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Steuern sparen als Selbständiger durch Steuerfreibeträge

Lesezeit 4 minuten

Steuern sparen ist ganz einfach – auch als Selbständiger. Vor allem mit den sogenannten Steuerfrei- und Pauschalbeträgen, die Dein zu versteuerndes Einkommen senken. Das funktioniert so: wenn ein Steuerfreibetrag angewendet wird, führt dies dazu, dass erst der den Freibetrag überschreitende Teil besteuert wird. Beim Pauschbetrag kann ein Betrag von der Steuer abgesetzt werden, ohne dass Belege beim Finanzamt eingereicht werden müssen. Wenn es um höhere Beträge geht, dann können diese zusätzlich mit den entsprechenden Belegen abgesetzt werden.

Im Grunde behandelt der Staat alle Steuerzahler gleich, unabhängig davon wie das Geld erwirtschaftet worden ist. Das erzielte Einkommen wird als Grundlage für die Steuerberechnung herangezogen. Dennoch gibt es verschiedene Freibeträge, die je nach persönlicher oder beruflicher Situation angewendet werden können und somit zu einer steuerlichen Entlastung führen bzw. zum Wegfall der Steuerpflicht. Dieser Artikel möchte Dir einen Überblick über all wichtigen Freibetragsarten für Selbständige verschaffen und kurz darauf eingehen, wie hoch der jeweilige Freibetrag ist und wann dieser genutzt werden kann.

Einkommen ohne Steuern zu zahlen? Der Grundfreibetrag macht es möglich!

Der aktuelle Grundfreibetrag nach § 32a Abs. 1.1 EStG liegt bei 9.408 Euro für Ledige und bei 18.816 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare. Der Grundfreibetrag stellt auch gleichzeitig das Existenzminimum dar. Bis zu diesem Einkommen fallen keine Steuern an. Dieser Freibetrag steht jedem Steuerzahler, unabhängig von der Beschäftigungsform, zu.

💡 Accountable-Tipp: Grundfreibetrag sagt Dir nichts? Keine Sorge, schlage Die wichtigsten Steuern einfach in unserem Steuer 1×1 nach.

 

Nur für Gewerbetreibende: der Gewerbesteuerfreibetrag

Selbständige Personen oder Personengesellschaften, die ein Gewerbe betreiben steht, ein Freibetrag von 24.500 Euro zu (§ 11 Absatz 1 Satz 3 GewStG). Dies trifft auf alle Selbständigen zu, die gewerbesteuerpflichtig sind. Erst ab einem Gewinn von 24.500 Euro pro Kalenderjahr werden Steuern fällig. Sonstige juristische Personen und nicht- rechtsfähige Vereine, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhalten, steht ein Freibetrag von 5.000 Euro zu. Kapitalgesellschaften können hingegen keinen Gewerbesteuerfreibetrag in Anspruch nehmen.

 

Liegt Dein Umsatz unter 22k? Check den Umsatzsteuerfreibetrag (§ 19 UStG)

Normalerweise musst Du als Unternehmer auf Deine Waren und Dienstleistungen zwischen 7% und 19% (aktuell sind die Steuersätze aufgrund der Corona-Pandemie auf 5% und 16% bis Ende 2020 gesenkt worden) Umsatzsteuer erheben. Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchssteuer, die Deine Kunden beim Kauf von Produkten oder bei Services zahlen müssen, wenn Du umsatzsteuerpflichtig bist. Du zahlst die Umsatzsteuer also nicht aus eigener Tasche, sondern es wird Dein Entgelt besteuert. 

Du kannst als Kleinunternehmer von dieser monatlichen Berechnung befreit werden. Voraussetzung ist hierfür, dass Dein Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr unter 22.000 Euro liegt und im laufenden Jahr nicht über 50.000 Euro liegen wird. Dann brauchst Du auf Deine Rechnungen keine Mehrwertsteuer ausweisen, kannst aber im Gegenzug keine Vorsteuer abziehen. Die Kleinunternehmerregelung ist von Vorteil, wenn Du überwiegend private Kunden hast, die keine Möglichkeit haben sich die Steuern zurückzuholen. Wenn Du überwiegend Geschäftskunden hast, die vorsteuerabzugsberechtigt sind und nur auf den Nettopreis ohne Steuer achten, könntest Du im Nachteil sein.

💡 Accountable-Tipp: Lohnt es sich für Dich die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen?

 

Steuern und Kinder: die wichtigsten Beträge für Eltern

Den Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG) erhält jedes Elternpaar sowie alle Alleinerziehenden unabhängig von der beruflichen Stellung. Somit profitieren Angestellte und Selbständige von diesem Freibetrag für Kinder, der das Existenzminimum eines Kindes abdecken soll. Mit der Abgabe der Anlage Kind ermittelt das Finanzamt durch die Günstigerprüfung, ob der Kinderfreibetrag für Dich steuerlich vorteilhafter ausfällt als die Kindergeldzahlungen. Aktuell liegt der Freibetrag bei 7.812 Euro.

