die Umsatzsteuer 2020 jedoch auf 16 bzw. 5% reduziert. Noch steht nicht fest, ob dieser Steuersatz auch für 2021 gelten wird. 

Das Gute an der Umsatzsteuer ist, dass du sie nicht nur selbst an das Finanzamt abführen musst, sondern auch deine gezahlte Umsatzsteuer auf betrieblich notwendige Anschaffungen vom Staat zurückbekommen kannst. Dabei wird die Umsatzsteuer, die du als Selbstständige*r für Güter und Dienste bezahlst, von der Umsatzsteuer, die du selbst zahlen musst, abgezogen. 

Beispiel 1: 

Du bist selbstständige*r Schmuckdesigner*in und stellst Schmuck her. Um den Schmuck produzieren zu können, musst du Materialien wie Silber, Schmucksteine, Verpackungsmaterial und Ähnliches einkaufen. Für diese Waren bezahlst du Umsatzsteuer, die du in deiner Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen kannst.

Beispiel 2:

Du schreibst eine Rechnung über 100 Euro und erhebt zusätzlich dazu 16 Prozent Umsatzsteuer, also 16 Euro. Dein Kunde bezahlt demnach 116 Euro. Die 16 Euro Umsatzsteuer zahlst du an das Finanzamt. Anders als bei der Einkommenssteuer variiert hier der Prozentsatz nicht auf Basis der Bemessungsgrundlage sondern bleibt immer gleich.  

Exkurs: Die Kleinunternehmerregelung

Kleinunternehmer, die im ersten Jahr ihrer Selbstständigkeit weniger als 22.000 Euro verdient haben und im Folgejahr nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erwarten, können sich von der Umsatzsteuer befreien lassen. Dafür musst du entweder direkt bei der Anmeldung deiner selbstständigen Tätigkeit im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen oder die Anwendung dieser Ausnahme nachträglich bei deinem Finanzamt beantragen.

Außerdem musst du auf deinen Rechnungen explizit darauf hinweisen, dass du von der Umsatzsteuer ausgenommen bist und darfst diese natürlich auch nicht erheben. Die Kleinunternehmerregelung gilt auch bei selbstständigen nebenberuflichen Tätigkeiten.

💡 Tipp von Accountable: Mit dem in unserer App integrierten Foto-Scanner kannst du ganz einfach deine Rechnungen digital abspeichern. So bist du stets darüber informiert, wie viel Umsatzsteuer du für deine Betriebsausgaben geltend machen kannst. 

Hier findest du mehr Infos zur Kleinunternehmerregelung

Fazit: Wie viel Geld sollte ich als Selbstständige*r für Steuern im 1. Jahr zur Seite legen?

Umsatz- und Gewinnplanung ist im ersten Jahr nach der Gründung nicht ganz einfach. Wie viel Geld du für deine Steuern einplanen solltest hängt davon ab, welche Art von Unternehmen du hast und welche Steuern demnach für dich anfallen. 

Da im ersten Steuerjahr deiner Selbstständigkeit ein Großteil deiner Steuern rückwirkend bezahlt wird, musst du zum Glück nicht in Vorkasse gehen. Wenn du allerdings nachlässig wirst und zu viel deines Einkommens ausgibst, ohne Geld für die Steuer beiseite zu legen, kann es zu einem bösen Erwachen kommen. 

Bedenke auch, dass nach dem ersten Steuerjahr viele deiner Steuerabgaben im Voraus zu leisten sind. Plane diese Vorauszahlungen am besten bereits in deine Rücklagen ein, um für die ersten ein bis zwei Monate nach der Umstellung gerüstet zu sein. 

Behalte deine Einnahmen und Ausgaben stets im Blick und mache dich mit den Freibeträgen vertraut um zu wissen, ab wann, welche Steuer fällig ist und wie hoch sie ausfällt. Kostenlose Apps wie Accountable können dabei sehr hilfreich sein.

Auf in die Freiberuflichkeit: Die wichtigsten Begriffe zum Start

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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