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Du bekommst von TikTok nur noch einen Zahlungsbeleg statt einer vollständigen Rechnung? Für deine Buchhaltung kann das schnell zum Problem werden. Denn oft fehlen wichtige Angaben wie Leistungsempfänger, Leistungszeitraum oder USt-ID. Damit du bei Rückfragen des Finanzamts gut vorbereitet bist, kannst du für deine eigene Buchhaltung eine Proforma-Rechnung als Eigenbeleg erstellen. Wir erklären, was du dabei beachten musst.
TikTok Einnahmen verbuchen – kurz zusammengefasst
TikTok stellt Creator:innen oft nur einen Zahlungsbeleg bereit. Für die Buchhaltung fehlen darauf häufig wichtige Pflichtangaben.
Mit einer Proforma-Rechnung als Eigenbeleg ergänzt du diese Informationen und machst deine Einnahmen nachvollziehbar.
Häufig handelt es sich um eine B2B-Leistung an eine TikTok-Gesellschaft im Ausland. Prüfe deshalb immer, welche Gesellschaft im Beleg steht.
Du weist dann keine deutsche Umsatzsteuer aus. Einkommensteuer fällt auf deinen Gewinn aber trotzdem an.
Warum reicht der TikTok-Zahlungsbeleg oft nicht aus?
Ein Zahlungsbeleg von TikTok zeigt vor allem, dass du eine Auszahlung erhalten hast. Für deine Buchhaltung reicht das aber oft nicht aus. Denn das Finanzamt möchte im Zweifel nachvollziehen können, woher die Einnahme stammt, welche Leistung du erbracht hast und warum keine deutsche Umsatzsteuer berechnet wurde.
Genau hier entstehen bei TikTok häufig Lücken. Auf dem Zahlungsbeleg stehen zwar Betrag und Auszahlungsdatum, aber oft fehlen wichtige Angaben wie der vollständige Leistungsempfänger, der genaue Leistungszeitraum, eine klare Leistungsbeschreibung oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer von TikTok.
Für dich als Creator:in ist das riskant. Wenn der Beleg nicht eindeutig zeigt, dass es sich um eine Leistung an ein Unternehmen im EU-Ausland handelt, kann das Finanzamt deine Einnahmen falsch einordnen. Im schlimmsten Fall wird angenommen, dass du auf deine TikTok-Einnahmen deutsche Umsatzsteuer hättest berechnen müssen.
Deshalb solltest du den Zahlungsbeleg nicht einfach nur ablegen. Besser ist es, ihn mit einer Proforma-Rechnung als Eigenbeleg zu ergänzen. So dokumentierst du sauber, welche TikTok-Einnahmen du erhalten hast und wie sie steuerlich einzuordnen sind.
Warum fällt bei TikTok Irland meist keine deutsche Umsatzsteuer an?
Bei TikTok-Einnahmen kommt es nicht nur darauf an, dass du Geld bekommst. Entscheidend ist vor allem, an wen du deine Leistung erbringst. Bei Creator Rewards oder LIVE Rewards ist das nicht, wie häufig vermutet, dein Publikum, sondern TikTok selbst – und für in der EU ansässige Creator:innen handelt es sich dabei in der Regel um die in Irland registrierte TikTok Technology Limited.
Umsatzsteuerlich ist das wichtig, weil bei Leistungen zwischen Unternehmen oft die sogenannte B2B-Regel gilt. B2B bedeutet „Business to Business“, also eine Leistung von einem Unternehmen an ein anderes Unternehmen. Nach § 3a Abs. 2 UStG liegt der Leistungsort dann grundsätzlich dort, wo der Leistungsempfänger sitzt.
Wenn TikTok Irland dein Leistungsempfänger ist, liegt der Leistungsort in der Regel nicht in Deutschland, sondern in Irland. Deshalb berechnest du auf diese Einnahmen normalerweise keine deutsche Umsatzsteuer. Stattdessen greift häufig das Reverse-Charge-Verfahren.
Reverse Charge bedeutet: Nicht du führst die Umsatzsteuer ab, sondern der Leistungsempfänger schuldet sie in seinem Land. Auf deiner Proforma-Rechnung steht deshalb kein deutscher Umsatzsteuerbetrag, sondern ein Hinweis wie: „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“.
Wichtig ist aber: Diese Einordnung funktioniert nur, wenn du die TikTok-Gesellschaft tatsächlich als Unternehmen im EU-Ausland dokumentieren kannst. Steht auf deinem Beleg dagegen eine UK-Gesellschaft oder eine andere Gesellschaft außerhalb der EU, kann die Einnahme zwar ebenfalls ohne deutsche Umsatzsteuer verbucht werden. Dann gelten aber andere Regeln.
Warum solltest du eine Proforma-Rechnung schreiben?
