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Alles was du wissen musst, wenn du ein Gewerbe gründest

Aktualisiert am
Lesezeit 5 minuten

Du möchtest ein Gewerbe gründen? Willkommen im Klub der Selbstständigen! Auf dich wartet jetzt eine aufregende Zeit mit vielen neuen Erfahrungen. 

Dazu gehört auch der Prozess der Gewerbeanmeldung. Auf dieser Seite findest du daher alle Informationen die du brauchst, um dein Gewerbe anzumelden. 

Darum geht’s:

Was ist ein Gewerbe?

Ein Gewerbe ist eine rechtliche Form der selbstständigen Tätigkeit. Die juristische Definition dafür lautet:

Gewerbe Definition

Ein Gewerbe ist jede erlaubte, selbstständige, nach außen erkennbare, auf Gewinn gerichtete und auf Dauer angelegte Tätigkeit mit Ausnahme der Urproduktion, der freien Berufe, der Verwaltung eigenen Vermögens und der künstlerischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten.

Wenn du dich also selbstständig machen möchtest und keinen freien Beruf oder eine künstlerische oder wissenschaftliche Tätigkeit ausübst, dann musst du ein Gewerbe anmelden. 

Gewerbebetriebe Beispiele

Die folgenden Betriebe sind dabei klassische Beispiele für Gewerbe:

  • Fahrschulbetriebe
  • Gaststätten
  • Spielhallen
  • Tierhandel
  • Inkassobetriebe
  • selbstständige Buchführungshelfer
  • Makler und Vermittler von Finanzdienstleistungen und Versicherungen
  • Personen- und Güterbeförderung
  • Tätigkeiten im Bereich von Objektschutz/Bewachung

Freiberufler oder Gewerbe – was bin ich?

Je nachdem, ob du mit deiner selbstständigen Tätigkeit als Freiberufler*in oder Gewerbetreibende*r gilst, ergeben sich daraus unterschiedliche Pflichten für dich. Freiberufler müssen lediglich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und sind nach Erhalt ihrer Steuernummer automatisch selbstständig.

Gewerbetreibende hingegen müssen ihre Tätigkeit zusätzlich bei dem für ihren Wohnort zuständigen Gewerbeamt anmelden und für ihr Gewerbe fortlaufend Gewerbesteuer zahlen. 

Deswegen ist es eine der wichtigsten Aufgaben vor der Anmeldung der Selbstständigkeit zweifelsfrei zu klären, ob deine Tätigkeit als frei oder gewerblich eingestuft wird. 

➡️Nicht sicher, in welche Kategorie du fällst? Dann mach doch einfach unser Quiz und finde es heraus!

Kann ich Freiberufler*in und Gewerbetreibende*r gleichzeitig sein?

Wenn du mehreren selbstständigen Tätigkeiten nachgehst, kannst du durchaus sowohl als Freelancer als auch als Gewerbetreibende*r gelten. 

In diesem Fall musst du jedoch für deine unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche auch jeweils eine individuelle Anmeldung ausfüllen, denn mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung kannst du immer nur eine Tätigkeit anmelden.

Es kann sein, dass du für deine zweite Tätigkeit auch eine zusätzliche Steuernummer vom Finanzamt zugeteilt bekommst. Nur wenn deine Tätigkeiten sehr ähnlich sind und zusammenhängen, kannst du beide unter einer Steuernummer führen.

➡️ Mehr über den Sonderfall, gleichzeitig Freiberufler und Gewerbetreibende*r zu sein, liest du in diesem Artikel. 

Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden?

Wann du ein Gewerbe anmelden musst, ist in der Gewerbeordnung festgehalten. Demnach musst du ein Gewerbe anmelden, sobald

  • … du eine gewerbliche Tätigkeit aufgenommen hast
  • … du ein bereits bestehendes Gewerbe übernommen hast
  • … du eine neue Zweigstelle gründest

In diesen Fällen bist du dazu verpflichtet, dich bei deinem zuständigen Gewerbeamt zu melden und eine entsprechende Gewerbeanmeldung vorzunehmen.

Grundsätzlich empfiehlt sich jedoch, bereits vor der Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit die formale Anmeldung vorzunehmen, damit du direkt loslegen kannst, sobald du deine Steuernummer erhalten hast.

Was ist ein Kleingewerbe?

Der Begriff des Kleingewerbes stammt aus dem Gewerberecht und bezeichnet eine Rechtsform. Als Einzelunternehmer und auch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gilst du automatisch als Kleingewerbe. 

Das hat für dich einige Vorteile, denn du musst keine Bilanzen erstellen und kannst dir die doppelte Buchführung sparen. Stattdessen darfst du die wesentliche einfachere und weniger aufwendige Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) anwenden.

Erst ab einem Jahresumsatz von 600.000€ bzw. einem Gewinn aus deinem Gewerbe von mehr als 60.000€ musst du die kaufmännische Buchführung und Bilanzierung anwenden.

Achtung: Kleingewerbe und Kleinunternehmer sind nicht das gleiche. Die Kleinunternehmerregelung stammt aus dem Umsatzsteuerrecht und befreit sowohl Gewerbetreibende als auch Freiberufler von der Umsatzsteuerpflicht. Somit kannst du als Kleingewerbler durchaus auch ein Kleinunternehmer sein, doch nicht jeder Kleinunternehmer hat auch ein Kleingewerbe.

