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Welche Steuern zahlen Gewerbetreibende – und wie lässt sich sparen?

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: September 1, 2026

Lesezeit: 5 Minuten

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Gewerbetreibende zahlen in Deutschland je nach Situation bis zu drei Steuerarten: Gewerbesteuer ab 24.500 Euro Gewinn, Umsatzsteuer auf jede Rechnung (außer bei Kleinunternehmerregelung) und Einkommensteuer auf den Jahresgewinn.

Spätestens wenn du darüber nachdenkst, in Zukunft dein:e eigene:r Chef:in zu sein, wird auch das Thema Steuern für Gewerbetreibende für dich interessant. Im Gegensatz zu deinem früheren Angestelltenverhältnis gibt es an dieser Stelle einiges zu beachten. Die gute Nachricht: So kompliziert wie die Regelungen anfangs erscheinen, sind sie gar nicht. Wir beantworten im Folgenden die wichtigsten Fragen.

Key Takeaways

  • Drei zentrale Steuerarten bestimmen deine Belastung als Gewerbetreibender
    Du zahlst je nach Situation Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Einkommensteuer. Entscheidend ist dabei nicht nur der Gewinn, sondern auch Struktur, Umsatzhöhe und Rechtsform. Viele unterschätzen, dass sich diese Steuern gegenseitig beeinflussen und dadurch die tatsächliche Belastung stark variieren kann.
  • Freibeträge klingen entlastend, greifen aber nur unter bestimmten Bedingungen
    Die Gewerbesteuer wird erst ab 24.500 Euro Gewinn relevant, und die Kleinunternehmerregelung gilt nur bis 22.000 Euro Umsatz im Vorjahr. Was oft übersehen wird: Sobald du diese Grenzen überschreitest, wechselst du automatisch in komplexere Pflichten, die weniger Spielraum lassen als anfangs angenommen.
  • Umsatzsteuer ist weniger eine Steuerfrage als eine laufende Verwaltungspflicht
    Neben der jährlichen Erklärung musst du regelmäßig Voranmeldungen abgeben, monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Das wird häufig unterschätzt, weil es weniger um die Steuerhöhe selbst geht, sondern um konsequente Dokumentation und Fristenmanagement. Fehler hier führen schnell zu Nachzahlungen oder Stress mit dem Finanzamt.
  • Steuerliche Absetzbarkeit senkt die Last, aber nur bei sauberer Dokumentation
    Betriebsausgaben wie Arbeitsmittel, Fahrzeug, Büro oder Weiterbildung können die Steuer deutlich reduzieren. Die Annahme, dass „viel absetzen = wenig Steuern“, ist allerdings zu einfach gedacht. Entscheidend ist, ob du Ausgaben korrekt zuordnest und rechtssicher belegst, sonst wird das schnell angreifbar.
  • Ohne konsequente Planung entstehen Liquiditätsprobleme trotz Gewinn
    Steuern fallen oft zeitversetzt und gebündelt an, während Einnahmen laufend eingehen. Wer keine Rücklagen bildet oder Fristen verpasst, gerät schnell in Engpässe. Genau hier helfen Tools wie Accountable, weil du dort Einnahmen, Ausgaben und Steuerlast automatisch im Blick behältst und früh siehst, wie viel du wirklich zurücklegen solltest.
  • Accountable gehört zu den wenigen Steuer-Tools, das die Gewerbeanmeldung und die Gewerbesteuererklärung vollständig abdeckt! Inklusive direkter Übermittlung ans Finanzamt via ELSTER. Kein Papierkram, kein Umweg über den Steuerberater.

Für den Einstieg: Ab wann gilt man als Gewerbetreibender?

Als Gewerbetreibende werden all diejenigen bezeichnet, die auf selbstständiger Basis arbeiten und für diese Zwecke ein Gewerbe anmelden. Die Eintragung in das Handelsregister und der entsprechende Gewerbeschein weisen das Unternehmen als Gewerbebetrieb aus. Als gesetzliche Grundlage hierfür fungiert die Gewerbeordnung (GewO).

Selbstständige, die der Kategorie der Gewerbetreibenden zuzuordnen sind, arbeiten auf eigene Rechnung und zum Zwecke ihrer persönlichen wirtschaftlichen Gewinnerzielung. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Einzelunternehmen, Personen- oder Kapitalgesellschaften handelt, wobei für Letztere gesonderte Regelungen gelten.

