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Twitch-Streamer werden: So startest du richtig

Geschrieben von: Robert Jödicke

Aktualisiert am: Mai 19, 2026

Lesezeit: 10 Minuten

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Twitch-Streamer:in zu werden klingt für viele nach einem Traum: zocken, live mit der Community quatschen und im besten Fall sogar Geld damit verdienen. In der Praxis umfasst der Start aber mehr als nur einen guten PC und ein Twitch-Kanal.

Wenn du aus deinem Stream eine echte selbstständige Tätigkeit machen willst, solltest du nicht nur Reichweite aufbauen. Du musst auch klären, wie du Geld verdienst, welche Kosten du absetzen kannst und ob du ein Gewerbe anmelden musst. Genau dabei hilft dir dieser Guide.

Twitch-Streamer werden – kurz zusammengefasst

  • Twitch ist längst für mehr als Gaming bekannt. Auch Just Chatting, Musik und kreative Formate sind beliebt. 
  • Für das Affiliate-Programm brauchst du aktuell 25 Follower. 
  • Außerdem musst du in 30 Tagen 4 Stunden an 4 verschiedenen Tagen streamen und dabei durchschnittlich 3 Zuschauer:innen erreichen. 
  • Sobald du regelmäßig Einnahmen erzielen willst, solltest du deine Tätigkeit beim Gewerbe- und Finanzamt anmelden. 

Was ist Twitch überhaupt?

Twitch ist eine Livestreaming-Plattform, auf der Creator:innen Inhalte live senden und direkt mit ihrer Community interagieren. Bekannt wurde Twitch vor allem durch Gaming-Streams, heute sind aber auch Just Chatting, Musik- und Kunst-Events sowie andere Live-Formate fest etabliert. Twitch selbst schätzt die durchschnittlichen monatlichen aktiven Empfänger:innen in der EU für Juli bis Dezember 2025 auf höchstens 28,7 Millionen. 

Welche Inhalte funktionieren auf Twitch?

Der klassische Einstieg läuft oft über Gaming. Trotzdem musst du nicht zwingend E-Sport spielen, um auf Twitch erfolgreich zu sein. Häufig funktionieren auch Formate wie:

  • Let’s Plays und Ranked-Games 
  • Just Chatting mit Community-Fokus 
  • Musik-Streams oder DJ-Sets 
  • Art-, Coding- oder Build-Streams 
  • Lern-Videos mit klarer Zielgruppe 

➡️Traumjob Influencer:in – so viel verdienst du wirklich!

Wie kannst du auf Twitch Geld verdienen?

Mit Twitch kannst du auf mehreren Wegen Geld verdienen. Typisch sind Abonnements, Bits, Werbung, Sponsoring und externe Zahlungen wie Trinkgelder oder Mitgliedschaften über andere Plattformen. Das Twitch-Affiliate-Programm ist meist der erste wichtige Schritt, weil du darüber einige Monetarisierungsfunktionen freischaltest. 

Welche Voraussetzungen gelten aktuell für Twitch Affiliate?

Um Twitch Affiliate zu werden, brauchst du nach aktuellem Stand:

  • 25 Follower 
  • 4 Stunden Streamzeit 
  • 4 verschiedene Streaming-Tage 
  • durchschnittlich 3 Zuschauer:innen 

Diese Werte beziehen sich auf einen 30-Tage-Zeitraum. Im ursprünglichen Text standen noch die älteren Schwellenwerte mit 50 Followern und 8 Stunden. Die sind inzwischen überholt. 

Wie viel verdient man als Twitch-Streamer:in?

Die Einnahmen sind sehr unterschiedlich. Kleine Kanäle verdienen oft nur einen Nebenbetrag. Größere Streams können dagegen mit mehreren Erlösquellen arbeiten und deutlich höhere Umsätze erzielen. Einen festen „Twitch-Verdienst“ gibt es aber nicht, weil deine Einnahmen von Community-Größe, Aktivität, Thema, Kooperationen und Regelmäßigkeit abhängen.

Wichtiger als die Frage „Wie viel verdient man?“ ist am Anfang oft: Wie planbar sind meine Einnahmen? Gerade Subs und wiederkehrende Kooperationen sind deutlich stabiler als einmalige Hype-Momente.

