Kostenlos testen

Welche Versicherungen sollten Freelancer haben?

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: May 7, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

Logo RB

Beim Thema Versicherung gelten für Freelancer besondere Regeln: Es gibt Sonderregelungen bei der gesetzlichen Rentenversicherung und eine Anmeldung bei der Künstlersozialkasse ist teilweise verpflichtend. Neben der freien Wahl der Krankenversicherung sind außerdem insbesondere die Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung zu beachten. Außerdem sollten sich Freelancer über eine Betriebs- oder Berufshaftpflicht zur Absicherung existentieller Risiken frühzeitig informieren. In diesem Artikel erfährst du mehr über das Thema Versicherungen für Freelancer. 

Besondere Regeln

Generell gilt bei der Versicherung für Selbstständige, dass sich Freelancer gleichermaßen versichern können wie Angestellte. Für Freelancer gelten allerdings einige besondere Regeln, die zu beachten sind. Im Gegensatz zum Angestellten kannst du dir deine Versicherung als Freelancer nämlich größtenteils frei auswählen.

Krankenversicherung für Freelancer

Bei der Krankenversicherung hast du als Freelancer generell die Auswahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung. Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2009 besteht eine allgemeine Versicherungspflicht. Diese gilt insbesondere auch für alle Freelancer. Ob eine private oder gesetzliche Krankenversicherung besser zu dir passt hängt stark von deiner individuellen Lebenssituation ab. 

Gesetzliche oder private Krankenversicherung? So fällt dir die Entscheidung leichter

Viele Freelancer setzen auf die private Krankenversicherung, um sich umfassend abzusichern. Ob sich das auch für dich lohnt oder die gesetzliche Krankenversicherung die bessere Option für dich ist, hängt stark von den Kosten ab.

Die Kosten für die private Krankenversicherung richten sich in der Regel nach:

  1. Alter
  2. Gesundheitszustand
  3. Leistungspaket

Bei der privaten Krankenversicherung sind deine Beiträge einkommensunabhängig. Wenn du jung, gesund und Gutverdiener bist, dann kann sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung für dich lohnen, da die Beiträge niedriger sind als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung hingegen sind die Beiträge abhängig von deinem Einkommen. Insbesondere wenn dein Einkommen im Moment noch gering ist oder du dir noch unsicher bist, wie nachhaltig deine Selbstständigkeit ist, dann ist die gesetzliche Krankenversicherung womöglich die bessere Wahl für dich.  

Künstlersozialkasse für selbstständige Künstler und Publizisten

Eine weitere Besonderheit gilt für selbstständige Künstler und Publizisten, die über die Künstlersozialkasse einen ähnlichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung genießen wie Arbeitnehmer. Freelancer, die über die Künstlersozialkasse versichert sind, müssen nur die Hälfte der Beiträge selber leisten. Die andere Hälfte der Beiträge wird über einen Zuschuss durch den Bund finanziert. Auf diese Weise werden diese Berufsgruppen der Freelancer im Bereich der Krankenversicherung mit einem normalen Arbeitnehmer gleichgestellt.

Alle anderen Freelancer können sich für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung oder eine private Krankenversicherung entscheiden. Im Zuge dessen solltest du als Freelancer auch die Option des Krankentagegelds bzw. das Krankengelds überprüfen, um einen etwaigen Verdienstausfall in Folge einer Krankheit oder eines Unfall abzusichern.

Selbstständige Künstler und Publizisten sind in der Künstlersozialkasse (KSK) bei folgenden Voraussetzungen pflichtversichert:

  • Das Jahreseinkommen des Freelancers muss mindestens 3.900 € betragen – Ausnahmen gelten für Existenzgründer innerhalb der ersten drei Jahre.
  • Die künstlerische bzw. publizistische Tätigkeit muss erwerbsmäßig ausgeübt werden. Erwerbsmäßig ist jede dauerhafte Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen.
  • Selbstständig ist die künstlerische oder publizistische Tätigkeit nur, wenn sie keine abhängige Beschäftigung im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses darstellt.

Allgemein lässt sich sagen, dass eine Vielzahl von Berufen bei der KSK anerkannt werden. Dazu zählen: Sänger, Musiker, Maler, Fotografen, Grafik-Designer, Schriftsteller, Komponisten, Journalisten, Tänzer uvm. 