Wenn Du alleinerziehend bist, kannst Du zusätzlich bis zu 1908 Euro von Deinen Einkünften abziehen und somit weniger Steuern zahlen. Dieser Betrag nennt sich Alleinerziehendenentlastungsbetrag (§ 24bEStG).

Wenn Deine Kinder volljährig sind und eine Ausbildung oder ein Studium beginnen und nicht mehr bei Dir zu Hause wohnen, kannst Du den Ausbildungsfreibetrag ( § 33a Abs. 2 EStG) erhalten. Dieser beträgt pro Kalenderjahr 924 Euro.

 

Für Erträge aus Kapitalanlagen: der Sparerpauschbetrag (§ 20 Absatz 9 EStG)

Dieser Freibetrag steht jedem zu, der Erträge aus Kapitalanlagen (z.B. Zinsen auf ein Sparbuch, Dividenden aus Aktienanteilen) erhält. Der Freibetrag beträgt pro Person 801 Euro und bei Ehepaaren das doppelte. Auch Kinder erhalten diesen Freibetrag. Erhältst Du mehr Erträge als Dir an Freibetrag zusteht, so werden diese mit 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, sofern diese gezahlt wird, besteuert. Um den Freibetrag zu erhalten ist ein Auftrag bei der Bank erforderlich.

 

So kannst Du Dich sozial engagieren und Steuern sparen

Wenn Du Dich in einer gemeinnützigen Organisation oder Verein z.B. als Trainer einer Jugendmannschaft, engagierst kannst Du bis zu 2.400 Euro steuerfrei dazuverdienen. Voraussetzung ist, dass Deine Tätigkeit im Verein deutlich weniger Zeit in Anspruch nimmt als Deine selbständige Tätigkeit (Übungsleiterfreibetrag). Bist Du im Verein oder einer gemein- oder mildtätigen Organisation als Vorstand tätig oder übernimmst eine Aufgabe in der Verwaltung, so kannst Du eine Ehrenamtspauschale in Höhe von 720 Euro in Anspruch nehmen. Die hier genannten Freibeträge- und pauschalen sind im Sinne des Steuerrechts kein Einkommen, sondern werden als Aufwandsentschädigung betrachtet.

 

Betriebsaugabenpauschale statt Belege sammeln

Für einige selbständige Tätigkeiten kann man anstelle der aufgetretenen Kosten eine Betriebskostenpauschale ansetzen. Somit entfällt die zeitaufwendige Sammelei aller Belege, um die Ausgaben nachzuweisen. Folgende Tätigkeiten können von dieser Regelung profitieren:

  • Hauptberuflich selbständige Schriftsteller oder Journalisten (2455 Euro)
  • Nebenberufliche Tätigkeiten wie Wissenschaftliche, künstlerische oder Schriftstellerische und nebenamtliche Lehr- und Prüfungstätigkeit (614 Euro
  • Vollzeit als Hebamme (1535 Euro)
  • Vollzeit als Tagesmutter (300 Euro pro Monat und Kind)

 

Steuerfrei bei vorweggenommener Erbschaft oder Schenkung?

Eine weitere Möglichkeit Freibeträge zu nutzen ist die Möglichkeit im Wege einer vorweggenommenen Erbschaft oder Schenkung (§ 16 ErbStG). Wie viel Du steuerfrei erhalten kannst, hängt jedoch vom Verwandtschaftsgrad ab. Wichtig: Bitte nicht vergessen die Angaben in Deiner Steuererklärung anzugeben!

 

Selbständig mit Behinderung? Nutze den Behinderten-Pauschbetrag (§ 33 EStG)

Die hier angegebenen Pauschbeträge werden ohne einen zusätzlichen Nachweis anerkannt.

Wenn Du als Selbstständiger behindert bist, so kannst Du weitere Pauschalen nutzen. Die Höhe der Pauschale ist abhängig vom anerkannten Behinderungsgrad. 

 

Firmenverkauf geplant? Freibeträge für über 55-Jährige!

Als Selbständiger kann es durchaus passieren, dass Du Deine Firma verkaufen möchtest oder ein Angebot für den Kauf erhältst. Vielleicht möchtest Du ein anderes Projekt starten oder etwas ganz anderes machen. Wenn Du zum Zeitpunkt des Verkaufs über 55 Jahre alt bist, kannst Du von dem Freibetrag für Veräußerungsgewinne (§ 16 Abs. 4 EStG)profitieren. Der Freibetrag beträgt bis zu 45.000 Euro und reduziert Deine Steuerzahlung. Ab einem Verkaufserlös von 136.000 Euro reduziert sich Dein Steuervorteil entsprechend, sodass ab einem Verkaufsgewinn von 181.000 Euro nichts mehr von diesem Freibetrag übrig bleibt .

💡 Accountable-Tipp: Motiviert noch mehr Steuern zu sparen? Weitere Steuertipps haben wir hier für Dich.

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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