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Viele Creator:innen erhalten Geld über Twitch, Ko-Fi, Patreon oder ähnliche Plattformen. Oft heißen diese Zahlungen „Spenden“, „Donations“, „Tips“ oder „Support“. Steuerlich ist diese Bezeichnung aber meistens irreführend. Denn in den Augen des Finanzamtes gelten solche Beträge in der Regel als Einnahmen – nicht als echte Spenden. Wir geben einen Überblick, was du dabei beachten musst.
Spenden an Creator:innen – kurz zusammengefasst
Ein „Donation“-Button macht eine Zahlung nicht automatisch zur steuerfreien Spende.
Geld von Zuschauer:innen, Fans oder Mitgliedern ist meist steuerpflichtige Einnahme.
Echte Spenden gibt es normalerweise nur bei gemeinnützigen Organisationen.
Wichtig für die korrekte steuerliche Behandlung sind vor allem Dokumentation, Anmeldung, Plattformgebühren und mögliche Umsatzsteuer.
Sind Twitch-Spenden wirklich „Spenden“?
Erhalten Creator:innen, die auf Twitch, Ko-Fi, Patreon & Co. tätig sind, über die jeweilige Plattform eine Spende, handelt es sich im steuerlichen Sinn meistens nicht um echte Spenden. Auch wenn Plattformen oder Communities Begriffe wie „Donation“, „Tip“ oder „Support“ verwenden, zählt für das Finanzamt vor allem der wirtschaftliche Zusammenhang.
Denn wenn du Geld bekommst, weil du regelmäßig Streams, Videos, Posts, Podcasts, Musik, Kunst oder andere Inhalte veröffentlichst, spricht viel für eine Einnahme. Das gilt besonders, wenn du deine Community aktiv auf Unterstützung hinweist oder dafür einen Button, Link oder eine Mitgliedschaft anbietest. Im Gegenzug erhalten deine Unterstützer:innen häufig:
exklusive Inhalte,
früheren Zugang zu Videos,
Discord-Rollen,
Erwähnungen im Stream,
besondere Badges,
direkte Interaktion,
oder einfach regelmäßigen Content.
Genau deshalb stuft das Finanzamt solche Zahlungen meist nicht als Spende, sondern als Einnahme aus deiner Tätigkeit ein. Der Grund ist einfach: Deine Unterstützer:innen zahlen nicht völlig losgelöst von deiner Tätigkeit. Sie möchten deinen Content ermöglichen, dich motivieren oder Teil deiner Community bleiben. Damit hängt die Zahlung eng mit deiner selbstständigen oder gewerblichen Tätigkeit zusammen.
Eine echte Spende liegt steuerlich normalerweise nur dann vor, wenn Geld an eine gemeinnützige Organisation gezahlt wird – zum Beispiel an einen eingetragenen Verein, eine Stiftung oder eine Kirche. Diese Organisationen dürfen offizielle Spendenbescheinigungen ausstellen.
Wichtig ist dabei die sogenannte Uneigennützigkeit. Das bedeutet: Die zahlende Person darf keine echte Gegenleistung erhalten. Wer an einen Tierschutzverein spendet, erwartet dafür normalerweise keinen exklusiven Content, besondere Vorteile oder persönliche Leistungen.
Welche Plattformen funktionieren nach dieser Logik?
Die steuerliche Einordnung betrifft längst nicht nur Twitch, Patreon und Ko-Fi. Viele Plattformen nutzen Begriffe wie „Support“, „Donation“, „Tip“ oder „Membership“. Steuerlich macht das aber meist keinen Unterschied: Sobald du mit deinem Content regelmäßig Geld verdienst, handelt es sich häufig um Betriebseinnahmen.
