Kostenlos testen

Wie du Fahrtkosten in deiner Einkommenssteuererklärung absetzen kannst

Geschrieben von: Sophia Merzbach

Aktualisiert am: Oktober 26, 2026

Lesezeit: 4 Minuten

Logo RB

Wenn du selbstständig oder freiberuflich tätig bist, kannst du Fahrtkosten auf verschiedenen Wegen steuerlich geltend machen, mit Kilometerpauschale, tatsächlichen Kosten oder einem Firmenwagen. Welche Variante sich für dich lohnt und was sich 2026 geändert hat, erfährst du hier.

Fahrtkosten absetzen: Das Wichtigste in Kürze

  • Betriebliche Fahrten mit dem Privat-Pkw setzt du mit der Kilometerpauschale von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer ab – oder mit den anteiligen tatsächlichen Fahrzeugkosten. Für Motorrad oder Roller gelten 0,20 € pro Kilometer.
  • Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sind nur über die Entfernungspauschale absetzbar: Seit dem 1. Januar 2026 sind das 0,38 € pro Entfernungskilometer – ab dem ersten Kilometer.
  • Bahn, ÖPNV, Taxi und Mietwagen setzt du mit Beleg in tatsächlicher Höhe ab – wichtig ist der dokumentierte betriebliche Anlass.
  • Als Selbstständige:r trägst du Fahrtkosten als Betriebsausgaben in der Anlage EÜR ein, nicht in der Anlage N.
  • Ein Firmenwagen gehört bei über 50 % betrieblicher Nutzung zum Betriebsvermögen: Dann sind alle Kfz-Kosten absetzbar, die private Nutzung versteuerst du per Fahrtenbuch oder 1 %-Regelung – für E-Autos bis 100.000 € Bruttolistenpreis nur 0,25 %.

Welche Fahrtkosten kannst du als Selbstständige:r absetzen? (Video)

Absetzbar sind alle betrieblich veranlassten Fahrten: zu Kund:innen, Geschäftspartner:innen, Fortbildungen oder zum Steuerbüro. Fahrtkosten sind dabei einer von vielen Steuerabzügen – in diesem Video siehst du, wie sie sich in die 11 wichtigsten Abzüge für Selbstständige einordnen, von Arbeitsmitteln über die Homeoffice-Pauschale bis zu Versicherungen – mit konkreten Beträgen und Grenzen:

Betriebliche Fahrten: Kilometerpauschale oder tatsächliche Kosten?

Für Fahrten mit deinem privaten Pkw hast du als Freiberufler:in bist oder Gewerbetreibende:r zwei Möglichkeiten: Entweder du rechnest pauschal 0,30 € pro gefahrenem Kilometer ab (Hin- und Rückweg zählen), oder du ermittelst die tatsächlichen Kosten. Dafür sammelst du ein Jahr lang alle Kfz-Belege – Benzin, Versicherung, Werkstatt, Abschreibung – und rechnest am Jahresende den betrieblichen Anteil anhand deiner Gesamtfahrleistung heraus. Bei einem teuren Fahrzeug oder hohen laufenden Kosten ist das oft günstiger als die Pauschale.

Für Motorrad, Roller oder Moped gilt eine Pauschale von 0,20 € pro Kilometer. Für das Fahrrad gibt es seit 2014 keine Kilometerpauschale mehr – hier kannst du nur tatsächliche Kosten ansetzen, wenn das Rad zum Betriebsvermögen gehört.

Nutzt du Bahn, ÖPNV, Taxi oder Mietwagen, reicht die Fahrkarte bzw. Rechnung als Nachweis. Dokumentiere unbedingt den Zweck der Fahrt und wen du besucht hast – ohne betrieblichen Anlass erkennt das Finanzamt die Kosten nicht an.

💡 Tipp von Accountable: Bei Geschäftsreisen kannst du zusätzlich zu den Fahrtkosten die Verpflegungspauschale geltend machen.

Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte: Die Entfernungspauschale 2026

Für den regelmäßigen Weg zwischen Wohnung und Betriebsstätte (z. B. dein Büro oder Coworking-Space) gilt eine Sonderregel: Hier darfst du nicht die tatsächlichen Kosten oder 0,30 € pro gefahrenem Kilometer ansetzen, sondern nur die Entfernungspauschale – seit dem 1. Januar 2026 einheitlich 0,38 € pro Entfernungskilometer, ab dem ersten Kilometer. Gezählt wird nur die einfache Strecke, unabhängig vom Verkehrsmittel. Bis Ende 2025 galten 0,30 € für die ersten 20 Kilometer und 0,38 € erst ab dem 21. Kilometer.

Als Selbstständige:r erfasst du diese Fahrten als Betriebsausgaben in der Anlage EÜR – der Abzug ist dort auf die Höhe der Entfernungspauschale begrenzt. (Die Anlage N mit den Werbungskosten gilt nur für Angestellte.) Nutzt du öffentliche Verkehrsmittel und liegen deine tatsächlichen Ticketkosten über der Pauschale, kannst du stattdessen diese ansetzen.