➡️Kleinunternehmer Guide: Alles rund um die Kleinunternehmerregelung

Wie gründe ich ein Gewerbe?

Um ein Gewerbe zu gründen, musst du dies bei dem für dich zuständigen Gewerbeamt anmelden. Je nach Wohnort brauchst du dafür einen persönlichen Termin oder kannst dein Gewerbe online anmelden. Am besten suchst du nach dem nächsten Gewerbeamt in deiner Stadt, zum Beispiel „Gewerbeamt Berlin”, und informierst dich auf der zuständigen Seite über den konkreten Prozess.

Achtung: Bei der Wahl des zuständigen Gewerbeamtes kommt es auf die Adresse deines Firmensitzes und nicht auf deine private Anschrift an. Wenn du also zum Beispiel in Potsdam wohnst aber in Berlin ein Gewerbe betreibst, musst du dieses beim Gewerbeamt Berlin anmelden.

Für die Gewerbeanmeldung benötigst du sowohl einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, als ggf. auch weitere Dokumente wie zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis oder eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt. Welche Unterlagen für deine Anmeldung wichtig sind, kannst du auf der Seite des jeweiligen Gewerbeamtes nachlesen.

Grundsätzlich läuft die Gewerbeanmeldung in 3 Schritten ab:

  1. Du beantragst deinen Gewerbeschein 
  2. Du füllst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus
  3. Du wirst automatisch Mitglied in der IHK

1. Gewerbeschein beantragen

Um dein Gewerbe anzumelden, musst du einen Gewerbeschein beantragen. Dies ist ein Dokument, die die Gewerbeanmeldung offiziell bestätigt. Dafür musst du das allgemeine Formular zur Gewerbeanmeldung ausfüllen.

Im Anschluss informiert das Gewerbeamt das Finanzamt und die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) über deine Gewerbeanmeldung. 

➡️Hier findest du eine Schritt für Schritt Anleitung zum Ausfüllen des Anmeldeformulars

Was kostet ein Gewerbeschein?

Die Gewerbeschein Kosten variieren je nach Standort zwischen 20-70€. Wenn du deinen Gewerbeschein verloren hast, kannst du dir vom Gewerbeamt einen zweiten Gewerbeschein ausdrucken lassen. Dafür wird in der Regel erneut eine kleine Gebühr fällig.

2. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Das Finanzamt wird dich daraufhin zur Abgabe des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung auffordern. Dieses Formular kannst du aber auch bereits eigenständig ausfüllen und dir so im besten Falle ein wenig Wartezeit auf die Behörden ersparen.

➡️Hier kannst du direkt online den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen

3. Die Mitgliedschaft in der IHK

Schließlich wirst du von der zuständigen IHK kontaktiert werden mit Informationen zu deiner neuen Pflichtmitgliedschaft, die auch mit regelmäßigen Beitragszahlungen verbunden ist. 

Wie hoch die Beiträge sind, hängt von dem Standort der IHK ab. Dabei gibt es jedoch zwei Ausnahmen, in denen du von der Zahlung des Beitrags befreit bist. Das gilt für:

  • Unternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind und deren Jahresertrag unter 5.200 € liegt
  • Existenzgründer, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, sind in den ersten 2 Jahren vom Grundbeitrag und in den ersten 4 Jahren von der Umlage der IHK befreit – dabei darf der Jahresertrag im Regelfall 25.000 € nicht überschreiten

Als Mitglied in der IHK hast du einige Vorteile: Die IHK berät ihre Mitglieder kostenlos zu aktuellen Grundsatzfragen der Wirtschaftspolitik und bietet darüber hinaus verschiedene Weiterbildungsseminare an. Was die IHK sonst noch für dich tut, erfährst du auf den zuständigen Websites der jeweiligen Zweigstelle.

Die Gewerbesteuer

Wenn du ein Gewerbe betreibst, dann bist du neben der Zahlung der Einkommen- und Umsatzsteuer auch zur Abgabe der Gewerbesteuer verpflichtet.

Die Gewerbesteuer berechnet sich dabei nach dem sogenannten Hebesatz, der von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ist. Wie viel du zahlst, hängt also vom Standort deines Gewerbes ab.

Gut zu wissen: Auch bei der Gewerbesteuer gibt es einen Freibetrag. Erst, wenn du jährlich mehr als 24.500€ Gewinn verzeichnest, musst du Gewerbesteuer zahlen. 

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Ich hab mein Gewerbe angemeldet – was nun?

Glückwunsch! Jetzt bist du offiziell selbstständig und kannst dich voll und ganz deinem Gewerbe widmen. Denn mit unserer kostenlosen App kannst du direkt nach deiner Gewerbeanmeldung alle deine Steuerangelegenheiten wie ein Profi erledigen. 

Sei es das digitale Speichern von Belegen und Rechnungen mit unserer einfachen Fotoerkennung, oder aber das Einreichen von Umsatzsteuervoranmeldungen mit nur einem Klick – Accountable ist dein Begleiter bei allen Steuerfragen.

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Sophia Merzbach, creative writer und content producer
Sophia Merzbach, creative writer und content producer

Sophia liebt es zu lesen und kreative Texte zu schreiben. Sie freut sich sehr, Teil des bunten Teams von Accountable zu sein und wird langsam aber sicher zum Profi in Steuerfragen.
In ihrer Freizeit trifft man sie in der Boulderhalle, im Italienischkurs oder beim Entdecken ihrer neuen Heimat Berlin.

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