Video: Selbstständig als Creator:in auf Twitch & Co.

Möchtest du als Creator:in auf Social Media durchstarten und erfahren, wie du dein Business anmeldest und steuerliche Pflichten erfüllst? In diesem Video erfährst du, wie du deine Selbstständigkeit anmeldest und deine Einnahmen korrekt versteuerst! Von Einkommens- bis Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung, und Tipps zur Buchhaltung—hier erfährst du, was Creator:innen über ihre steuerlichen Pflichten wissen müssen.

Welche Voraussetzungen brauchst du, um auf Twitch zu streamen?

Du brauchst kein Profi-Studio. Aber ein paar Basics sollten stimmen, damit dein Stream nicht nach zwei Minuten wieder geschlossen wird.

Welches Setup ist für den Start sinnvoll?

Für den Einstieg brauchst du in der Regel:

  • stabile Internetverbindung 
  • PC, Laptop oder Konsole 
  • Streaming-Software wie OBS 
  • brauchbares Mikrofon 
  • optional Webcam und Licht 
  • Twitch-Konto mit sauber eingerichtetem Kanal 

Die wichtigste Regel lautet: Audio zuerst. Schlechter Ton schreckt Zuschauer:innen meist schneller ab als ein Bild, das noch nicht perfekt aussieht.

Wie findest du als Twitch-Streamer:in deine Nische?

Am Anfang ist es ein Vorteil, wenn dein Kanal klar erkennbar ist. Wer sofort versteht, was ihn bei dir erwartet, bleibt eher hängen als bei einem Stream, der in alle Richtungen geht.

Warum ist eine Nische so wichtig?

Eine gute Nische hilft dir bei drei Dingen:

  • du wirst schneller wiedererkannt 
  • deine Inhalte wirken klarer 
  • du ziehst eher die richtigen Zuschauer:innen an 

Beispiel:
„Ich spiele Games“ ist zu breit.
„Ich streame Cozy Games für Berufstätige abends ab 20 Uhr“ ist deutlich greifbarer.

Wie analysierst du die Konkurrenz?

Schau dir andere Kanäle nicht nur oberflächlich an. Analysiere konkret:

  • Welche Spiele oder Formate funktionieren? 
  • Wie oft wird gestreamt? 
  • Wie ist der Chat eingebunden? 
  • Was ist professionell – und was wirkt austauschbar? 

Kopieren bringt dir wenig. Spannend ist die Lücke dazwischen: Was läuft gut, aber noch nicht in deiner Art?

Musst du für Twitch-Streaming ein Gewerbe anmelden?

In vielen Fällen ja. Sobald du mit deinem Stream regelmäßig Einnahmen erzielen willst, wird deine Tätigkeit meist als selbstständig eingestuft. Dann musst du sie in der Regel als Gewerbe anmelden und dem Finanzamt gegenüber mitteilen. 

Wichtig ist aber: Die konkrete Einordnung hängt immer davon ab, was du genau machst. Reines Entertainment-Streaming, Werbeeinnahmen und Sponsoring sprechen eher für ein Gewerbe. In Sonderfällen mit stark künstlerischem Schwerpunkt kann die Einordnung zugunsten einer freiberuflichen Tätigkeit ausfallen. Im Zweifel lohnt sich hier vorab eine Beratung, denn die Entscheidung des Finanzamts betrifft immer den Einzelfall.

➡️Selbständigkeit anmelden: Freiberufler oder Gewerbe?

Was heißt das praktisch für dich?

Wenn du Twitch ernsthaft als Business betreibst, sind meist diese Schritte relevant:

  1. Gewerbe anmelden beim zuständigen Gewerbeamt. 
  2. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen, damit du eine Steuernummer bekommst. 
  3. Kleinunternehmerregelung prüfen, wenn deine Umsätze am Anfang noch niedrig sind. 

Welche Steuern musst du als Twitch-Streamer:in zahlen?

Für Twitch-Streamer:innen sind vor allem Einkommensteuer, gegebenenfalls Umsatzsteuer und bei gewerblicher Tätigkeit auch Gewerbesteuer wichtig.

Wie funktioniert die Einkommensteuer bei Twitch?

