Berlin, 6. Mai 2026. Die Steuerberaterkammer Berlin hat Klage gegen das Tax-Tech-Startup Accountable eingereicht. Gegenstand des Verfahrens ist unter anderem die Verwendung der Bezeichnung “KI-Steuerberater” sowie die Ausgestaltung des gleichnamigen digitalen Produkts, das Selbstständige bei allgemein steuerlichen Fragen unterstützt und die Erstellung von Steuererklärungen erleichtert. Das Verfahren wird vor dem Landgericht Berlin II geführt.
Das sind die Hintergründe des Verfahrens
Die Steuerberaterkammer sieht in der Nutzung des Begriffs “KI-Steuerberater” einen Verstoß gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften sowie eine unzulässige Verwendung der geschützten Berufsbezeichnung “Steuerberater”. Zudem wird kritisiert, dass Accountable steuerliche Hilfestellungen anbiete, ohne als entsprechende Berufsausübungsgesellschaft anerkannt zu sein. Mit der Klage möchte die Steuerberaterkammer erreichen, dass Accountable die Bezeichnung “KI-Steuerberater” nicht weiter verwendet und sein Angebot in der aktuellen Form nicht fortführt.
Accountable weist die Vorwürfe zurück und kündigt an, sich gegen die Klage zu verteidigen. Nach Auffassung des Unternehmens wird durch die Bezeichnung als “KI-Steuerberater” kein falscher Eindruck beim Nutzer geweckt. Bei der Anwendung handelt es sich nicht um einen menschlichen Steuerberater, sondern um ein digitales Produkt. Der Fall hat auch über das eigene Unternehmen hinaus grundsätzliche Bedeutung für den rechtskonformen Umgang mit Innovation und KI im Zusammenhang mit regulierten Berufen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Steuerberatermangels in Deutschland. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland über 10.000 Fachkräfte in der Steuerberaterbranche.
Accountable-Mitgründer: Verfahren hat Auswirkungen für zehntausende Selbstständige
“Wir haben eine Technologie entwickelt, die sich gezielt an Solo-Selbstständige richtet, die aufgrund des Steuerberater-Mangels in Deutschland heute oft gar keinen Zugang zu klassischer Steuerberatung haben oder sich diese schlicht nicht leisten können. Ein Problem, das sich durch den demografischen Wandel in den kommenden Jahren weiter verstärken dürfte. Dass ausgerechnet in diesem Bereich nun versucht wird, neue Lösungen regulatorisch zu blockieren, halten wir für ein falsches Signal. Innovation sollte man nicht verbieten. Die Frage ist vielmehr, ob sie in Deutschland vorangetrieben wird oder woanders. Deshalb wird in diesem Rechtsstreit auch eine Grundsatzentscheidung darüber getroffen, ob man innovative KI-Lösungen hierzulande auch im Kontext von regulierten Berufen ermöglicht oder ausbremst”, meint Tino Keller, Mitgründer von Accountable. Er ergänzt:
“Unabhängig davon sind wir überzeugt, dass unsere Lösung keine Rechtsvorschriften verletzt, weil sie sich klar von der klassischen Steuerberatung abgrenzt und für Nutzer jederzeit transparent macht, was sie ist und was nicht. So wird unser KI-Steuerberater gemeinsam mit menschlichen Steuerberatern entwickelt, getestet und kontinuierlich verbessert, ist zugleich aber eindeutig als digitales Produkt erkennbar. Zudem verstecken wir uns nicht hinter der Technologie, sondern übernehmen Verantwortung. Nutzer werden transparent durch die Anwendung geführt, Entscheidungen sind nachvollziehbar aufbereitet und wenn im Einzelfall dennoch ein Fehler entsteht, tragen wir die finanziellen Folgen.
Mit unserem Angebot schaffen wir einen klar geregelten, verlässlichen Rahmen, den viele Selbstständige in der bisherigen Praxis sonst nicht hätten. Vor diesem Hintergrund werden wir das Verfahren auch für die Zehntausenden Solo-Selbstständigen führen, die den KI-Steuerberater bereits nutzen und weiter nutzen wollen: vom Friseur, über die Journalistin bis hin zum Yogalehrer.”
Über Accountable
Accountable (https://www.accountable.de/) mit Sitz in Berlin und Brüssel gestaltet seit 2019 die Steuersoftware für Selbstständige neu. Der Schwerpunkt liegt darauf, allen Selbstständigen – ob steuerlich versiert oder nicht – zu ermöglichen, ihre Steuern und Finanzen eigenständig zu managen. Dabei bietet Accountable als erster Anbieter auf dem Markt einen KI-gestützten Steuerberater, der Belege automatisch kategorisiert, Steuerfragen beantwortet und die Daten für das Finanzamt vorbereitet. Seit der Gründung wurden über die App mehr als 175.000 Steuererklärungen bearbeitet. In Deutschland wird Accountable von über 40.000 und europaweit von mehr als 80.000 Nutzern verwendet.
Weitere Informationen zum KI-Steuerberater von Accountable gibt es hier: https://www.accountable.de/ki-steuerberater
Accountable mit Sitz in Berlin und Brüssel gestaltet seit 2019 die Steuersoftware für Selbstständige neu. Der Schwerpunkt liegt darauf, allen Selbstständigen – ob steuerlich versiert oder nicht – zu ermöglichen, ihre Steuern und Finanzen eigenständig zu managen. Dabei bietet Accountable als erster Anbieter auf dem Markt einen KI-gestützten Steuerberater, der Belege automatisch kategorisiert, Steuerfragen beantwortet und die Daten für das Finanzamt vorbereitet. Seit der Gründung wurden über die App mehr als 175.000 Steuererklärungen bearbeitet. In Deutschland wird Accountable von über 40.000 und europaweit von mehr als 80.000 Nutzern verwendet.