💡Gewerbe oder Freiberufler? Angehörige der freien Berufe – beziehungsweise Freiberufler:innen – sind zwar auch den Selbstständigen zuzuordnen, jedoch müssen sie im Gegensatz zu den Gewerbetreibenden kein Gewerbe anmelden und keine Gewerbesteuer bezahlen. Ob du bei Gründung deiner Firma als Gewerbetreibende:r oder Freiberufler:in bewertet wirst, entscheidet in der Regel das Finanzamt mit der Hilfe des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung.

Welche Steuern muss ich als Gewerbetreibender bezahlen?

Als Gewerbetreibende:r Steuern zu zahlen ist obligatorisch und unausweichlich. Neben der Einkommensteuer – die auch nichtselbstständige Arbeitnehmer:innen zahlen – fallen für Inhaber:innen eines Gewerbes vor allem die zwei folgenden Steuerarten an:

Die Gewerbesteuer

Sobald du dein Gewerbe regelkonform beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet hast, darfst du deine Leistungen anbieten. Nun bist du nicht nur befähigt, Rechnungen an deine Kund:innen zu stellen, sondern auch dazu verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen – vorausgesetzt dein im Jahr erwirtschafteter Gewinn liegt über 24.500 Euro. Diese Höchstgrenze gilt als Freibetrag, der jedoch nur von Einzelunternehmer:innen und Personengesellschaften in Anspruch genommen werden darf. Kapitalgesellschaften sind von dieser Richtlinie ausgeschlossen.

💡Gewerbe anmelden! Wenn du es als Gewerbetreibende:r versäumst, dein Gewerbe anzumelden, kann das empfindliche Strafen nach sich ziehen. Außerdem fordert das Finanzamt seinen entsprechenden Anteil in Form einer Nachzahlung. Speziell für Neuunternehmer:innen können die Sanktionen durchaus das Ende des Betriebs bedeuten.

Die Umsatzsteuer

Als Selbstständige:r hast du grundsätzlich die Möglichkeit, dich bei Gründung deines Unternehmens für die sogenannte Kleinunternehmerregelung zu entscheiden – allerdings nur dann, wenn dein Vorjahresgewinn maximal 22.000 Euro beträgt. Ist das nicht der Fall, kommst du nicht an der Regelbesteuerung vorbei und musst Umsatzsteuer zahlen – darfst jedoch auch die Umsatzsteuer bei deinem Finanzamt geltend machen.

💡 Mehr Gewinn als gedacht - was nun? Machst du doch mehr Gewinn in einem Jahr, als zu zunächst dachtest und überschreitest den Betrag von 22.000 Euro, musst du in die Regelbesteuerung wechseln. Keine Sorge, dies geht in der Regel ganz einfach: Wechsel zur Regelbesteuerung.

Die Umsatzsteuererklärung muss einmal im Jahr an das Finanzamt abgegeben werden. Darüber hinaus gilt in Deutschland die Verpflichtung zur Umsatzsteuervoranmeldung. Abhängig von deinem Jahresgewinn erfolgt diese entweder monatlich, vierteljährlich oder jährlich.

💡 Am einfachsten geht die Erstellung und das direkte Übermitteln mit Accountable!

Unabhängig von den drei Hauptsteuerarten – der Einkommen-, der Gewerbe- und der Umsatzsteuer – fallen für dich als Gewerbetreibende:r unter bestimmten Voraussetzungen Steuern an wie:

  • die Lohnsteuer (falls du Angestellte in deinem Unternehmen beschäftigst)
  • die Kapitalertrag- bzw. Körperschaftsteuer (wenn du eine Kapitalgesellschaft betreibst)
  • die Kirchensteuer (bei einer entsprechenden religiösen Zugehörigkeit)

Wie viel Steuern zahlt man als Gewerbetreibender?

Wie hoch die tatsächlich zu entrichtenden Steuern für Gewerbetreibende sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Höhe der Gewerbesteuer wird zum Beispiel im Gewerbesteuergesetz (GewStG) geregelt. Als Basis für die Berechnung dient dein erwirtschafteter Gewinn. Ebenjener wird in der Regel mit 3,5 Prozent und dem sogenannten Hebesatz multipliziert, der wiederum von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich angesetzt wird.

Die Feststellung der Umsatzsteuerhöhe folgt einem simplen Schema: Sie errechnet sich aus deinem Umsatz multipliziert mit dem entsprechenden Umsatzsteuersatz. Der Umsatz ist mit dem Erlös (und nicht mit dem Gewinn) gleichzusetzen. Er ist die Summe deiner tatsächlichen Einnahmen.