Plattform
Typische Zahlungen
Steuerliche Einordnung
Twitch
Subs, Bits, Donations
meist Einnahmen
Patreon
Memberships, Tiers
meist Einnahmen
Ko-Fi
Tips, Memberships, Commissions
meist Einnahmen
Buy Me a Coffee
Support-Zahlungen
meist Einnahmen
YouTube
Super Chat, Memberships
meist Einnahmen
TikTok LIVE
Gifts, Coins, Diamonds
meist Einnahmen
Instagram/Facebook
Stars, Gifts, Subscriptions
meist Einnahmen
Streamlabs / StreamElements
Tips / Donations
meist Einnahmen
Discord
kostenpflichtige Rollen oder Zugänge
meist Einnahmen
Gumroad / Payhip
digitale Verkäufe, „Pay what you want“
meist Einnahmen
Substack / Steady
Paid Newsletter, Mitgliedschaften
meist Einnahmen
Kick
Subs und Support-Zahlungen
meist Einnahmen
➡️ Wenn du einzelne Plattformen genauer anschauen möchtest, findest du bei uns eigene Guides zu Twitch, YouTube, TikTok und generell zu Social Media. Auch Themen wie OnlyFans oder Influencer-Steuern können für Creator:innen relevant sein.
Wie dokumentierst du Creator-Einnahmen je nach Plattform richtig?
Sobald du regelmäßig Geld über Creator-Plattformen erhältst, solltest du deine Einnahmen sauber dokumentieren. Denn bei einer späteren Steuerprüfung zählt nicht nur dein Kontostand, sondern auch, woher die Zahlungen stammen und welche Gebühren abgezogen wurden.
Je nach Plattform unterscheiden sich die Abrechnungen deutlich. Wichtig ist deshalb: Erfasse immer die vollen Einnahmen und buche Plattform- oder Zahlungsgebühren separat als Betriebsausgaben.
Twitch
Bei Twitch entstehen Einnahmen oft parallel aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören zum Beispiel:
Subs
Bits
Werbeeinnahmen
Sponsoring
Donations über PayPal
Streamlabs- oder StreamElements-Tips
Affiliate-Links im Stream oder Profil
Dadurch wird die Buchhaltung schnell unübersichtlich. Sichere deshalb regelmäßig deine Twitch-Auszahlungsberichte, PayPal-Nachweise und Abrechnungen externer Tools.
💡 Beispiel: Twitch-Einnahmen richtig erfassen
Einnahme / Ausgabe
Betrag
Buchhalterische Einordnung
Twitch-Subs
120 €
Betriebseinnahme
PayPal-Donations
45 €
Betriebseinnahme
Werbeeinnahmen
30 €
Betriebseinnahme
Twitch-/PayPal-Gebühren
-12 €
Betriebsausgabe
Auszahlung auf dein Konto
183 €
tatsächlicher Zahlungsfluss
Ko-Fi
Ko-Fi funktioniert oft direkter als andere Plattformen. Viele Zahlungen laufen über PayPal oder Stripe an dich weiter. Deshalb solltest du regelmäßig Zahlungseingänge exportieren und Gebühren getrennt erfassen.
Typische Ko-Fi-Einnahmen sind:
einmalige „Buy me a coffee“-Tips
Memberships
digitale Produkte
Commissions
Ziel- oder Projektfinanzierungen
exklusive Inhalte für Supporter:innen
💡 Beispiel: Ko-Fi-Einnahmen richtig erfassen
Einnahme / Ausgabe
Betrag
Buchhalterische Einordnung
Einmalige Ko-Fi-Tips
75 €
Betriebseinnahme
Memberships
60 €
Betriebseinnahme
Verkauf digitaler Vorlagen
40 €
Betriebseinnahme
PayPal-/Stripe-Gebühren
-9 €
Betriebsausgabe
Auszahlung auf dein Konto
166 €
tatsächlicher Zahlungsfluss
Patreon
Bei Patreon basieren Einnahmen meistens auf monatlichen Mitgliedschaften. Unterstützer:innen zahlen regelmäßig für exklusive Inhalte, Early Access, Downloads oder Community-Vorteile.
Typische Patreon-Einnahmen sind:
monatliche Memberships
exklusive Podcast- oder Video-Inhalte
Early Access
Discord-Zugänge
Download-Bereiche
Bonusfolgen oder Behind-the-Scenes-Content
Für deine Buchhaltung sind vor allem Patreon-Auszahlungsberichte, Gebührenübersichten, VAT-Informationen und Zahlungsnachweise wichtig.
