Kostenlos testen

Umsätze mit Kund:innen im Drittland: Dein Überblick

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: August 24, 2026

Lesezeit: 3 Minuten

Logo RB

Sobald du als Selbstständige:r eine Leistung über die Grenze hinaus erbringst, wird es umsatzsteuerlich spannender. Besonders bei Kund:innen im sogenannten Drittland - also außerhalb der EU - funktioniert die Umsatzsteuerlogik anders als innerhalb der EU. Reverse Charge, One-Stop-Shop und Zusammenfassende Meldung spielen hier keine oder nur eine veränderte Rolle.

Dieser Artikel gibt dir den großen Überblick. Für die einzelnen Konstellationen (B2B, B2C, digitale Produkte, Registrierung im Ausland) findest du am Ende eines jeden Absatzes die passenden Deep-Dive-Artikel.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung. Jeder Einzelfall sollte individuell geprüft werden - insbesondere bei einer möglichen Registrierungspflicht im Ausland.


Was bedeutet eigentlich „Drittland"?

Als Drittland werden alle Länder bezeichnet, die nicht zur Europäischen Union gehören - also z. B. die Schweiz, Großbritannien (seit dem Brexit), Norwegen, die USA, Kanada oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch einige EU-Gebiete gelten umsatzsteuerlich als Drittlandsgebiet, etwa die Kanarischen Inseln, die Kanalinseln oder Helgoland.

Die Unterscheidung EU / Drittland ist wichtig, weil für Drittlandsumsätze andere Regeln zur Ortsbestimmung, andere Nachweispflichten und eine andere Rechnungslogik gelten.


Die zentrale Frage: Wo ist meine Leistung steuerbar?

Die Umsatzsteuer knüpft immer daran an, wo eine Leistung als erbracht gilt - der sogenannte Leistungsort. Nur wenn der Leistungsort in Deutschland liegt, fällt deutsche Umsatzsteuer an.

Das Umsatzsteuergesetz unterscheidet dabei zwischen:

  • B2B (Leistung an ein Unternehmen): Leistungsort ist grundsätzlich dort, wo das empfangende Unternehmen sitzt (§ 3a Abs. 2 UStG).

  • B2C (Leistung an eine Privatperson): Leistungsort ist grundsätzlich dort, wo du als leistendes Unternehmen sitzt (§ 3a Abs. 1 UStG).

Diese Grundregeln werden durch zahlreiche Ausnahmen ergänzt - und genau dort liegt die Komplexität.

B2B im Drittland - die Kurzfassung

Erbringst du eine Leistung an ein Unternehmen im Drittland, ist diese in der Regel nicht in Deutschland steuerbar. Du stellst deine Rechnung ohne deutsche Umsatzsteuer aus und ergänzt einen Hinweis auf den Leistungsort im Ausland. Deine Kundschaft behandelt die Leistung nach dem lokalen Recht ihres Landes.

Wichtig: Du musst nachweisen können, dass es sich bei deiner Kundschaft tatsächlich um ein Unternehmen handelt. Anders als bei EU-Kunden gibt es dafür keine einheitliche USt-ID, sondern du arbeitest mit lokalen Nachweisen (Registerauszüge, Bescheinigungen).

Bei bestimmten Leistungen gilt die Grundregel nicht - etwa bei Grundstücksleistungen, Veranstaltungsleistungen oder Restaurant- und Beförderungsleistungen. Details dazu findest du im Deep-Dive-Artikel: → B2B-Rechnungen ins Drittland: So rechnest du richtig ab

B2C im Drittland - die Kurzfassung

Bei Privatkund:innen im Drittland lautet die Grundregel zunächst: Besteuerung in Deutschland. Du stellst also grundsätzlich eine Rechnung mit 19 % deutscher Umsatzsteuer aus.

Die wichtige Ausnahme sind die sogenannten Katalogleistungen (§ 3a Abs. 4 UStG).

Dazu zählen z. B. Werbeleistungen, Beratung, Rechteeinräumung, Datenverarbeitung, Personalgestellung oder elektronische Dienstleistungen.

