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Deutschlands Handwerker-Hochburgen: Wo besonders viele und wenige Betriebe ansässig sind

Berlin, 29. Juli 2026

Vom Heizungsbauer über den Friseur und den Bäcker bis zum Elektriker: Das Handwerk prägt den Alltag der Menschen in Deutschland wie kaum eine andere Branche. Doch vielerorts wird es zunehmend schwieriger, kurzfristig einen Termin für bestimmte Handwerksleistungen zu bekommen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks warnt seit Jahren vor fehlenden Nachfolgern und unbesetzten Ausbildungsplätzen. Eine Analyse der Steuer-App für Selbstständige Accountable zeigt nun auf Basis der amtlichen Handwerkszählung, wie groß die regionalen Unterschiede tatsächlich sind. Dafür wurde ausgewertet, wie viele Handwerksbetriebe in 68 der größten deutschen Städte auf 10.000 Einwohner kommen und wie groß diese Unternehmen im Schnitt sind.

In Wolfsburg gibt es die wenigsten Handwerksbetriebe pro Einwohner

Insgesamt gibt es in den analysierten Städten 50,5 Handwerksbetriebe pro 10.000 Einwohner. Wolfsburg (30,9) weist die bundesweit niedrigste Betriebsdichte auf. Es folgen das benachbarte Salzgitter mit 37,4 und Jena mit 37,5. Komplettiert werden die zehn Städte mit den wenigsten Handwerksbetrieben durch Dortmund (41,2), Darmstadt (41,3), Kiel (41,6), Erlangen (42,2), Duisburg (42,5), Mainz (42,5) und Bremerhaven (42,9). 

Am anderen Ende des Rankings steht Solingen. Hier kommen 75 Handwerksbetriebe auf 10.000 Einwohner und damit rund 2,4-mal so viele wie in Wolfsburg. Dahinter folgen Offenbach (72,7), Mönchengladbach (67,2), Remscheid (63,8), Wiesbaden und Chemnitz (jeweils 63,3). Ebenfalls hohe Werte erreichen Düsseldorf (63,1), Heilbronn (62,5), Wuppertal (62,2) und Krefeld (60,5). Auffällig ist dabei die regionale Verteilung: Sechs der zehn Spitzenreiter liegen in Nordrhein-Westfalen, davon mit Solingen, Remscheid und Wuppertal gleich drei Städte des Bergischen Städtedreiecks. Diese Region ist – von der Solinger Klingen- bis zur Remscheider Werkzeugindustrie – traditionell eng mit dem Handwerk verbunden.

Kleinstbetriebe prägen Solingen, Großbetriebe Regensburg

Allerdings geht eine lange Handwerkstradition nicht zwangsläufig mit besonders großen Unternehmen einher. So zeigt die Analyse, dass Solingen mit durchschnittlich 6,1 tätigen Personen je Betrieb die mit Abstand kleinsten Handwerksbetriebe aller untersuchten Städte hat. Aber auch in Offenbach (7,8), Leverkusen (8), Potsdam (8,1), Erfurt (8,4), Fürth und Krefeld (jeweils 9), Remscheid (9,2), Rostock (9,3) sowie Mönchengladbach (9,4) gibt es vergleichsweise kleine Unternehmen.

Die größten Handwerksbetriebe stehen hingegen in Regensburg: Mit durchschnittlich 25,8 tätigen Personen je Betrieb sind sie mehr als viermal so groß wie in Solingen. Dahinter folgen Osnabrück (25,1) und Wolfsburg (23,8). Komplettiert wird die Top Ten durch Lübeck (19,3), Kaiserslautern (18,0), Mannheim (17,9), Erlangen (17,5), Münster (17,4), Ludwigshafen am Rhein (16,8) und Ulm (16,5). Zum Vergleich: Im Schnitt der untersuchten Städte arbeiten 12,8 Personen in einem Handwerksbetrieb.

Accountable-Gründer: Das Handwerk braucht mutige Gründer und Nachfolger

„Unsere Analyse zeigt, dass das Handwerk in Deutschland ganz unterschiedlich geprägt ist: Während in Städten wie Solingen und Offenbach viele kleine Betriebe existieren, konzentriert sich das Handwerk in Wolfsburg stärker auf wenige, dafür größere Unternehmen. Mit Blick auf den Fachkräftemangel, der viele Bereiche des Handwerks bereits heute betrifft, bringen beide Strukturen Vor- und Nachteile mit sich. So sind kleinere Betriebe häufig besonders flexibel und können oft auch kurzfristig auf Aufträge reagieren, was die Versorgung vor Ort verbessern kann. Allerdings könnte sich hier die Nachfolgeproblematik künftig stärker bemerkbar machen, da eine große Zahl an Betrieben fortgeführt werden muss.

Wie man es dreht und wendet: Um den Bedarf im Handwerk langfristig zu decken, braucht es mehr mutige Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen oder bestehende Betriebe übernehmen. Damit das gelingt, müssen vor Ort die richtigen Anreize geschaffen und Hürden abgebaut werden. Wir bei Accountable begleiten jeden Tag tausende Selbstständige und erleben dabei, welche Herausforderungen sie im Alltag beschäftigen. Dazu gehören finanzielle Fragen ebenso wie bürokratische Hürden und neue gesetzliche Anforderungen wie die schrittweise Einführung der E-Rechnung. Digitale Lösungen können dabei helfen, solche Veränderungen im Arbeitsalltag einfacher zu bewältigen. Denn wer einen Handwerksbetrieb führt, sollte sich nicht vor allem mit neuen Vorschriften beschäftigen müssen, sondern sich auf das konzentrieren können, worauf es wirklich ankommt: gute Arbeit für die Kunden.”

Über die Auswertung

Für die Analyse wurde die amtliche Handwerkszählung auf Basis der Daten der Regionalstatistik des Statistischen Bundesamts ausgewertet (Stand: 31.12.2024). Untersucht wurden die 80 größten Städte Deutschlands. Da für 12 Städte (Hannover, Aachen, Saarbrücken, Paderborn, Reutlingen, Göttingen, Recklinghausen, Gütersloh, Neuss, Bergisch Gladbach, Siegen und Moers) nur Daten vorlagen, die das Umland dieser Städte einschließen, wurden diese für eine bessere Vergleichbarkeit nicht in der Auswertung berücksichtigt. Je Stadt wurden die Kennzahlen zu den zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerksunternehmen sowie zu den tätigen Personen erfasst. Für eine bessere Vergleichbarkeit wurden die Zahl der vorhandenen Unternehmen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl (pro 10.000 Einwohner) gesetzt. Zudem wurde die durchschnittliche Betriebsgröße, also die Zahl der durchschnittlich tätigen Personen je Handwerksunternehmen, berechnet.

Über Accountable

Accountable

Accountable mit Sitz in Berlin und Brüssel gestaltet seit 2019 die Steuersoftware für Selbstständige neu. Der Schwerpunkt liegt darauf, allen Selbstständigen – ob steuerlich versiert oder nicht – zu ermöglichen, ihre Steuern und Finanzen eigenständig zu managen. Dabei bietet Accountable als erster Anbieter auf dem Markt einen KI-gestützten Steuerberater, der Belege automatisch kategorisiert, Steuerfragen beantwortet und die Daten für das Finanzamt vorbereitet. Seit der Gründung wurden über die App mehr als 175.000 Steuererklärungen bearbeitet. In Deutschland wird Accountable von über 40.000 und europaweit von mehr als 80.000 Nutzern verwendet.

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Kassandra Dreflak

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