Eine Proforma-Rechnung ist in diesem Fall keine klassische Rechnung, die du an TikTok schickst. (Was du sowieso nicht tun solltest.) Sie ist vor allem ein interner Eigenbeleg für deine Buchhaltung. Damit ergänzt du den TikTok-Zahlungsbeleg um alle Informationen für die steuerliche Einordnung:
Welche Leistung wurde erbracht?
Für welchen Zeitraum?
An welche TikTok-Gesellschaft?
Und warum wurde keine deutsche Umsatzsteuer ausgewiesen?
Wichtig ist: Die Proforma-Rechnung erzeugt keine neue Forderung gegenüber TikTok. Du forderst also kein Geld an, sondern dokumentierst eine bereits erhaltene Auszahlung. Deshalb sollte auf dem Dokument deutlich stehen: „Nur für Buchhaltungszwecke – keine Zahlungsaufforderung“.
Am besten speicherst du die Proforma-Rechnung zusammen mit dem TikTok-Zahlungsbeleg, einem Screenshot oder Export aus deinem TikTok-Dashboard und dem passenden Bank- oder PayPal-Auszug. So entsteht eine saubere Belegkette, die deine Einnahmen nachvollziehbar macht. Beachte dabei auch die Aufbewahrungsfristen für deine Unterlagen.
Welche Angaben gehören auf die Proforma-Rechnung für TikTok?
Damit deine Proforma-Rechnung als Eigenbeleg hilfreich ist, sollte sie möglichst vollständig sein. Sie muss vor allem erklären, welcher TikTok-Zahlungseingang dahintersteht und warum du diesen Umsatz ohne deutsche Umsatzsteuer verbuchst.
Diese Angaben solltest du aufnehmen:
Belegart: Proforma-Rechnung / Eigenbeleg für Buchhaltungszwecke
Eigene Daten: Name, Anschrift, Steuernummer oder USt-ID
TikTok-Daten: exakte TikTok-Gesellschaft laut Zahlungsbeleg, Self-Billing-Dokument oder Steuerbereich, inklusive Anschrift und ggf. VAT-ID
Belegnummer: eine eindeutige interne Nummer
Belegdatum: Datum, an dem du den Eigenbeleg erstellst
Leistungszeitraum: z. B. ein bestimmter Monat
Leistungsbeschreibung: z. B. Creator Rewards oder TikTok LIVE Rewards
Betrag: Auszahlungsbetrag laut TikTok-Zahlungsbeleg
Steuerhinweis: Reverse Charge / Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers
Anlagen: TikTok-Zahlungsbeleg, Dashboard-Screenshot und Bankauszug
“Achte besonders auf die TikTok-Unternehmensdaten. Trage nicht automatisch „TikTok Irland“ ein, sondern nutze die Angaben aus deinem Account, Zahlungsbeleg, Self-Billing-Dokument oder Steuerbereich. Nur so kannst du später nachvollziehbar zeigen, welche TikTok-Gesellschaft dein Leistungsempfänger war und welche Modalitäten bei der Umsatzsteuer gelten.”
Muster: Proforma-Rechnung für TikTok Creator Rewards
So kann eine Proforma-Rechnung als Eigenbeleg aussehen. Passe die Angaben immer an deine tatsächlichen TikTok-Daten, deinen Zahlungsbeleg und deinen Abrechnungszeitraum an.
TikTok-Einnahmen aus Creator Rewards oder LIVE Rewards sind für dich grundsätzlich betriebliche Einnahmen. Du solltest sie deshalb sauber in deiner Buchhaltung erfassen. Entscheidend ist dabei, ob du regelbesteuert bist oder die Kleinunternehmerregelung nutzt.
Wenn du der Regelbesteuerung unterliegst, hängt die richtige Buchung davon ab, welche TikTok-Gesellschaft im Beleg steht. Bei einer irischen EU-Gesellschaft buchst du die Einnahme in der Regel als sonstige Leistung an ein Unternehmen im EU-Ausland. Bei einer UK- oder Drittlands-Gesellschaft kommt dagegen ein anderes Erlöskonto infrage.
Eine typische Buchung kann so aussehen:
Fall
SKR03
SKR04
EU-B2B-Leistung, z. B. an eine irische TikTok-Gesellschaft
1200 Bank an 8336 EU-RC-Erlöse
1800 Bank an 4336 EU-RC-Erlöse
Drittlandsleistung, z. B. an eine UK-TikTok-Gesellschaft
1200 Bank an 8338 Drittlands-Erlöse
1800 Bank an 4338 Drittlands-Erlöse
Separat belegte ausländische Plattform- oder Zahlungsgebühr
3125 Fremdleistungen § 13b
5925 Fremdleistungen § 13b
Wenn du deine Gewinne per Einnahmenüberschussrechnung ermittelst, zählt grundsätzlich der Zahlungseingang. Nutze für die Buchung aber nicht nur geschätzte Rewards, sondern möglichst den finalen Monatsbetrag, die Transaktionshistorie und den tatsächlichen Auszahlungsbeleg. Falls TikTok Beträge in USD, GBP oder anderen Währungen ausweist, dokumentiere zusätzlich den verwendeten Wechselkurs.
