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Handwerkerrechnung schreiben: Das solltest du als Selbststände:r wissen

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: August 6, 2026

Lesezeit: 6 Minuten

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Wenn du im Handwerk arbeitest, gehört das Schreiben von Rechnungen zum Alltag. Trotzdem sind viele Selbstständige unsicher: Welche Pflichtangaben muss eine Handwerkerrechnung enthalten? Wie kannst du Arbeitsstunden und Material korrekt ausweisen? Und welche Regeln gelten, wenn du für Privatkund:innen statt für Unternehmen arbeitest?

In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du eine Handwerkerrechnung richtig erstellst. Wir zeigen dir die wichtigsten Pflichtangaben, typische Kostenpositionen und eine Muster-Handwerkerrechnung, an der du dich orientieren kannst.

Handwerkerrechnung schreiben – kurz zusammengefasst

  • Eine Handwerkerrechnung muss bestimmte Pflichtangaben enthalten, zum Beispiel Rechnungsnummer, Leistungsdatum und eine genaue Beschreibung der Arbeit.
  • Arbeitsstunden, Materialkosten und zusätzliche Leistungen solltest du klar und nachvollziehbar getrennt aufführen.
  • Für Privatkund:innen gelten teilweise besondere Regeln, etwa die zweijährige Aufbewahrungspflicht der Rechnung.
  • Mit modernen Software-Lösungen kannst du Rechnungen im Handwerk schneller erstellen, Fehler vermeiden und deine Buchhaltung deutlich vereinfachen.

Wie muss eine Handwerkerrechnung aussehen?

Eine Handwerkerrechnung muss klar aufgebaut und vollständig sein, damit sie steuerlich anerkannt wird und Kund:innen die Kosten nachvollziehen können. In Deutschland gelten dafür bestimmte gesetzliche Vorgaben. Vor allem das Umsatzsteuergesetz (§14 UStG) schreibt vor, welche Informationen auf einer Rechnung stehen müssen.

Für dich als Handwerker:in bedeutet das: Jede Rechnung sollte übersichtlich strukturiert, eindeutig formuliert und vollständig sein. Nur so vermeidest du Stress mit Kund:innen oder Probleme bei einer möglichen Prüfung durch das Finanzamt.

Diese Pflichtangaben muss jede Handwerkerrechnung enthalten

Damit deine Rechnung rechtlich gültig ist, müssen mehrere Pflichtangaben enthalten sein. Diese Angaben gelten für fast alle Rechnungen, egal ob du für Privatkund:innen oder für Unternehmen arbeitest.

Zu den wichtigsten Pflichtangaben gehören:

  • Name und Anschrift deines Unternehmens
  • Name und Anschrift der Kund:innen
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Rechnungsnummer (fortlaufend und eindeutig)
  • Rechnungsdatum
  • Leistungsdatum oder Zeitraum der Leistung
  • genaue Beschreibung der ausgeführten Arbeiten
  • Nettobetrag, Umsatzsteuer und Gesamtbetrag
  • vereinbartes Zahlungsziel

➡️Rechnung schreiben als Selbstständiger Schritt für Schritt – mit Vorlage

“Gerade die Leistungsbeschreibung ist im Handwerk besonders wichtig. Statt nur „Reparaturarbeiten“ zu schreiben, solltest du möglichst konkret formulieren – zum Beispiel: „Austausch eines Wasserhahns inklusive Material und Montage“.

Tino Keller - Gründer, CMO & Geschäftsführer Deutschland

tino author

Was muss auf einer Handwerkerrechnung einzeln ausgewiesen sein?

Damit deine Handwerkerrechnung für Kund:innen und Finanzamt verständlich bleibt, solltest du die einzelnen Kostenpositionen klar voneinander trennen. Besonders wichtig ist es, Arbeitsleistung, Material und zusätzliche Kosten separat aufzuführen.

Arbeitsstunden auf der Handwerkerrechnung richtig angeben

In vielen Handwerksbetrieben bilden Arbeitsstunden den größten Teil der Rechnung. Deshalb solltest du sie möglichst klar darstellen. Am besten gibst du an:

  • welche Tätigkeit durchgeführt wurde
  • wie viele Stunden gearbeitet wurden
  • welcher Stundensatz gilt

Ein Beispiel:

LeistungStundenPreis
Installation neuer Steckdosen2 Stunden120 €
Austausch Lichtschalter1 Stunde60 €

Diese Aufstellung zeigt sofort, welche Arbeiten erledigt wurden und wie sich der Preis zusammensetzt.

