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Das Altersvorsorgedepot ermöglicht ab dem 1. Januar 2027 eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Anders als bei klassischen Riester-Verträgen ist ein Depot ohne Beitragsgarantie möglich. Dadurch können geförderte Beiträge in renditeorientierte Anlagen wie Fonds investiert werden. Das Altersvorsorgereformgesetz ist beschlossen und in Kraft, die neuen Produkte starten zum 1. Januar 2027
Für Selbstständige ist die Reform besonders interessant: Ab 2027 sind auch bestimmte selbstständig Erwerbstätige unmittelbar förderberechtigt. Dazu gehören grundsätzlich Gewerbetreibende nach § 15 EStG sowie bestimmte Freiberufler nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG, sofern sie eine Steuererklärung abgegeben haben.
Key Takeaways
Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027. Staatlich geförderte Beiträge können dann auch ohne Beitragsgarantie am Kapitalmarkt investiert werden. Das Altersvorsorgereformgesetz wurde am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. I 2026 Nr. 156) und ist in Kraft.
Bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr sind möglich. Auf die ersten 360 € Eigenbeitrag gibt es 50 Cent Zulage pro Euro. Für weitere 1.440 € sind es 25 Cent pro Euro. Zusätzlich sind bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind vorgesehen.
Auch Selbstständige sind künftig förderberechtigt. Die Reform bezieht erstmals bestimmte Gewerbetreibende und Freiberufler direkt in die staatlich geförderte Altersvorsorge ein. Entscheidend sind unter anderem die Einkünfte nach § 15 oder § 18 EStG.
Ein Altersvorsorgedepot bietet Förderung, ein normales ETF-Depot mehr Flexibilität. Das Altersvorsorgedepot kann durch Zulagen attraktiv sein, während ein normales ETF-Depot grundsätzlich flexibler verfügbar bleibt. Welche Lösung besser passt, hängt deshalb von Anlageziel, Förderberechtigung und gewünschter Flexibilität ab.
Mit dem ETF-Rechner von Accountable kannst du deine Altersvorsorge konkret planen. Berechne verschiedene Sparraten, Laufzeiten und Renditeannahmen und sieh, welches Vermögen du mit einem ETF-Sparplan langfristig aufbauen könntest. So bekommst du eine konkrete Grundlage für deine persönliche Vorsorgeplanung.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich geförderter Altersvorsorgevertrag, bei dem erstmals auch eine Anlage ohne Beitragsgarantie möglich ist. Das Depot kann Fonds und andere zugelassene Anlageklassen enthalten. Die Förderung erfolgt über staatliche Zulagen und den bestehenden steuerlichen Fördermechanismus.
Das Altersvorsorgedepot ist nicht einfach ein normales ETF-Depot mit staatlichem Bonus. Das Kapital wird innerhalb eines zertifizierten Altersvorsorgevertrags angespart. Für die Anlage gelten deshalb besondere gesetzliche Vorgaben.
Altersvorsorgedepot 2027: Die wichtigsten Fakten
Merkmal
Regelung
Start
1. Januar 2027
Grundzulage
bis zu 540 € pro Jahr
Kinderzulage
bis zu 300 € pro Kind und Jahr
Geförderter Eigenbeitrag
bis zu 1.800 € pro Jahr
Maximale Einzahlung
6.840 € pro Jahr
Standardprodukt
Effektivkosten maximal 1,0 % pro Jahr
Beitragsgarantie
Beim Altersvorsorgedepot nicht erforderlich; Garantieprodukte bleiben daneben zulässig
Selbstständige
Bestimmte Selbstständige sind erstmals unmittelbar förderberechtigt
Die genannten Regelungen stammen aus dem verkündeten Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. I 2026 Nr. 156).
Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?
Die Grundzulage beträgt 50 Cent für jeden eingezahlten Euro bis 360 € Eigenbeitrag pro Jahr. Für weitere 1.440 € Eigenbeitrag von 361 € bis 1.800 € beträgt die Zulage 25 Cent pro Euro. Dadurch sind maximal 540 € Grundzulage pro Jahr möglich.