Für die Einkommensteuer zählt nicht dein Umsatz, sondern dein Gewinn. Und Gewinn heißt: Einnahmen minus Betriebsausgaben. Dazu gehören bei Twitch zum Beispiel:

  • Subs, Bits, Werbeerlöse 
  • Sponsoring 
  • Affiliate-Einnahmen 
  • sonstige streambezogene Zahlungen 

Davon ziehst du deine betrieblichen Kosten ab, etwa Technik, Software, Grafikpakete oder anteilige berufliche Nutzung von Internet und Arbeitsmitteln. Wer nicht zur Bilanz verpflichtet ist, nutzt dafür meist die EÜR. 

Wann ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll?

Die Kleinunternehmerregelung kann für den Start attraktiv sein, weil deine Umsätze dann umsatzsteuerfrei sind. Seit dem 1. Januar 2025 gilt dafür grundsätzlich:
25.000 € Vorjahresumsatz und 100.000 € im laufenden Jahr als maßgebliche Grenzen. Überschreitest du im laufenden Jahr die 100.000-€-Grenze, entfällt die Kleinunternehmerregelung ab diesem Umsatz. 

Das klingt bequem, hat aber einen Nachteil: Du kannst dann keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen ziehen. Wenn du viel in Technik investierst, kann Regelbesteuerung trotz mehr Bürokratie sinnvoller sein.

Wann fällt Gewerbesteuer an?

Wenn dein Twitch-Business als Gewerbe läuft, ist Gewerbesteuer grundsätzlich ein Thema. Für natürliche Personen und Personengesellschaften gibt es aber einen Freibetrag von 24.500 € Gewinn. Erst darüber wird es praktisch relevant. 

➡️Mehr dazu in unserem Ratgeber: Ab wann zahlst du Steuern für deine Social-Media-Tätigkeit?

Welche Ausgaben kannst du als Twitch-Streamer:in absetzen?

Wenn du mit Twitch selbstständig Geld verdienst, kannst du viele Kosten rund um deinen Stream als Betriebsausgaben absetzen. Das sind Ausgaben, die betrieblich veranlasst sind, also direkt mit deiner Tätigkeit zusammenhängen. Sie mindern deinen Gewinn – und damit meist auch deine Steuerlast.

Typische absetzbare Betriebsausgaben sind zum Beispiel:

  • Mikrofon, Webcam und Beleuchtung 
  • Headset, Monitor oder anderes Streaming-Equipment 
  • Streaming-Software, Plugins und bezahlte Tools 
  • Stream-Overlays, Grafiken oder emotes von Designer:innen 
  • Spiele, wenn du sie beruflich für deinen Content nutzt 
  • Musiklizenzen oder andere Nutzungsrechte 
  • anteilig Internetkosten, wenn du den Anschluss auch für dein Business nutzt 

Wichtig ist: Du kannst Kosten nicht einfach deshalb absetzen, weil du sie irgendwie auch beim Streamen nutzt. Das Finanzamt erwartet einen klaren beruflichen Zusammenhang. Je eindeutiger die Ausgabe mit deinem Kanal zusammenhängt, desto besser lässt sie sich steuerlich begründen.

Beispiel: Kaufst du ein neues Mikrofon nur für deine Streams, ist der berufliche Bezug meist leicht nachvollziehbar. Bei einem privat genutzten Monitor oder Internetanschluss musst du die Kosten dagegen oft anteilig aufteilen.

Auch die Höhe der Anschaffung spielt eine Rolle. Günstigere Arbeitsmittel kannst du oft direkt als Betriebsausgabe abziehen. Teurere Geräte musst du unter Umständen über mehrere Jahre abschreiben. Genau deshalb lohnt es sich, Belege von Anfang an sauber zu sammeln und Ausgaben klar zu dokumentieren.

💡 Wenn du nicht buchführungspflichtig bist, ermittelst du deinen Gewinn in der Regel über die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). Dabei werden Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gegenübergestellt.

Welche Buchhaltungs- und Rechnungspflichten gelten?

Auch Creator:innen mit überschaubaren Zahlen sollten von Anfang an ihre Geschäftsprozesse sauber dokumentieren. Das spart später viel Stress bei Buchhaltung und Rechnungsstellung.