Materialkosten korrekt aufführen

Neben den Arbeitsstunden gehören auch Materialkosten auf die Handwerkerrechnung. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Kabel, Schrauben oder Dübel
  • Farben oder Lacke
  • Ersatzteile oder Bauelemente
  • Sanitär- oder Elektromaterial

Wichtig ist, dass du die Posten möglichst konkret benennst, statt nur pauschal „Materialkosten“ zu schreiben. Dadurch sehen Kund:innen genau, welche Materialien für den Auftrag verwendet wurden.

Weitere typische Kosten im Handwerk

Je nach Auftrag können zusätzlich weitere Kosten auf einer Rechnung im Handwerk auftauchen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Anfahrt oder Fahrtkosten 
  • Maschinen- oder Geräteeinsatz
  • Entsorgung von Altmaterial
  • Kleinmaterial oder Verbrauchsmaterial

💡 Tipp: Fahrtkosten solltest du im Viertelstundentakt abrechnen, das Aufrunden auf volle Stunden ist nicht erlaubt.

➡️Fixkosten berechnen: So behältst du die Kontrolle über deine Finanzen

Gibt es Unterschiede zwischen Rechnungen für Privatkund:innen und Geschäftskund:innen?

Grundsätzlich gelten für jede Handwerkerrechnung dieselben Pflichtangaben. Trotzdem gibt es einige Unterschiede, je nachdem ob du deine Rechnung an Privatkund:innen oder an Unternehmen stellst. 

Handwerkerrechnung an Privatpersonen

Wenn du eine Rechnung an Privatkund:innen stellst, gibt es eine Besonderheit: Die Rechnung muss einen Hinweis auf die gesetzliche Aufbewahrungspflicht enthalten. Nach §14b Umsatzsteuergesetz müssen Privatkund:innen Handwerkerrechnungen zwei Jahre lang aufbewahren.

Der Hinweis kann zum Beispiel so formuliert sein:

„Diese Rechnung ist gemäß §14b UStG zwei Jahre aufzubewahren.“

Für viele Privatkund:innen ist außerdem wichtig, dass Arbeitskosten separat ausgewiesen werden. Denn nur die Lohnkosten für Handwerkerleistungen können später in der Steuererklärung geltend gemacht werden – etwa bei Renovierungen oder Reparaturen im Haushalt.

➡️Mehrwertsteuer oder Umsatzsteuer – was ist der Unterschied?

Handwerkerrechnung an Unternehmen

Stellst du deine Rechnung im Handwerk an ein Unternehmen, spielen vor allem steuerliche Aspekte eine größere Rolle. Geschäftskund:innen können die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen, wenn alle Pflichtangaben auf der Rechnung korrekt enthalten sind.

Deshalb achten Unternehmen besonders darauf, dass:

  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID angegeben sind
  • Leistungsdatum und Rechnungsdatum korrekt ausgewiesen werden
  • die Umsatzsteuer separat aufgeführt ist

Fehlt eine dieser Angaben, kann dein Geschäftskunde unter Umständen keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Deshalb lohnt es sich, bei Rechnungen an Unternehmen besonders sorgfältig zu arbeiten.

Wie funktioniert die Abrechnung bei laufenden Handwerksprojekten?

Nicht jeder Auftrag ist nach einem einzigen Arbeitstag abgeschlossen. Gerade bei größeren Renovierungen, Bauprojekten oder Installationen arbeiten Handwerker:innen oft über mehrere Wochen oder Monate an einem Projekt. In solchen Fällen stellst du die Rechnung meist nicht erst am Ende, sondern stellst während des Projekts mehrere Rechnungen für einzelne Projektphasen.

So stellst du sicher, dass bereits erbrachte Leistungen regelmäßig bezahlt werden und du deine Liquidität während des Projekts im Blick behältst. Im Handwerk haben sich dafür vor allem Abschlagsrechnungen und Teilrechnungen etabliert.

Abschlagsrechnung 

Eine Abschlagsrechnung stellst du während eines laufenden Projekts für Leistungen, die bereits erbracht wurden. Kund:innen zahlen also einen Teilbetrag, obwohl das gesamte Projekt noch nicht abgeschlossen ist.