Rentenversicherung für Freelancer

Selbstständige und Freelancer sind grundsätzlich nicht rentenversicherungspflichtig. Obwohl die gesetzliche Rentenversicherung für Selbstständige nicht verpflichtend ist, sind manche Berufsgruppen, die zu den Freien Berufen zählen, besonders schutzbedürftig und somit rentenversicherungspflichtig. Hierzu gehören:

  • Lehrer und Erzieher
  • Hebammen
  • Seelotsen
  • Selbstständige Künstler und Publizisten (Künstlersozialkasse)
  • Hausgewerbetreibende
  • Küstenfischer und Küstenschiffer
  • einige Handwerker

Für Freelancer aus bestimmten Berufsgruppen gibt es außerdem eigene Alterssicherungssysteme. Anstelle der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgt die Absicherung für das Alter über berufsständische Versorgungswerke. Dies sind öffentlich-rechtliche Institutionen der verkammerten Freiberufler. Solche verkammerten Freien Berufe sind beispielsweise Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. 

💡 Tipp von Accountable: Selbst wenn für bestimmte Gruppen keine Rentenversicherungspflicht besteht, ist es trotzdem sinnvoll, sich freiwillig zu versichern oder anderweitig für das Alter vorzusorgen.   

Unfallversicherung für Freelancer

Je nach Art deines Berufes, bist du entweder in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert oder du kannst dich freiwillig versichern. Bei einem Unfall gilt es, zwischen einem Arbeits- und Freizeitunfall zu unterscheiden. Die gesetzliche Unfallversicherung deckt die Kosten, die aufgrund eines beruflichen Unfalls entstanden sind, ab. Neben der gesetzlichen Unfallversicherung kannst du dich außerdem zusätzlich privat versichern. 

Bist du als Freelancer nicht gesetzlich unfallversichert, musst du die Kosten für die Behandlung und Rehabilitation nach einem Unfall selbst tragen. Im schlimmsten Fall kann das deinen finanziellen Ruin bedeuten. Deshalb sollten Freelancer den Abschluss einer privaten Unfallversicherung in Erwägung ziehen.

Haftpflichtversicherungen für Freelancer

Neben einer Unfallversicherung solltest du dich auch über eine Betriebshaftpflichtversicherung und/oder eine Berufshaftpflichtversicherung informieren. Je nach Tätigkeit als Freelancer können erhebliche Risiken aus Vermögensschäden (welche z.B. bei einigen Berufen die Vermögensschadenhaftpflicht abdeckt) entstehen. Welche Haftpflichtversicherung sich für deine Branche eignet, muss im Einzelfall genauer überprüft werden. Für spezielle Berufsgruppen, die sogenannten Kammerberufe (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte oder Steuerberater) ist die Berufshaftpflicht sogar eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung.

💡 Tipp von Accountable: Je nach Branche kann es sinnvoll sein, dich vor weiteren Risiken durch Versicherungen zu schützen. Am besten sprichst du hierzu mit einem professionellen Versicherungsberater. 

Fazit

Aufgrund der Wahlrechte, die teilweise für Freelancer bei den Versicherungen bestehen, bieten sich viele verschiedene Versicherungsmöglichkeiten für dich an. 

Das heißt jedoch nicht, dass ein Freelancer mehr Versicherungsschutz benötigt als ein Arbeitnehmer. Grundsätzlich gilt es, individuell genau abzuwägen, welche Versicherung für dich unbedingt erforderlich und welcher Tarif persönlich am besten geeignet ist. Daher solltest du die verschiedenen Angebote der Versicherung für Freelancer vor Abschluss miteinander vergleichen.

💡Tipp von Accountable: Accountable ist das Seuerprogramm für Selbstständige. Damit kannst du deine Buchhaltung und alle Steuererklärungen per App oder Laptop erledigen. Mehr dazu.

Selbstständig starten, ohne Steuerfehler

Der komplette Leitfaden für die ersten 12 Monate - von Steuerberatern geprüft

Kostenlos herunterladen
tino author

Autor:in - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

Wer ist Tino ?

Hast du gefunden, was du gesucht hast?

Das könnte dich auch interessieren

Brutto- und Netto-Einkommen für Selbstständige

Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...

Mehr erfahren

Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Steuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...

Mehr erfahren

Wie viel Geld sollte ich als Selbstständiger für Steuern beiseite legen?

Jeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...