Wie lange musst du Unterlagen aufbewahren?

Für steuerlich relevante Unterlagen gelten gemäß § 147 AO bestimmte Aufbewahrungsfristen. Rechnungen, Buchungsbelege und andere wichtige Unterlagen musst du also langfristig sicher archivieren. Seit 2025 wurde die Frist für die häufigsten Buchungsbelege auf 8 Jahre verkürzt.

Dazu zählen zum Beispiel Eingangsrechnungen, Ausgangsrechnungen, Kontoauszüge, Verträge, Belege für Technikanschaffungen oder Unterlagen zu Sponsoring-Einnahmen. Gerade wenn du mit Twitch Geld verdienst, solltest du solche Nachweise von Anfang an vollständig und geordnet aufbewahren – am besten digital und leicht wiederauffindbar.

Was muss auf einer Kleinunternehmer-Rechnung stehen?

Die Pflichtangaben für Rechnungen von Kleinunternehmer:innen sind in § 34a UStDV geregelt. Dazu gehören unter anderem Name und Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr., Ausstellungsdatum, Leistungsbeschreibung, Entgelt sowie – wenn nötig – ein Hinweis auf die Steuerbefreiung als Kleinunternehmer:in. 

💡 Gerade bei Kooperationen mit Unternehmen solltest du Rechnungen deshalb nicht „frei nach Nase“ schreiben, sondern sauber und nachvollziehbar erstellen.

Lohnt es sich, Twitch nebenberuflich zu starten?

Für viele ist genau das der beste Weg. Nebenberuflich starten reduziert den Druck und gibt dir Zeit, deine Nische, deine Routine und deine Einnahmequellen zu testen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du noch nicht weißt, wie konstant deine Reichweite und Umsätze wirklich sind.

Ein Nebenjob auf Twitch bleibt aber steuerlich nicht „unsichtbar“. Auch nebenberufliche Einnahmen müssen sauber erfasst werden. Sobald du nachhaltig tätig bist, solltest du Anmeldung, Buchhaltung und Rücklagen ernst nehmen.

Fazit: Wie startest du als Twitch-Streamer:in richtig?

Heute ist es einfacher denn je, mit Twitch zu starten. Wie bei TikTok, Instagram oder YouTube sind die Einstiegshürden überschaubar, und oft brauchst du am Anfang weniger Technik, als viele denken. Wichtig ist vor allem, dass du dranbleibst, ein Format findest, das zu dir passt, und deinen Kanal Schritt für Schritt entwickelst.

Sobald daraus mehr als nur ein Hobby wird und die ersten regelmäßigen Einnahmen da sind, solltest du auch die organisatorische Seite mitdenken. Mit einer klaren Nische, einer klaren Streaming-Struktur für den Alltag und einer sauberen steuerlichen Basis wächst dein Kanal vielleicht nicht über Nacht – dafür aber auf einer deutlich stabileren Grundlage.

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FAQ: Häufige Fragen zum Twitch-Streaming

Ab wann muss ich Twitch-Einnahmen versteuern?

Sobald du mit deinem Streaming steuerlich relevante Einkünfte erzielst, musst du sie in deiner Steuererklärung berücksichtigen. Entscheidend ist nicht nur die Höhe einzelner Zahlungen, sondern ob du nachhaltig mit Gewinnerzielungsabsicht tätig bist. Bei regelmäßigem Streaming mit Subs, Werbung oder Sponsoring solltest du das Thema früh sauber aufsetzen. 

Brauche ich für Twitch immer ein Gewerbe?

Nicht zwingend in jedem denkbaren Sonderfall – aber in vielen praktischen Fällen ja. Normales Twitch-Streaming mit Entertainment-, Werbe- und Sponsoring-Fokus wird oft eher gewerblich als freiberuflich eingeordnet. Die genaue Bewertung hängt von deiner Tätigkeit ab. 

Kann ich als Twitch-Streamer:in Kleinunternehmer:in sein?

Ja. Wenn du die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllst, kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen. Seit 2025 gelten dafür grundsätzlich 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr als relevante Grenzen. 

Was ist Twitch?