💡 Beispiel: Patreon-Einnahmen richtig erfassen
Einnahme / Ausgabe
Betrag
Buchhalterische Einordnung
20 Memberships à 5 €
100 €
Betriebseinnahme
8 Memberships à 10 €
80 €
Betriebseinnahme
3 Memberships à 20 €
60 €
Betriebseinnahme
Patreon-Gebühren
-18 €
Betriebsausgabe
Auszahlung auf dein Konto
222 €
tatsächlicher Zahlungsfluss
Wichtig: Auch wenn Patreon bestimmte Umsatzsteuer- oder VAT-Prozesse für Unterstützer:innen abwickelt, musst du deine Auszahlungen trotzdem dokumentieren und steuerlich angeben.
Musst du für Creator-Einnahmen ein Gewerbe anmelden?
Sobald du mit deinen Inhalten regelmäßig Geld verdienen möchtest, wird das steuerlich relevant. Entscheidend ist dabei nicht, ob du dich selbst als „Hobby-Streamer:in“ oder „kleine:r Creator:in“ siehst, sondern ob eine Gewinnerzielungsabsicht erkennbar ist.
Das Finanzamt schaut dabei vor allem auf Fragen wie:
Erhältst du regelmäßig Einnahmen?
Bewirbst du aktiv deinen Kanal oder Support-Links?
Produzierst du dauerhaft Content?
Nutzt du Plattformen zur Monetarisierung?
Möchtest du langfristig Gewinne erzielen?
Treffen mehrere Punkte zu, handelt es sich meist nicht mehr um ein reines Hobby.
Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeit?
Viele Creator:innen müssen ein Gewerbe anmelden. Das betrifft zum Beispiel:
Twitch-Streamer:innen
YouTuber:innen
TikTok-Creator:innen
Influencer:innen
Affiliate- und Werbeeinnahmen
Community- oder Membership-Modelle
In manchen Fällen kann aber auch eine freiberufliche Tätigkeit vorliegen – etwa bei journalistischen, künstlerischen oder lehrenden Inhalten. Die genaue Einordnung hängt immer davon ab, was du konkret machst. Und die endgültige Entscheidung trifft immer das Finanzamt.
Wann solltest du die Tätigkeit anmelden?
Spätestens dann, wenn du regelmäßig Einnahmen erzielst oder aktiv mit Monetarisierung startest, solltest du deine Tätigkeit beim Finanzamt anmelden. Dafür nutzt du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER.
Je früher du deine Einnahmen sauber dokumentierst, desto einfacher wird später deine Buchhaltung – besonders dann, wenn deine Community oder Reichweite schneller wächst als erwartet.
Welche Steuern können auf Creator-Einnahmen anfallen?
Auf Creator-Einnahmen können vor allem Einkommensteuer, Umsatzsteuer und in manchen Fällen Gewerbesteuer anfallen. Welche Steuern dich konkret betreffen, hängt von deiner Tätigkeit, deinem Gewinn und deiner steuerlichen Einstufung ab.
Einkommensteuer
Die Einkommensteuer zahlst du nicht auf deine gesamten Einnahmen, sondern auf deinen Gewinn. Gewinn bedeutet: Einnahmen minus Betriebsausgaben.
Zu deinen Betriebsausgaben können zum Beispiel gehören:
Plattform- und Zahlungsgebühren
Kamera, Mikrofon oder Licht
Software und Schnittprogramme
Spiele, Tools oder digitale Arbeitsmittel
anteilige Internet- und Telefonkosten
Umsatzsteuer
Bei der Umsatzsteuer kommt es darauf an, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt oder regulär Umsatzsteuer abführst. Als Kleinunternehmer:in weist du keine Umsatzsteuer aus und führst sie auch nicht ans Finanzamt ab.
Das kann für kleinere Creator:innen praktisch sein. Trotzdem musst du deine Einnahmen weiterhin vollständig dokumentieren und in deiner Steuererklärung angeben.
Gewerbesteuer
Wenn deine Tätigkeit als Gewerbe eingestuft wird, kann zusätzlich Gewerbesteuer anfallen. Für Einzelunternehmer:innen gibt es aber einen Freibetrag von 24.500 € Gewinn pro Jahr.