Gut zu wissen: Kosten eines Unfalls auf einer betrieblichen Fahrt oder dem Weg zur Betriebsstätte kannst du zusätzlich zur Pauschale absetzen – mit entsprechenden Nachweisen.

Firmenwagen: Wann lohnt sich ein Geschäftswagen?

Nutzt du ein Fahrzeug zu mehr als 50 % betrieblich, gehört es zum notwendigen Betriebsvermögen. Dann kannst du sämtliche Kfz-Kosten absetzen: Abschreibung (regulär über 6 Jahre Nutzungsdauer) bzw. Leasingraten, Benzin, Versicherung, Reparaturen und Kfz-Steuer. Für Anschaffungen zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 kannst du alternativ die degressive AfA von bis zu 30 % pro Jahr nutzen – für neue, rein elektrische Firmenwagen gibt es sogar eine Sonderabschreibung von 75 % im Anschaffungsjahr.

Im Gegenzug musst du die private Nutzung versteuern – wahlweise per Fahrtenbuch oder 1 %-Regelung.

1 %-Regelung oder Fahrtenbuch?

Mit einem Fahrtenbuch weist du den exakten Privatanteil nach – das lohnt sich, wenn du das Fahrzeug fast nur betrieblich nutzt, erfordert aber lückenlose, zeitnahe Aufzeichnungen.

Bequemer ist die 1 %-Regelung: Du versteuerst pauschal 1 % des Bruttolistenpreises pro Monat als geldwerten Vorteil. Beispiel: Bei einem Listenpreis von 40.000 € sind das 400 € pro Monat. Für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte kommen 0,03 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer und Monat dazu – bei 20 km also weitere 240 € pro Monat. Wie viele Privatkilometer du tatsächlich fährst, spielt dabei keine Rolle.

Für Elektroautos gilt eine deutliche Vergünstigung: Bei einem Bruttolistenpreis bis 100.000 € (Grenze seit Juli 2025) versteuerst du nur 0,25 % statt 1 % – im Beispiel also 100 € statt 400 € pro Monat. Für die meisten Plug-in-Hybride gilt die 0,5 %-Regel.

💡 Tipp von Accountable: Mit unserem Firmenwagenrechner findest du heraus, ob sich für dich die 1 %-Regel oder das Fahrtenbuch lohnt:

Häufige Fragen zu Fahrtkosten (FAQ)

Wie hoch ist die Kilometerpauschale 2026 für Selbstständige?

Für betriebliche Fahrten mit dem Privat-Pkw gilt die Kilometerpauschale von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer, für Motorrad und Roller 0,20 €. Für den Weg zwischen Wohnung und Betriebsstätte gilt stattdessen die Entfernungspauschale von 0,38 € pro Entfernungskilometer.

Was hat sich 2026 bei der Entfernungspauschale geändert?

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die erhöhte Pauschale von 0,38 € ab dem ersten Entfernungskilometer. Vorher galten 0,30 € für die ersten 20 Kilometer und 0,38 € erst ab Kilometer 21.

Wo trage ich Fahrtkosten in der Steuererklärung ein?

Als Selbstständige:r erfasst du Fahrtkosten als Betriebsausgaben in der Anlage EÜR deiner Einkommensteuererklärung. Die Anlage N ist nur für Einkünfte aus Angestelltenverhältnissen relevant.

Pauschale oder tatsächliche Kosten – was lohnt sich mehr?

Die Kilometerpauschale ist unkompliziert und lohnt sich bei günstigen Fahrzeugen. Bei hohen Kfz-Kosten oder intensiver betrieblicher Nutzung sind die tatsächlichen anteiligen Kosten meist günstiger – dafür brauchst du alle Belege und einen Nutzungsnachweis.

Fazit: Fahrtkosten nicht verschenken

Ob Kilometerpauschale, Entfernungspauschale oder Firmenwagen: Entscheidend ist, dass du deine Fahrten dokumentierst und die für dich günstigste Methode wählst. Gerade die neue Entfernungspauschale von 0,38 € ab dem ersten Kilometer macht den Arbeitsweg 2026 spürbar wertvoller.

💡 Tipp von Accountable: Belege sammeln ist mit der Accountable-App ganz einfach: Foto machen, hochladen, fertig – und deine Fahrtkosten landen automatisch in der EÜR und Einkommensteuererklärung.

Selbstständig starten, ohne Steuerfehler

Der komplette Leitfaden für die ersten 12 Monate - von Steuerberatern geprüft

Kostenlos herunterladen
Sophia Author

Autor:in - Sophia Merzbach

Sophia ist seit vielen Jahren Teil des Accountable-Teams und verbindet journalistische Genauigkeit mit handfestem Steuerwissen.

Wer ist Sophia ?

Hast du gefunden, was du gesucht hast?