Stell dir eine Welt vor, in der Millionen Menschen ihre Abenteuer in Videospielen live mit anderen teilen – willkommen auf Twitch! Gegründet im Jahr 2011 (und seit 2014 ein Teil von Amazon), hat sich Twitch rasant zu einer der führenden Livestreaming-Plattformen entwickelt und ist heute ein riesiges digitales Amphitheater, in dem Spielende, Künstler:innen und Kreative ihre Leidenschaft mit einem weltweiten Publikum teilen. 

💡Info: Weltweit zählt Twitch pro Monat über 30 Millionen regelmäßige Besucher:innen, allein in Deutschland nutzen laut Schätzungen rund 4 Millionen Menschen die Plattform monatlich. 

Von Live-Gaming bis Just Chatting: Die bunte Welt von Twitch

Auf Twitch dreht sich zwar vieles um Videospiele, aber die Plattform hat sich längst in eine vielfältige Unterhaltungsarena verwandelt: 

  • Live-Gaming: Von packenden „Let's Plays“ bis hin zu faszinierenden Speedruns, bei denen Spiele in Rekordzeit durchgespielt werden – Gaming ist das Herzstück von Twitch. Hier kannst du zusehen, wie Streamer:innen epische Schlachten schlagen, knifflige Rätsel lösen und die verrücktesten Herausforderungen meistern.
  • E-Sports-Turniere: Twitch ist der Hotspot für E-Sport-Fans. Weltbekannte Turniere wie die „League of Legends World Championship“ oder der „Fortnite World Cup“ werden live übertragen, kommentiert – und ziehen Millionen von Zuschauer:innen an, die mit ihren Lieblingsteams mitfiebern.
  • Musik und Kreatives: Es sind nicht nur Gamer:innen, die die Bühne betreten. Musiker:innen veranstalten Konzerte, DJs legen live auf und Künstler:innen zeigen ihre kreativen Prozesse in Echtzeit. Von Malerei über Handwerk bis hin zu digitalen Kunstwerken – die Kreativszene auf Twitch wächst stetig.
  • Just Chatting: Manchmal möchten die Zuschauer:innen einfach nur quatschen. In „Just Chatting“-Streams können sie die Streamer:innen besser kennenlernen, über Gott und die Welt plaudern oder einfach einen entspannten virtuellen Abend genießen. Es ist wie ein gemütlicher Abend mit Freund:innen, nur online.

Soziales Netzwerk für Gamer?

Durch die vielen Kommunikationsfunktionen stellt Twitch mittlerweile mehr als nur eine Video-Plattform dar – es ist eher ein soziales Netzwerk. Der Austausch zwischen Streamer:innen und Zuschauer:innen steht im Vordergrund. Live-Chats ermöglichen es, direkt Feedback zu geben, Fragen zu stellen und gemeinsam zu lachen. Diese Nähe und Interaktivität machen Twitch einzigartig und sorgen dafür, dass Nutzer:innen immer wieder zurückkommen.

Wie kann ich bei Twitch Geld verdienen?

Bei Twitch hast du verschiedene Möglichkeiten, Geld zu verdienen:

  • Abonnements (Subs): Zuschauer:innen können deinen Kanal abonnieren, wobei sie monatlich eine Gebühr zahlen. Es gibt verschiedene Abonnement-Stufen (Tier 1, Tier 2 und Tier 3), wobei höhere Stufen mehr kosten und zusätzliche Vorteile bieten.
  • Bits: Zuschauer können dir Bits, eine virtuelle Währung, als Trinkgeld geben, um ihre Wertschätzung auszudrücken.
  • Werbung: Wenn du Twitch-Partner:in bist, kannst du während deiner Streams Werbung schalten und dadurch Einnahmen erzielen. 
  • Sponsoring und Partnerschaften: Unternehmen könnten dich sponsern oder Partnerschaften mit dir eingehen, um ihre Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben.
  • Spenden: Viele Streamer:innen nutzen Plattformen wie PayPal oder Patreon, um direkte Spenden von ihren Zuschauer:innen zu erhalten.