In diesen Fällen verlagert sich der Leistungsort an den Wohnsitz deiner Kund:innen - und damit möglicherweise ins Ausland. Dann entfällt die deutsche USt., und du musst prüfen, ob du dich im jeweiligen Land registrieren musst.

Den vollständigen Katalog, Beispiele und die Abgrenzung zu „normalen" B2C-Leistungen findest du hier: → B2C-Umsätze im Drittland und das Thema Katalogleistungen

Sonderfall digitale Produkte

Verkaufst du digitale Produkte an Privatkund:innen - also z. B. E-Books, Online-Kurse, Apps oder SaaS-Abos - gilt immer der Wohnsitz der Leistungsempfangenden als Leistungsort (§ 3a Abs. 5 UStG). Innerhalb der EU löst das der One-Stop-Shop (OSS). Außerhalb der EU gilt der OSS nicht, und du musst pro Land prüfen, ob eine Registrierungspflicht besteht.

Dieser Fall ist für viele Selbstständige besonders relevant und hat eigene Stolperfallen: → Digitale Produkte ins Drittland verkaufen: Was du wissen musst

Wann musst du dich im Ausland registrieren?

Verlagert sich der Leistungsort ins Drittland, heißt das nicht automatisch, dass du dort registrierungspflichtig bist - aber es kann sein. Die Schwellen und Regelungen variieren stark: Die Schweiz hat eine weltweite Umsatzschwelle von 100.000 CHF, Großbritannien eine spezifische Regelung für digitale Dienstleistungen, die USA arbeiten mit Sales Tax und Nexus-Regeln. Wenn du regelmäßig Kund:innen in einem bestimmten Land bedienst, solltest du das frühzeitig klären.

Einen Überblick über die wichtigsten Länder und deren Registrierungsregeln bekommst du hier: → Umsatzsteuerliche Registrierung im Ausland: Wann musst du dich registrieren?

Schnell-Check in drei Fragen

Bevor du eine Rechnung ins Drittland ausstellst:

  1. Handelt es sich bei meiner Kundschaft um ein Unternehmen oder eine Privatperson? (B2B vs. B2C)

  2. Um welche Art der Leistung handelt es sich? (normale Leistung, Katalogleistung, digitale Dienstleistung, Sonderfall wie Grundstück/Veranstaltung)

  3. Wo liegt demnach der Leistungsort - und was heißt das für meine Rechnung?

Fazit

Umsätze mit Drittlandskund:innen sind nicht kompliziert, wenn man das Grundprinzip einmal verstanden hat: Es kommt immer auf den Leistungsort an. Im B2B-Bereich verlagert er sich meistens unkompliziert ins Ausland, im B2C-Bereich bleibt er häufig in Deutschland - außer bei Katalog- und digitalen Leistungen, wo die Sache schnell international wird.

Wenn du mit Kund:innen im Ausland arbeitest, lohnt sich ein Blick auf die für dich relevanten Konstellationen. In den verlinkten Deep-Dive-Artikeln gehen wir in jedes Thema genauer hinein - mit Beispielen, konkreten Handlungsempfehlungen und den wichtigsten Fallstricken.

Bei Fragen zu diesen Themen kannst du jederzeit auf unsere Steuer-Coaches zugehen.

Selbstständig starten, ohne Steuerfehler

Der komplette Leitfaden für die ersten 12 Monate - von Steuerberatern geprüft

Kostenlos herunterladen
Sophia Author

Autor:in - Sophia Merzbach

Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.

Wer ist Sophia ?

Hast du gefunden, was du gesucht hast?

Das könnte dich auch interessieren

Brutto- und Netto-Einkommen für Selbstständige

Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...

Mehr erfahren

Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Steuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...

Mehr erfahren

Wie viel Geld sollte ich als Selbstständiger für Steuern beiseite legen?

Jeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...

Mehr erfahren

Echte Erfahrungsberichte und Kommentare

5.300 Bewertungen

App Store

4.580 Bewertungen

Google Play

484 Bewertungen

Reviews.io

Steuern? Einfach, einfach! Ich kann mit Accountable mein Business super effizient gestalten was den Verwaltungs-Teil betrifft. Auch bei Fragen ist der Steuer-Coach (auch mit echten Menschen ;-)) wirklich schnell und super hilfreich! Alles in allem kann ich Accountable einfach weiterempfehlen.