Zusätzlich solltest du prüfen, ob der Umsatz in deiner Umsatzsteuer-Voranmeldung und in der Zusammenfassenden Meldung auftauchen muss. Die Zusammenfassende Meldung, kurz ZM, betrifft bestimmte EU-B2B-Umsätze. Steht auf deinem Beleg eine UK- oder Drittlands-Gesellschaft, gelten andere Melde- und Kontierungsregeln.
💡 Tipp: Buche niemals sowohl den TikTok-Zahlungsbeleg als auch die Proforma-Rechnung als getrennte Einnahmen. Die Proforma-Rechnung ergänzt nur den fehlenden Beleg. Sie erzeugt keinen zweiten Umsatz.
Was gilt für Kleinunternehmer:innen bei TikTok-Einnahmen?
Auch als Kleinunternehmer:in musst du deine TikTok-Einnahmen erfassen. Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG bedeutet nur, dass du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweist und keinen Vorsteuerabzug hast. Die Einnahmen selbst bleiben steuerlich relevant.
Bei TikTok Irland kommt noch ein zweiter Punkt dazu: Die fehlende deutsche Umsatzsteuer ergibt sich nicht nur aus der Kleinunternehmerregelung, sondern häufig auch aus dem Leistungsort im EU-Ausland. Deshalb solltest du besonders sauber dokumentieren, dass TikTok als Unternehmen in Irland dein Leistungsempfänger ist.
Prüfe außerdem, ob du für diese EU-B2B-Leistung eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer brauchst und ob eine Zusammenfassende Meldung nötig ist. Das kann auch dann relevant werden, wenn du im Inland als Kleinunternehmer:in keine Umsatzsteuer berechnest.
💡 Tipp: Schreibe auf deinen Eigenbeleg nicht nur „Kleinunternehmerregelung“. Ergänze bei TikTok Irland auch den Hinweis auf Reverse Charge, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. So bleibt klar, warum auf diese Einnahme keine deutsche Umsatzsteuer anfällt.
Fazit: Mit Eigenbeleg bleiben deine TikTok-Einnahmen nachvollziehbar
Wenn TikTok dir nur noch einen Zahlungsbeleg bereitstellt, solltest du deine Einnahmen nicht einfach kommentarlos verbuchen. Der Beleg zeigt zwar den Geldfluss, erklärt aber oft nicht, welche Leistung dahintersteht und warum du keine deutsche Umsatzsteuer berechnest.
Mit einer Proforma-Rechnung als Eigenbeleg schließt du diese Lücke. Du dokumentierst den Leistungsempfänger, den Zeitraum, den Betrag und den Reverse-Charge-Hinweis. So kannst du deine TikTok Creator Rewards oder LIVE Rewards sauber ablegen und bei Rückfragen des Finanzamts besser erklären.
Deine TikTok-Einnahmen bleiben trotzdem steuerpflichtige Betriebseinnahmen. Der Eigenbeleg sorgt nur dafür, dass die Umsatzsteuerbehandlung klar und nachvollziehbar bleibt.
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FAQ: Häufige Fragen zu TikTok-Einnahmen und Proforma-Rechnung
Muss ich TikTok die Proforma-Rechnung schicken?
Nein, in der Regel musst du die Proforma-Rechnung nicht an TikTok schicken. Sie dient vor allem deiner eigenen Buchhaltung und ergänzt den Zahlungsbeleg, den du von TikTok erhältst.
Wichtig ist, dass du den Eigenbeleg zusammen mit dem TikTok-Zahlungsbeleg, deinem Dashboard-Export und dem passenden Bankauszug speicherst. So kannst du später nachvollziehbar zeigen, woher die Einnahme stammt.
Muss ich TikTok-Einnahmen versteuern?
Ja, deine TikTok-Einnahmen sind grundsätzlich betriebliche Einnahmen. Sie gehören also in deine Buchhaltung und später in deine Steuererklärung, zum Beispiel über die Einnahmenüberschussrechnung.
Die Proforma-Rechnung bedeutet nicht, dass deine Einnahmen steuerfrei sind. Sie dokumentiert nur, warum auf die TikTok-Zahlung in der Regel keine deutsche Umsatzsteuer anfällt.
Was mache ich, wenn auf dem TikTok-Beleg andere Unternehmensdaten stehen?
Dann solltest du immer die Daten verwenden, die in deinem TikTok-Konto, im Zahlungsbeleg, Self-Billing-Dokument oder Steuerbereich angezeigt werden. Trage nicht automatisch TikTok Irland ein, wenn dein Beleg eine andere TikTok-Gesellschaft nennt.
Steht dort zum Beispiel eine UK-Gesellschaft, kann die Leistung zwar weiterhin ohne deutsche Umsatzsteuer zu behandeln sein. Sie ist dann aber nicht automatisch eine EU-Reverse-Charge-Leistung mit ZM-Pflicht.
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