Das könnte dich auch interessieren

Brutto- und Netto-Einkommen für Selbstständige

Angestellte haben es leicht: Ein kurzer Blick auf die Lohnabrechnung genügt, um festzustellen, wie ...

Mehr erfahren

Was kann man als Selbstständiger von der Steuer absetzen?

Steuern absetzen als Selbstständiger – für viele ein leidiges Thema. Ob Chaos bei den Belege...

Mehr erfahren

Wie viel Geld sollte ich als Selbstständiger für Steuern beiseite legen?

Jeden Monat Geld für Steuern zurücklegen – klingt logisch, oder? Doch viele Selbstständige sind...

Mehr erfahren

Echte Erfahrungsberichte und Kommentare

5.300 Bewertungen

App Store

4.580 Bewertungen

Google Play

484 Bewertungen

Reviews.io

Steuern? Einfach, einfach! Ich kann mit Accountable mein Business super effizient gestalten was den Verwaltungs-Teil betrifft. Auch bei Fragen ist der Steuer-Coach (auch mit echten Menschen ;-)) wirklich schnell und super hilfreich! Alles in allem kann ich Accountable einfach weiterempfehlen.

Patric S

Reviews.io 31.03.2026

Top App! ich habe sowas von keine Ahnung von der ganzen Geschichte. Aber es ist super erklärt und wirklich sehr leicht ! Ich bin top zufrieden

marco moertzsch

Google 20.11.2025

Bin überwältigt wie gut diese App ist. Sie übernimmt quasi alles für dich, man muss nur seine Sachen eintragen und selbst da übernimmt die KI 90%. Wenn man irgendwas nicht weiß, Probleme oder Fragen hat hilft die Ki oder man bekommt innerhalb von 1-2 Tagen direkt Hilfe von einem Steuer-Coach. UI auch sehr schön und leicht zu bedienen. Absolute Empfehlung von mir, wüsste nicht was man besser machen könnte!

vuno7

App Store 20.11.2025

Das Interface leitet einen super einfach durch alle relevanten Dinge: Konten, Einnahmen und Ausgaben, Steuern. Man wird sehr übersichtlich darauf hingewiesen, welche Steuern zu zahlen sind. Wenn man seine Buchhaltung in der Plattform pflegt, werden die Daten automatisch in die richtigen Steuerformulare übertragen. Bei Fragen gibt es den KI Chat und echte Ansprechpartner. Es macht richtig Spaß. Nachdem ich einige Änderungswünsche vorgeschlagen hatte, hat mir der Support sehr kulant geholfen und Nachbesserung versprochen.

Jonathan

OMR 20.05.2025

Ein super Steuerprogramm,das Rechnungen schreiben ist sehr einfach. Es ist alles sehr übersichtlich. Sehr gut ist die persönliche Beratung, wenn sie gebraucht wird.

Anonym

Reviews.io 25.03.2026

Ich habe noch nie ein Finanzprogramm benutzt, das so zuverlässig, treffsicher und genau die Belege automatisiert ausliest. Einfach super. Die Buchung der einzelnen Vorgänge geht damit in Windeseile – und wenn mal eine Fall nicht ganz klar ist, hilft die KI und der Chatbot super weiter. Die automatischen Vorschläge zur Belegzuordnung sind auch für den absoluten Laien perfekt verständlich. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich noch nie so schnell die Belegerfassung erledigt hatte. Ich pflege gerade die letzten Monate ein und bin damit ruckzuck durch.

Christian

OMR 09.11.2025

Super App. Macht Buchhaltung, Rechnungen erstellen, Steuerzahlung und alles drum und dran sehr einfach. Und wenn man mal Fragen hat, haben die einen tollen Kundenservice. Wirklich empfehlenswert.

Kristina

Google 27.02.2025

Ich liebe die App, ich bin super froh, endlich keinen Papierkram mehr zu haben. Ich hatte erst Probleme beim Upgrade auf meines Plans, aber der Support ist super schnell und hilfsbereit und so konnte ich in kürzester Zeit auch das Upgrade durchführen. Jetzt mit allen Funktionen ist es einfach noch so viel besser, da ich die Anwendung nun auch am PC nutzen kann und Zugriff auf den Chat mit den Steuer-Profis habe, die mich bei jeder Frage unterstützen. Einfach klasse!

LisNutz

App Store 11.05.2024

Ich finde das Team von Accountable sehr fachlich, professionell, schnelle Antworten (auch um 22 Uhr). Einfach ein gelungenes Produkt mit einem starken Team dahinter.

Willi H

Reviews.io 09.04.2026

Eine sehr übersichtliche und intuitive App. Ich nutze sie seitdem ich meine Selbstständigkeit angefangen habe und habe seitdem noch keine Probleme damit gehabt, dass irgendwas nicht funktioniert hat oder ich den Überblick verloren habe. Außerdem ist es auch total nützlich, dass man Fragen zu Steuern usw. direkt an eine KI oder einen Steuer-Coach stellen kann

Niklas

Google 28.03.2025