Patric S

Reviews.io 31.03.2026

Top App! ich habe sowas von keine Ahnung von der ganzen Geschichte. Aber es ist super erklärt und wirklich sehr leicht ! Ich bin top zufrieden

marco moertzsch

Google 20.11.2025

Bin überwältigt wie gut diese App ist. Sie übernimmt quasi alles für dich, man muss nur seine Sachen eintragen und selbst da übernimmt die KI 90%. Wenn man irgendwas nicht weiß, Probleme oder Fragen hat hilft die Ki oder man bekommt innerhalb von 1-2 Tagen direkt Hilfe von einem Steuer-Coach. UI auch sehr schön und leicht zu bedienen. Absolute Empfehlung von mir, wüsste nicht was man besser machen könnte!

vuno7

App Store 20.11.2025

Das Interface leitet einen super einfach durch alle relevanten Dinge: Konten, Einnahmen und Ausgaben, Steuern. Man wird sehr übersichtlich darauf hingewiesen, welche Steuern zu zahlen sind. Wenn man seine Buchhaltung in der Plattform pflegt, werden die Daten automatisch in die richtigen Steuerformulare übertragen. Bei Fragen gibt es den KI Chat und echte Ansprechpartner. Es macht richtig Spaß. Nachdem ich einige Änderungswünsche vorgeschlagen hatte, hat mir der Support sehr kulant geholfen und Nachbesserung versprochen.

Jonathan

OMR 20.05.2025

Ein super Steuerprogramm,das Rechnungen schreiben ist sehr einfach. Es ist alles sehr übersichtlich. Sehr gut ist die persönliche Beratung, wenn sie gebraucht wird.

Anonym

Reviews.io 25.03.2026

Ich habe noch nie ein Finanzprogramm benutzt, das so zuverlässig, treffsicher und genau die Belege automatisiert ausliest. Einfach super. Die Buchung der einzelnen Vorgänge geht damit in Windeseile – und wenn mal eine Fall nicht ganz klar ist, hilft die KI und der Chatbot super weiter. Die automatischen Vorschläge zur Belegzuordnung sind auch für den absoluten Laien perfekt verständlich. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich noch nie so schnell die Belegerfassung erledigt hatte. Ich pflege gerade die letzten Monate ein und bin damit ruckzuck durch.

Christian

OMR 09.11.2025

Super App. Macht Buchhaltung, Rechnungen erstellen, Steuerzahlung und alles drum und dran sehr einfach. Und wenn man mal Fragen hat, haben die einen tollen Kundenservice. Wirklich empfehlenswert.

Kristina

Google 27.02.2025

Ich liebe die App, ich bin super froh, endlich keinen Papierkram mehr zu haben. Ich hatte erst Probleme beim Upgrade auf meines Plans, aber der Support ist super schnell und hilfsbereit und so konnte ich in kürzester Zeit auch das Upgrade durchführen. Jetzt mit allen Funktionen ist es einfach noch so viel besser, da ich die Anwendung nun auch am PC nutzen kann und Zugriff auf den Chat mit den Steuer-Profis habe, die mich bei jeder Frage unterstützen. Einfach klasse!

LisNutz

App Store 11.05.2024

Ich finde das Team von Accountable sehr fachlich, professionell, schnelle Antworten (auch um 22 Uhr). Einfach ein gelungenes Produkt mit einem starken Team dahinter.

Willi H

Reviews.io 09.04.2026

Eine sehr übersichtliche und intuitive App. Ich nutze sie seitdem ich meine Selbstständigkeit angefangen habe und habe seitdem noch keine Probleme damit gehabt, dass irgendwas nicht funktioniert hat oder ich den Überblick verloren habe. Außerdem ist es auch total nützlich, dass man Fragen zu Steuern usw. direkt an eine KI oder einen Steuer-Coach stellen kann

Niklas

Google 28.03.2025