Für Kinder gibt es zusätzlich eine Kinderzulage. Ein zulageberechtigter Elternteil erhält 1 € Kinderzulage je eigenem Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 300 € pro Kind und Jahr. Die maximale Kinderzulage beträgt damit 300 € pro Kind und Jahr.
Wer vor dem 25. Geburtstag einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag abschließt, erhält zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 €.
Voraussetzung für die Grundzulage sind eine unmittelbare Förderberechtigung und grundsätzlich ein eigener Beitrag von mindestens 120 € pro Jahr.
Wie viel Geld kann ich mit einem ETF fürs Alter aufbauen?
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Wie stark ein ETF-Sparplan wächst, hängt vor allem von Sparrate, Laufzeit und Wertentwicklung ab. Ein Beispiel mit 200 € monatlicher Sparrate über 30 Jahre kann deshalb deutlich anders ausfallen als ein Beispiel mit 100 € über 20 Jahre.
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Tipp: Berechne zuerst, welches Vermögen du mit einem normalen ETF-Sparplan aufbauen könntest. Anschließend kannst du die staatliche Förderung des geplanten Altersvorsorgedepots als zusätzlichen Faktor betrachten.
Sind ETFs im Altersvorsorgedepot möglich?
Ja, ein Altersvorsorgedepot ermöglicht Anlagen in Fonds und weitere gesetzlich zugelassene Anlageklassen.Das Gesetz erlaubt im Altersvorsorgedepot Fonds der Risikokategorien eins bis fünf – hochspekulative Anlagen bleiben von der Förderung ausgeschlossen.
Ein Altersvorsorgedepot ist deshalb nicht auf klassische Garantieprodukte beschränkt. Welche konkreten ETFs und Fonds angeboten werden, hängt von den gesetzlichen Vorgaben und dem jeweiligen Anbieter ab.
Wichtig ist der Unterschied zwischen einem normalen ETF-Depot und einem geförderten Altersvorsorgevertrag. Beim normalen ETF-Depot entscheidest du frei über Anbieter und Anlagen. Beim Altersvorsorgedepot erhältst du dafür eine staatliche Förderung, unterliegst aber den Regeln des geförderten Vertrags.
Was ist besser: Altersvorsorgedepot oder normales ETF-Depot?
Ein Altersvorsorgedepot kann durch die staatliche Förderung attraktiv sein. Ein normales ETF-Depot bietet dagegen mehr Flexibilität beim Zugriff auf das investierte Kapital.
Förderung kann besonders für Familien und bestimmte Selbstständige interessant sein
Einfacher und flexibler Vermögensaufbau
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💡Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur „Was bringt mehr Rendite?“, sondern auch „Wie wichtig sind mir staatliche Förderung und Flexibilität?“
Was ändert sich beim Altersvorsorgedepot für Selbstständige?
Bestimmte Selbstständige werden mit der Reform ab 2027 erstmals unmittelbar förderberechtigt. Dazu gehören grundsätzlich Gewerbetreibende mit Einkünften nach § 15 EStG sowie bestimmte Freiberufler mit Einkünften nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG, wenn sie eine Steuererklärung abgegeben haben.
Damit richtet sich die neue Förderung nicht nur an Arbeitnehmer. Auch viele Freelancer, Gewerbetreibende und andere selbstständig Tätige erhalten damit Zugang zur geförderten privaten Altersvorsorge.
Nicht jeder Selbstständige ist automatisch unmittelbar förderberechtigt. Die konkrete Einordnung hängt von der Art der Einkünfte und den weiteren gesetzlichen Voraussetzungen ab.
Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot kann besonders interessant sein, wenn du langfristig fürs Alter sparen möchtest und von staatlichen Zulagen profitieren kannst. Familien können zusätzlich von der Kinderzulage profitieren. Selbstständige erhalten durch die Ausweitung der Förderberechtigung eine neue Möglichkeit der staatlich geförderten Altersvorsorge.
Ein langer Anlagehorizont ist bei einer kapitalmarktorientierten Altersvorsorge besonders relevant. Je länger das Geld investiert bleibt, desto länger können Erträge wieder investiert werden.