Damit du Werbung schalten darfst, musst du ins Affiliate-Programm von Twitch aufgenommen werden. Dafür gelten bestimmte Voraussetzungen erfüllen

  • Mindestens 8 Stunden gestreamt in den letzten 30 Tagen
  • Mindestens an 7 Tagen in den letzten 30 Tagen gestreamt
  • Durchschnittlich 3 gleichzeitige Zuschauer:innen oder mehr in den letzten 30 Tagen
  • Mindestens 50 Follower:innen

Und wie viel verdient man nun auf Twitch?

Wie bei Instagram oder anderen Plattformen variieren die Einnahmen über Twitch stark und hängen von der Zuschauerzahl, der Anzahl der Abonnent:innen und der Großzügigkeit deiner Community ab. Ein:e Streamer:in mit einer überschaubaren Anzahl an Follower:innen könnte einige hundert Euro pro Monat verdienen, während Top-Streamer:innen mit Millionen von Views Tausende bis Zehntausende Euro pro Monat verdienen können.

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Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Um erfolgreich auf Twitch zu streamen, benötigst du folgendes Setup:

  • Eine stabile Internetverbindung: Eine Upload-Geschwindigkeit von 7,4 Mbit/s Sekunde sollte vorhanden sein, um Full-HD-Videos mit 50 Bilder pro Sekunde zu streamen.
  • Einen leistungsfähigen Computer oder Konsole: Dein Gerät sollte die Anforderungen der Spiele, die du streamen möchtest, sowie deiner Streaming-Tools bewältigen können.
  • Streaming-Software: Twitch-Tools wie OBS Studio oder Streamlabs OBS sind kostenlos und weit verbreitet. 
  • Ein Mikrofon und eine Webcam: Gute Audio- und Videoqualität sind entscheidend, um deine Zuschauer zu binden.
  • Ein Twitch-Konto: Erstelle einen Account auf twitch.tv und richte deinen Kanal ein.

Twitch-Streamer werden: Wie finde ich meine Nische?

Denk darüber nach, was du wirklich gerne machst. Bist du ein:e Meister:in in einem bestimmten Spiel? Hast du eine Leidenschaft für kreative Projekte wie Zeichnen, Musik machen oder Kochen? Dein Enthusiasmus ist ansteckend – wenn du liebst, was du tust, werden deine Zuschauer:innen das merken und mitfiebern.

Analysiere die Konkurrenz

Schau dir erfolgreiche Streamer:innen an und lerne von ihnen. Was machen sie gut? Welche Inhalte kommen besonders gut an? Identifiziere Trends und versuche, sie auf deine Weise zu interpretieren. 

Dein einzigartiger Touch

Deine Persönlichkeit ist dein größter Vorteil. Mache dir Gedanken, wie du deinen Streams eine persönliche Note verleihen kannst. Vielleicht hast du einen besonderen Humor, eine interessante Hintergrundgeschichte oder einzigartige Fähigkeiten, die dich hervorheben. Bleib dabei authentisch – Nutzer:innen schätzen echte, ungekünstelte Persönlichkeiten.

Twitch-Streaming: Muss ich ein Gewerbe anmelden? 

Sobald du regelmäßig Einnahmen erzielst, musst du ein Gewerbe anmelden. Dies gilt auch für Twitch-Streamer. Folgende Tipps wollen wir dir noch mit auf den Weg geben:

  • Gewerbeanmeldung: Melde dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an. Die Kosten variieren je nach Gemeinde, liegen aber meist zwischen 20 und 60 Euro.
  • Einkommenssteuer: Generell sind deine Einkünfte steuerpflichtig. Wenn du einen Hauptberuf hast, sind allerdings Nebeneinkünfte (Twitch-Streaming und weitere zusammengerechnet) in Höhe von maximal 410 Euro pro Jahr steuerfrei (nach Abzug der Werbungskosten). Alle Einkünfte darüber hinaus musst du in deiner Einkommensteuererklärung angeben.
  • Kleinunternehmerregelung: Wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 22.000 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 50.000 Euro liegt, kannst du dich von der Umsatzsteuer befreien lassen.

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Robert Jödicke

Autor:in - Robert Jödicke

Robert Jödicke ist ein erfahrener Steuerexperte und Autor bei Accountable, spezialisiert auf Steuertipps und Steuerersparnisse für Selbstständige.

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