Mehr erfahren

Echte Erfahrungsberichte und Kommentare

5.300 Bewertungen

App Store

4.580 Bewertungen

Google Play

484 Bewertungen

Reviews.io

Steuern? Einfach, einfach! Ich kann mit Accountable mein Business super effizient gestalten was den Verwaltungs-Teil betrifft. Auch bei Fragen ist der Steuer-Coach (auch mit echten Menschen ;-)) wirklich schnell und super hilfreich! Alles in allem kann ich Accountable einfach weiterempfehlen.

Patric S

Reviews.io 31.03.2026

Top App! ich habe sowas von keine Ahnung von der ganzen Geschichte. Aber es ist super erklärt und wirklich sehr leicht ! Ich bin top zufrieden

marco moertzsch

Google 20.11.2025

Bin überwältigt wie gut diese App ist. Sie übernimmt quasi alles für dich, man muss nur seine Sachen eintragen und selbst da übernimmt die KI 90%. Wenn man irgendwas nicht weiß, Probleme oder Fragen hat hilft die Ki oder man bekommt innerhalb von 1-2 Tagen direkt Hilfe von einem Steuer-Coach. UI auch sehr schön und leicht zu bedienen. Absolute Empfehlung von mir, wüsste nicht was man besser machen könnte!

vuno7

App Store 20.11.2025

Das Interface leitet einen super einfach durch alle relevanten Dinge: Konten, Einnahmen und Ausgaben, Steuern. Man wird sehr übersichtlich darauf hingewiesen, welche Steuern zu zahlen sind. Wenn man seine Buchhaltung in der Plattform pflegt, werden die Daten automatisch in die richtigen Steuerformulare übertragen. Bei Fragen gibt es den KI Chat und echte Ansprechpartner. Es macht richtig Spaß. Nachdem ich einige Änderungswünsche vorgeschlagen hatte, hat mir der Support sehr kulant geholfen und Nachbesserung versprochen.

Jonathan

OMR 20.05.2025

Ein super Steuerprogramm,das Rechnungen schreiben ist sehr einfach. Es ist alles sehr übersichtlich. Sehr gut ist die persönliche Beratung, wenn sie gebraucht wird.

Anonym

Reviews.io 25.03.2026

Ich habe noch nie ein Finanzprogramm benutzt, das so zuverlässig, treffsicher und genau die Belege automatisiert ausliest. Einfach super. Die Buchung der einzelnen Vorgänge geht damit in Windeseile – und wenn mal eine Fall nicht ganz klar ist, hilft die KI und der Chatbot super weiter. Die automatischen Vorschläge zur Belegzuordnung sind auch für den absoluten Laien perfekt verständlich. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich noch nie so schnell die Belegerfassung erledigt hatte. Ich pflege gerade die letzten Monate ein und bin damit ruckzuck durch.

Christian

OMR 09.11.2025

Super App. Macht Buchhaltung, Rechnungen erstellen, Steuerzahlung und alles drum und dran sehr einfach. Und wenn man mal Fragen hat, haben die einen tollen Kundenservice. Wirklich empfehlenswert.

Kristina

Google 27.02.2025

Ich liebe die App, ich bin super froh, endlich keinen Papierkram mehr zu haben. Ich hatte erst Probleme beim Upgrade auf meines Plans, aber der Support ist super schnell und hilfsbereit und so konnte ich in kürzester Zeit auch das Upgrade durchführen. Jetzt mit allen Funktionen ist es einfach noch so viel besser, da ich die Anwendung nun auch am PC nutzen kann und Zugriff auf den Chat mit den Steuer-Profis habe, die mich bei jeder Frage unterstützen. Einfach klasse!

LisNutz

App Store 11.05.2024

Ich finde das Team von Accountable sehr fachlich, professionell, schnelle Antworten (auch um 22 Uhr). Einfach ein gelungenes Produkt mit einem starken Team dahinter.

Willi H

Reviews.io 09.04.2026

Eine sehr übersichtliche und intuitive App. Ich nutze sie seitdem ich meine Selbstständigkeit angefangen habe und habe seitdem noch keine Probleme damit gehabt, dass irgendwas nicht funktioniert hat oder ich den Überblick verloren habe. Außerdem ist es auch total nützlich, dass man Fragen zu Steuern usw. direkt an eine KI oder einen Steuer-Coach stellen kann

Niklas

Google 28.03.2025