Typische Beispiele sind:

  • Bau- oder Renovierungsarbeiten über mehrere Wochen
  • größere Installationsprojekte, etwa Heizungs- oder Elektroarbeiten
  • umfangreiche Sanierungen

In der Schlussrechnung werden alle bereits gestellten Abschlagsrechnungen aufgeführt und vom Gesamtbetrag abgezogen.

Wie du mit Accountable eine professionelle Abschlagsrechnung korrekt erstellst, verraten wir dir im Video:

Teilrechnung

Neben Abschlagsrechnungen gibt es auch Teilrechnungen. Sie werden für abgeschlossene Teilleistungen gestellt, die unabhängig voneinander abgerechnet werden können.

Zum Beispiel:

  • Teilrechnung für Elektroinstallation im Erdgeschoss
  • Teilrechnung für Elektroinstallation im Obergeschoss

Die Schlussrechnung fasst am Ende alle Leistungen zusammen und berücksichtigt bereits gezahlte Beträge. Damit ist auf einen Blick klar, welche Leistungen berechnet wurden und welche Kosten noch offen sind.

Wann verjährt eine Handwerkerrechnung?

Auch für Handwerkerrechnungen gelten gesetzliche Verjährungsfristen. In der Regel beträgt die Frist drei Jahre (§195 BGB). Danach kannst du eine offene Forderung rechtlich meist nicht mehr durchsetzen.

Wichtig: Die Frist beginnt nicht mit dem Rechnungsdatum, sondern immer am Ende des Kalenderjahres, in dem die Leistung erbracht wurde.

Beispiel:

  • Leistung erbracht: Mai 2026
  • Rechnung gestellt: Juni 2026

Die Verjährung beginnt am 31.12.2026 und endet am 31.12.2029.

Auch wenn die Frist relativ lang ist, solltest du deine Handwerkerrechnung möglichst zeitnah nach der Leistung stellen. So kommst du auch du schneller an dein Geld.

Wie sieht eine Muster-Handwerkerrechnung aus?

Die folgende Muster-Handwerkerrechnung zeigt den typischen Aufbau einer Rechnung im Handwerk. Wichtig ist, dass alle Pflichtangaben enthalten sind und die Leistungen klar aufgeführt werden.

Beispiel für eine Handwerkerrechnung

Elektro Müller GmbH
Musterstraße 12
12345 Berlin

Rechnung an:
Max Mustermann
Beispielweg 8
12345 Berlin

Rechnungsnummer: 2025-015
Rechnungsdatum: 10.03.2025
Leistungsdatum: 08.03.2025

LeistungMengeEinzelpreisGesamt
Installation Steckdose2 Stunden60 €120 €
Austausch Lichtschalter1 Stunde60 €60 €
Steckdosen (Material)3 Stück8 €24 €

Zwischensumme (netto): 204 €
Umsatzsteuer (19 %): 38,76 €

Gesamtbetrag: 242,76 €

Zahlungsziel: Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag innerhalb von 14 Tagen ohne Abzug.

Wann wird die E-Rechnung für Handwerker wichtig?

Die E-Rechnung (elektronische Rechnung) wird für viele Betriebe im Handwerk zunehmend relevant. Hintergrund ist eine gesetzliche Änderung: Seit 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Eine E-Rechnung ist dabei keine einfache PDF-Datei, sondern ein strukturiertes Datenformat (XRechnung oder ZUGFeRD). 

Gerade bei Aufträgen für größere Firmen kann es daher immer häufiger vorkommen, dass eine E-Rechnung verlangt wird. Diese Dateien können von Buchhaltungs- und ERP-Systemen automatisch ausgelesen und verarbeitet werden.

Achtung: Bei Aufträgen für öffentliche Auftraggeber gilt die E-Rechnung bereits verpflichtend. Rechnungen müssen hier in der Regel im XRechnungs-Format via Peppol eingereicht werden.

Warum erleichtert eine Software das Schreiben von Handwerkerrechnungen?

Du kennst das sicherlich: Wenn man selbst die Rechnungen schreiben muss, bleibt dafür nur wenig Zeit – zum Beispiel am Wochenende, nach einem Kundentermin oder zwischen zwei Baustellen. Bei der händischen Erstellung in Word oder Excel, können schnell Fehler bei Beträgen, Rechnungsnummern oder Pflichtangaben entstehen.