💡Welcher Umsatzsteuersatz? In Deutschland werden aktuell zwei unterschiedliche Umsatzsteuersätze zur Versteuerung herangezogen. Der ermäßigte Satz von 7 Prozent gilt zum Beispiel für den Lebensmittelgrundbedarf – etwa für Brot, Milch oder Babynahrung – sowie für Zeitschriften, Eintrittskarten, Bücher und mehr. Alles, was nicht ermäßigungsberechtigt ist, wird mit 19 Prozent Umsatzsteuer versteuert.

Die Einkommensteuer richtet sich nach deinem Gesamteinkommen und dem zum Tragen kommenden Einkommensteuersatz. Das Gesamteinkommen umfasst all deine Einnahmen – sei es aus selbstständiger, nichtselbstständiger, frei-, haupt- oder nebenberuflicher Arbeit.

Für eine bessere Übersicht fassen wir die Berechnungswege für die einzelnen Steuerarten in der folgenden Tabelle für dich zusammen. Die Angaben beziehen sich auf Einzelunternehmer:innen und Personengesellschaften.

Steuerart

Berechnungsformel

Freibetrag

Gewerbesteuer

   Ertrag x 3,5 % x Hebesatz

   24.500 Euro (im Vorjahr)

Umsatzsteuer

   Umsatz x Umsatzsteuersatz

   22.000 Euro (im Vorjahr)

Einkommensteuer

   Steuerpflichtiges Einkommen x Einkommensteuersatz

   8.600 Euro (im Vorjahr)

Was kann ich als Gewerbetreibender von der Steuer absetzen?

Gewerbetreibende müssen Steuern bezahlen – das heißt jedoch nicht, dass keine Möglichkeit besteht, die Höhe der Abgaben bis zu einem gewissen Maße zu beeinflussen.

An dieser Stelle sollte insbesondere der Begriff Abschreibungen von hohem Interesse sein, denn diese können maßgeblich dazu beitragen, deine jährliche Steuerschuld zu reduzieren. Abhängig vom Kaufpreis deiner angeschafften Güter erfolgt die Abschreibung entweder sofort (im Falle von geringwertigen Wirtschaftsgütern) oder über einen festen Zeitraum hinweg verteilt.

Ebenfalls von der Steuer absetzbar sind Arbeitsmittel, die zu mindestens 90 Prozent deiner gewerblichen Tätigkeit zuzuschreiben sind, sowie die Kosten für deinen Firmenwagen und dein Arbeitszimmer. Auch Weiterbildungen samt Material, Kommunikations-, Werbungs-, Versicherungskosten und Spenden sind steuerlich absetzbar.

💡Wie hoch die tatsächlichen Anteile der jeweiligen steuerlichen Absetzbarkeit im Einzelnen sind, erfährst du in unserem Beitrag „Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?“.

Fristen einhalten und finanzielle Rücklagen bilden

Einsparpotenzial ist nicht nur dann gegeben, wenn du Betriebsausgaben und Co. in deiner Steuererklärung geltend machst. Mindestens ebenso wichtig ist es, festgelegte Fristen einzuhalten, denn das Finanzamt reagiert bei verspäteten Zahlungen schnell mit horrenden Verzugszinsen. Dazu muss es nicht kommen, wenn du alle Stichtage einhältst. Das gilt insbesondere für die fristgerechte Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung und eventuellen Einkommensteuervorauszahlungen.

Bei einer hohen Steuerschuld hat das Finanzamt das Recht, dich im Folgejahr zu Steuervorauszahlungen zu verpflichten. Für dich als Unternehmer:in soll der Vorteil darin bestehen, dass die zu leistende Summe in mehreren Teilbeträgen anstatt in einem – unter Umständen hohen – Gesamtbetrag getilgt wird. Es ist sinnvoll, als Gewerbetreibende:r die Steuern für das gesamte Jahr im Kopf zu behalten und die entsprechenden Beträge als finanzielles Polster zurückzulegen. Das gilt im Besonderen für den Fall, dass hohe Steuerbelastungen auf dich zukommen.

💡 Mit der Steuerlösung von Accountable ist dies kein Problem. Du musst nur Rechnungen und Ausgaben speichern, schon siehst du jederzeit, wie viel du an Steuern zahlen musst und was du zurücklegen solltest.

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Autor:in - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

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