Liegt dein Gewinn darunter, zahlst du in der Regel keine Gewerbesteuer. Trotzdem kann eine Gewerbeanmeldung erforderlich sein, wenn deine Tätigkeit nicht freiberuflich ist.
Was solltest du als Creator:in jetzt konkret tun?
Wenn du regelmäßig Einnahmen über Twitch, Ko-Fi, Patreon oder ähnliche Plattformen erhältst, solltest du deine Finanzen möglichst früh sauber organisieren. Das spart später viel Zeit – und vermeidet Probleme mit dem Finanzamt.
1. Einnahmen regelmäßig dokumentieren
Warte nicht bis zur Steuererklärung, um deine Einnahmen zusammenzusuchen. Lade stattdessen regelmäßig:
Plattform-Abrechnungen,
PayPal- oder Stripe-Reports,
Kontoauszüge,
und Gebührenübersichten herunter.
💡 Tipp: Lege dir am besten direkt einen festen Monatsordner für deine Creator-Einnahmen an.
2. Plattformgebühren getrennt verbuchen
Viele Creator:innen machen denselben Fehler: Sie verbuchen nur den Betrag, der tatsächlich auf ihrem Konto landet.
Steuerlich korrekt ist aber:
voller Unterstützungsbetrag = Einnahme
Plattform- oder Zahlungsgebühren = Betriebsausgabe
So bleibt nachvollziehbar, wie hoch deine tatsächlichen Einnahmen waren und welche Kosten durch Twitch, Patreon, PayPal oder Stripe entstanden sind. Das erleichtert später auch deine Buchhaltung und die Steuererklärung.
3. Kleinunternehmerregelung bewusst prüfen
Gerade am Anfang nutzen viele Creator:innen die Kleinunternehmerregelung, weil sie weniger Bürokratie bedeutet. Das kann sinnvoll sein, muss aber nicht immer die beste Lösung sein.
Wenn du viele Ausgaben für Technik, Software oder Equipment hast, kann die Regelbesteuerung teilweise Vorteile bringen.
4. Rücklagen für Steuern bilden
Ein häufiger Fehler bei Creator:innen: Das Geld auf dem Konto wirkt sofort verfügbar. Tatsächlich gehört ein Teil davon später oft dem Finanzamt.
Fazit: Support von Creator:innen ist steuerlich meist keine Spende
Auch wenn Plattformen Begriffe wie „Donation“, „Tip“ oder „Support“ verwenden, gelten Zahlungen an Creator:innen in Deutschland steuerlich meist als normale Einnahmen. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern der wirtschaftliche Zusammenhang mit deiner Tätigkeit.
Sobald du regelmäßig Content veröffentlichst, eine Community aufbaust oder Unterstützer:innen Vorteile bietest, geht das Finanzamt in vielen Fällen von einer selbstständigen oder gewerblichen Tätigkeit aus.
Wichtig ist deshalb vor allem, deine Einnahmen früh sauber zu dokumentieren, Plattformgebühren korrekt zu erfassen und mögliche Steuerpflichten im Blick zu behalten. So vermeidest du später unnötigen Stress – und kannst dich stärker auf deinen Content konzentrieren.
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Häufige Fragen zu Spenden an Creator:innen
Muss ich kleine Donations auch versteuern?
Ja, grundsätzlich musst du auch kleine Donations erfassen, wenn sie mit deiner Creator-Tätigkeit zusammenhängen. Entscheidend ist nicht die einzelne Zahlung, sondern ob du insgesamt regelmäßig Einnahmen erzielst.
Kann ich als Creator:in Spendenbescheinigungen ausstellen?
In der Regel nein. Eine Spendenbescheinigung dürfen normalerweise nur steuerbegünstigte Organisationen ausstellen, zum Beispiel gemeinnützige Vereine, Stiftungen oder Kirchen.
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31.03.2026
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vuno7
20.11.2025
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Jonathan
20.05.2025
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25.03.2026
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Christian
09.11.2025
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27.02.2025
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LisNutz
11.05.2024
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Willi H
09.04.2026
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Niklas
28.03.2025
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