Eine passende Software hilft dir, Handwerkerrechnungen schneller und strukturierter zu erstellen. Viele Schritte laufen automatisch im Hintergrund.

Typische Vorteile sind:

  • automatische Rechnungsnummern
  • Vorlagen für Rechnungen im Handwerk
  • automatische Berechnung von Netto-, Steuer- und Gesamtbetrag
  • einfache Erfassung von Arbeitsstunden und Materialkosten
  • digitale Archivierung für deine Buchhaltung
  • Unterstützung für E-Rechnungen und digitale Rechnungsformate

Wie Accountable dich beim Schreiben von Rechnungen unterstützt

Mit Accountable kannst du Rechnungen schnell erstellen und direkt mit deiner Buchhaltung verbinden. Du erfasst Leistungen, Material und Beträge in wenigen Schritten – die Software berechnet Steuern automatisch und speichert die Rechnung digital.

Der Vorteil: Deine Rechnungen werden direkt in deiner laufenden Buchhaltung erfasst. So behältst du den Überblick über deine Einnahmen und kannst deine Unterlagen später einfach für Steuererklärung oder Einnahmenüberschussrechnung nutzen.

➡️Top 5 Alternativen zu Lexoffice: Welche Buchhaltungssoftware passt wirklich zu dir?

Fazit: So erstellst du eine korrekte Handwerkerrechnung

Eine korrekt aufgebaute Handwerkerrechnung ist nicht nur wichtig für deine Kund:innen, sondern auch für deine eigene Buchhaltung. Wenn alle Pflichtangaben enthalten sind und Arbeitsstunden, Material und Zusatzkosten transparent ausgewiesen werden, lassen sich Rechnungen leicht nachvollziehen und schneller bezahlen.

Besonders bei größeren Projekten helfen Abschlags- oder Teilrechnungen, den Zahlungsfluss während der Arbeiten sicherzustellen. Gleichzeitig solltest du darauf achten, Rechnungen möglichst zeitnah nach Abschluss der Arbeiten zu stellen, damit deine Buchhaltung aktuell bleibt.

💡  Teste jetzt Accountable 14 Tage kostenlos. Mit unserer Lösung erledigst du Buchhaltung, Rechnungen, Banking und Steuererklärungen selbst und brauchst keine Steuerkenntnisse oder lange Einarbeitung!

Häufige Fragen zur Handwerkerrechnung

Wie lange hat ein Handwerker Zeit, eine Rechnung zu stellen?

Grundsätzlich kannst du eine Rechnung auch später noch stellen. Deine Forderung verjährt jedoch in der Regel nach drei Jahren (§195 BGB). Die Frist beginnt immer am Ende des Kalenderjahres, in dem die Leistung erbracht wurde.

Muss ich Arbeitsstunden und Material getrennt auf der Handwerkerrechnung ausweisen?

Es ist nicht immer gesetzlich vorgeschrieben, aber in der Praxis sehr empfehlenswert. Eine getrennte Auflistung sorgt für mehr Transparenz und hilft Kund:innen, die Rechnung besser nachzuvollziehen. Privatkund:innen können außerdem häufig die Lohnkosten steuerlich geltend machen.

Darf ich zusätzliche Kosten einfach auf der Rechnung ergänzen?

Nein, grundsätzlich solltest du nur Leistungen abrechnen, die vereinbart wurden – etwa im Angebot oder Kostenvoranschlag. Zusätzliche Arbeiten gelten als Nachtragsleistungen und sollten vorher mit den Kund:innen abgestimmt werden. Rechtlich basiert ein Handwerksauftrag meist auf einem Werkvertrag nach §631 BGB.

Können Handwerker:innen auch ohne Rechnung arbeiten?

Nein. Wenn du professionell als Handwerker:in arbeitest, solltest du immer eine Rechnung ausstellen und deine Tätigkeit offiziell anmelden. In der Regel gehört dazu auch eine Gewerbeanmeldung, bevor du Aufträge annimmst. Arbeitest du ohne Rechnung, gilt das als Schwarzarbeit. Wenn das Finanzamt davon erfährt, kann das teure Konsequenzen haben – zum Beispiel Steuernachzahlungen, Bußgelder oder eine Strafanzeige.

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Autor:in - Sophia Merzbach

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