Das Altersvorsorgedepot ist trotzdem nicht automatisch die beste Lösung für jeden Anleger. Ein normales ETF-Depot kann sinnvoller sein, wenn dir der jederzeitige Zugriff auf dein Kapital wichtiger ist als die staatliche Förderung.
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Bestehende Riester-Verträge können grundsätzlich weitergeführt werden. Ein Wechsel von einem bestehenden Riester-Vertrag in die neue Produktwelt ist ebenfalls möglich. Bereits gefördertes Altersvorsorgevermögen kann dabei nicht im selben Jahr erneut gefördert werden. Ein Anbieterwechsel kann außerdem Kosten verursachen.
Ein bestehender Riester-Vertrag muss deshalb nicht automatisch gekündigt werden, sobald das Altersvorsorgedepot verfügbar ist. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt unter anderem von den bisherigen Vertragskosten, dem vorhandenen Guthaben und den Bedingungen des neuen Vertrags ab.
Wie wird das Altersvorsorgedepot versteuert?
Die Reform behält das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung bei. Beiträge und Erträge werden während der Ansparphase steuerlich gefördert beziehungsweise steuerlich nicht laufend belastet. Die Leistungen werden grundsätzlich in der Auszahlungsphase besteuert.
Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich damit von einem normalen ETF-Depot. Bei einem normalen Depot können beispielsweise realisierte Kursgewinne und Kapitalerträge bereits während der Ansparphase steuerliche Folgen haben.
Steuerpflichtige können jährlich bis zu 1.800 Euro ihrer Altersvorsorgebeiträge plus die angerechneten Zulagen als Sonderausgaben geltend machen. Bei Riester-Produkten waren es bisher bis zu 2.100 Euro. Gerade für gutverdienende Selbstständige ist der Sonderausgabenabzug oft wichtiger als die Zulage.
Wann kommt das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027. Das Gesetzgebungsverfahren ist abgeschlossen: Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Seit der Verkündung im Bundesgesetzblatt Ende Mai 2026 ist das Gesetz in Kraft.
Konkrete zertifizierte Produkte gibt es aktuell noch nicht: Das Bundeszentralamt für Steuern prüft und zertifiziert derzeit die Altersvorsorgedepots der Anbieter, erste Angebote werden zum Start Anfang 2027 erwartet. Wer bereits heute fürs Alter mit ETFs spart, muss deshalb nicht auf das Altersvorsorgedepot warten.
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Rechtsstand
Stand: Oktober 2026. Das Altersvorsorgereformgesetz wurde am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. I 2026 Nr. 156) und ist in Kraft. Die dargestellten Förderbeträge und Voraussetzungen entsprechen dem verkündeten Gesetz. Das Altersvorsorgedepot kann ab dem 1. Januar 2027 abgeschlossen werden. Einzelne Auslegungsfragen auf Verwaltungsebene klärt ein noch ausstehendes BMF-Anwendungsschreiben.
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Versicherungen für Selbstständige: Welche Absicherung ist sinnvoll?
Welche Versicherungen brauchen Selbstständige wirklich? Das hängt unter anderem von Tätigkeit, Einkommen und persönlichen Risiken ab. Im Video erfährst du, welche Versicherungen für Selbstständige besonders wichtig sind, wann sich Berufshaftpflicht oder Berufsunfähigkeitsversicherung lohnen und welche Versicherungsbeiträge steuerlich absetzbar sein können.
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Patric S
31.03.2026
Top App! ich habe sowas von keine Ahnung von der ganzen Geschichte. Aber es ist super erklärt und wirklich sehr leicht ! Ich bin top zufrieden
marco moertzsch
20.11.2025
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vuno7
20.11.2025
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Jonathan
20.05.2025
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25.03.2026
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Christian
09.11.2025
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27.02.2025
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LisNutz
11.05.2024
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Willi H
09.04.2026
Eine sehr übersichtliche und intuitive App. Ich nutze sie seitdem ich meine Selbstständigkeit angefangen habe und habe seitdem noch keine Probleme damit gehabt, dass irgendwas nicht funktioniert hat oder ich den Überblick verloren habe. Außerdem ist es auch total nützlich, dass man Fragen zu Steuern usw. direkt an eine KI oder einen Steuer-Coach stellen kann