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So funktioniert die Einnahmenüberschussrechnung

Lesezeit 3 minuten

Als Freiberufler musst du dem Finanzamt klar dokumentieren, wie sich deine betrieblichen Gewinne berechnen. Dafür musst du zusammen mit deiner Steuererklärung die sogenannte Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ausfüllen. Wir erklären dir, was genau die EÜR ist und wie du das entsprechende ELSTER-Formular ausfüllen musst.

 

Was ist die EÜR?

 

Die Einnahmenüberschussrechnung, kurz auch als EÜR bezeichnet, ist eine einfache Methode, um deinen Gewinn zu ermitteln. Dabei ziehst du deine betrieblichen Ausgaben von deinen Einnahmen ab und erhältst so deinen Gewinn:

Einnahmen – Ausgaben = Gewinn

Dem gegenüber steht die doppelte Buchführung, die auch Bilanzierung genannt wird. Dieses Vorgehen ist schon weitaus komplexer, denn hierbei werden nicht nur Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, sondern auch Anlage- und Umlaufvermögen sowie Eigen- und Fremdkapital mit eingerechnet.

Als Freiberufler und Kleinunternehmer musst du dem Finanzamt gemeinsam mit deiner jährlichen Steuererklärung auch eine aktuelle Einnahmenüberschussrechnung übermitteln.

 

Das Zufluss- und Abflussprinzip

Wenn du die Einnahmenüberschussrechnung machst, musst du stets nur die Ausgaben und Einnahmen berücksichtigen, die tatsächlich von deinem Konto abgegangen bzw. auf deinem Konto eingegangen sind. Dies wird als Zufluss- und Abflussprinzip bezeichnet.

Einnahmen dürfen also als solche erst dann vermerkt werden, wenn die Zahlung auf deinem Konto eingegangen ist. Das gleiche gilt für betriebliche Ausgaben: Sie zählen erst dann, wenn du sie gezahlt hast und nicht bereits bei Rechnungserhalt. 

 

Wer kann die EÜR anwenden?

In Deutschland ist im Handelsgesetzbuch klar geregelt, dass jeder Selbstständige seine geschäftlichen Aktivitäten nachvollziehbar aufzeichnen muss. Dabei stehen die zwei Methoden der Einnahmenüberschussrechnung und der Bilanzierung zur Verfügung. Wer welches Vorgehen anwenden darf, hängt davon ab, welche Unternehmensform du hast und wie hoch deine erzielten Gewinne sind.

Freiberufler und Inhaber eines Kleingewerbes dürfen die einfachere EÜR anwenden, während Handelsgesellschaften zur doppelten Buchführung verpflichtet sind. 

Gewerbetreibende, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, nicht mehr als 600.000€ im Jahr Umsatz machen und deren Jahresgewinn die 60.000€-Grenze nicht überschreitet, können ebenfalls die Einnahmenüberschussrechnung anwenden. 

Sobald du als Gewerbetreibender eine dieser Grenzen überschreitest, erhältst du eine Benachrichtigung von deinem Finanzamt und wirst für mit dem folgenden Geschäftsjahr buchführungspflichtig.

 

💡 Tipp von Accountable: Mit unserer App kannst du ganz einfach deine Einnahmen und deine Ausgaben dokumentieren und weißt so stets, wie viel Geld du verdient hast.

 

EÜR: So geht die Formular-Übermittlung in ELSTER

 

Wenn es Zeit für deine jährliche Steuererklärung ist, musst du auch eine Einnahmenüberschussrechnung an dein Finanzamt übermitteln. Das geht online im Steuerportal ELSTER mit dem Formular Anlage EÜR. Darin musst du neben ein paar allgemeinen Angaben wir deiner Steuernummer deine Betriebseinnahmen und -ausgaben aufzählen.

Betriebseinnahmen

Für die Angabe deiner Betriebseinnahmen ist es entscheidend, ob du ein Kleinunternehmer bist oder du Umsatzsteuer ausweisen musst. Je nachdem musst du deine Betriebseinnahmen nämlich in einer anderen Zeile angeben: Zeile 11 als Kleinunternehmer, Zeile 14 als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer. 

Bildunterschrift: In Zeile 11 und 12 tragen Kleinunternehmer ihre Betriebseinnahmen ein.

Bildunterschrift: In Zeile 14 und 15 müssen umsatzsteuerpflichtige Unternehmer ihre Betriebseinnahmen angeben.

Falls du Gewinn aus Geschäften mit Kunden hast, die in einem anderen EU-Land ansässig sind, musst du dies außerdem als nicht steuerbaren Umsatz angeben. 

Was du bei der Rechnungsstellung ins EU-Ausland wissen musst, verraten wir dir hier.

Wer Umsatzsteuer zahlt, muss außerdem die Summe der vom Finanzamt erstatteten und ggf. verrechneten Umsatzsteuer angeben. Das bezieht sich auf die regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldung, die du an das Finanzamt schicken musst. Falls dir also selbst gezahlte Umsatzsteuer zurückgezahlt oder der Betrag mit deiner Umsatzsteuerzahllast verrechnet wurde, musst du dies in der EÜR angeben. 

In den folgenden Zeilen geht es nun noch um Anlagevermögen, privat genutzte Geschäftsautos und eventuell aufgelöste Rücklagen. Falls dich eines davon betrifft, ist es am besten, das weitere Ausfüllen mit einem Steuerberater zu besprechen.

Die meisten Freelancer werden diese Zeilen allerdings leer lassen und zu den betrieblichen Ausgaben wechseln können. 

Betriebsausgaben

Auf der nächsten Seite geht es um deine Betriebsausgaben. Hier trägst du alle die Kosten ein, die nötig sind, um deine Arbeit als Freelancer durchzuführen. Dazu gehören:

  • Betriebsausgabenpauschalen
  • Die Anschaffung von Rohstoffen, Waren oder Hilfsstoffen
  • Kosten für Dienstleistungen von anderen Unternehmen
  • Kosten für Personal
  • Die Anschaffung von Wirtschaftsgütern wie Maschinen oder Fahrzeugen
  • Kosten für Geschäftsräume, betrieblich genutzte Grundstücke oder ein häusliches Arbeitszimmer
  • Kosten für Telekommunikation (z.B. Arbeitshandy)
  • Übernachtungs- und Reisenebenkosten bei Geschäftsreisen
  • Fortbildungskosten
  • Kosten für Rechts- und Steuerberatung, Buchführung
  • Kosten für Versicherungen
  • Kosten für Arbeitsmittel, Verpackung und Transport
  • Werbekosten
  • Gezahlte Vorsteuer und Umsatzsteuer
  • Bewirtungsaufwendungen
  • Kosten für Fahrzeuge und Fahrtkosten

Am besten gehst du die einzelnen Punkte nacheinander durch und machst in den Zeilen Angaben, die dich betreffen. 

Wenn du dir bei einer Geschäftsausgabe nicht sicher bist, ob du sie absetzen kannst, kann dir unsere Steuer-Suchmaschine weiterhelfen. Suche einfach nach der Ausgabe und finde heraus, ob du sie steuerlich geltend machen kannst.

Auf der nächsten Seite werden nun deine Ausgaben von deinen Einnahmen abgezogen und dein Gewinn berechnet. Du kannst das Formular nun an dein Finanzamt übermitteln.

 

💡 Tipp von Accountable: Mit unserer Belegerkennung kannst du ganz einfach deine Rechnungen einscannen und in deinem Profil abspeichern. So findest du schnell und unkompliziert die Betriebsausgaben, die du in der EÜR geltend machen kannst.

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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