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Steuervorauszahlungen: Das musst du wissen

Lesezeit 3 minuten

Steuervorauszahlungen können Fluch und Segen zugleich sein: Zum einen können sie Selbstständigen dabei helfen, einen Überblick über die anfallende Steuerschuld am Jahresende zu behalten und so das Risiko von hohen Nachzahlungen zu minimieren. 

Zum anderen können sie bei einer sehr hohen Festlegung aber auch die Liquidität des Zahlers mindern und so einen negativen Einfluss auf die Selbstständigkeit nehmen.

Und dann ist da natürlich noch die eher undurchsichtige Handhabung der Steuervorauszahlungen bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung.

Hier findest du alles, was du über die Steuervorauszahlungen wissen musst. 

Was ist eine Steuervorauszahlung?

Wer sich in einem Angestelltenverhältnis befindet, muss sich nicht selbst um seine Steuervorauszahlungen kümmern. Stattdessen werden diese direkt vom Arbeitgeber vom Lohn abgezogen und an das zuständige Finanzamt abgeführt. 

Selbstständige und Freiberufler erhalten allerdings kein festes Gehalt. Somit erhält das Finanzamt auch keine monatlichen Steuerzahlungen von dieser Berufsgruppe. Um trotzdem einen regelmäßigen Geldfluss in die Staatskassen sicherzustellen, müssen Selbstständige sogenannte Steuervorauszahlungen leisten.

Der Solidaritätszuschlag

Zusätzlich zu der Einkommenssteuer muss jeder Deutsche außerdem den sogenannten Solidaritätszuschlag, auch oft als Soli abgekürzt, zahlen. Dieser wurde ursprünglich zu Beginn der 90er Jahre eingeführt, um kurzfristige Kosten für unter anderem die deutsche Einheit sowie die monetäre Belastung durch den Golfkonflikt zu finanzieren und sollte eigentlich befristet nur ein Jahr lang fällig werden. Mittlerweile ist der Soli allerdings in eine unbefristete Zahlung umgewandelt worden, die ausschließlich zur Finanzierung der Kosten der deutschen Einheit dient.

🔖  Seit 1998 berechnet sich der Solidaritätszuschlag mit 5,5% auf das jeweilige Einkommen und wird Angestellten direkt vom Gehalt abgezogen und an das Finanzamt gezahlt. Bei Selbstständigen und Freiberuflern wird er wiederum bei der Festsetzung der Steuervorauszahlungen berücksichtigt. 

Wer muss Steuervorauszahlungen leisten?

Prinzipiell müssen alle Selbstständige und Freiberufler Steuervorauszahlungen leisten. Dabei kommt es allerdings darauf an, welche zukünftigen Einkünfte bei der Neugründung eines Unternehmens oder dem Aufnehmen einer freiberuflichen Tätigkeit erwartet werden. Spätestens, wenn das Finanzamt bei der letzten Steuererklärung mehr als 400€ zurückverlangt, werden für das kommende Jahr Steuervorauszahlungen fällig. 

📆   Diese sind in der Regel viermal im Jahr zu leisten und werden immer zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig. 

Wie berechnet sich die Steuervorauszahlung?

Die Höhe der anfälligen Steuervorauszahlungen legt das Finanzamt auf Basis des Einkommens aus der letzten Steuererklärung fest. Wenn es sich um eine Neugründung handelt, schätzt das Finanzamt die voraussichtliche Steuerschuld. Das geschieht wiederum auf Grundlage der Angaben aus dem Antrag zur Neugründung, der beim Finanzamt eingereicht werden muss. 

Da gerade bei der Neuaufnahme einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit das Jahreseinkommen stark schwanken kann, kannst du während des laufenden Finanzjahres wiederholt die Anpassung deiner Steuervorauszahlungen beantragen. Dafür musst du lediglich glaubhaft schildern, wieso deine Einkünfte wahrscheinlich geringer ausfallen werden oder du wesentlich mehr Ausgaben als gedacht haben wirst. 

💡 Accountable-Tipp: In unserer App siehst du alle deine Einnahmen stets in Echtzeit  aufgeführt. So behältst du einen guten Überblick über dein verfügbares Geld und kannst gleichzeitig deine anfallende Einkommensteuer leichter berechnen.

Wenn dir dein Steuervorauszahlungsbescheid aber von Anfang an zu hoch vorkommt, hast du die Möglichkeit, Einspruch dagegen einzulegen. Dadurch muss das Finanzamt den Bescheid noch einmal überprüfen und entscheiden, ob die Vorauszahlungen entsprechend angepasst werden oder es bei dem ursprünglich festgelegten Betrag bleibt. Wenn letzteres der Fall sein sollte, kannst du in letzter Instanz beim Finanzgericht gegen die Festsetzung klagen. 

Wo trage ich die geleisteten Steuervorauszahlungen in meiner Steuererklärung ein?

Man sollte meinen, dass die vierteljährlich geleisteten Steuervorauszahlungen auch in der jährlichen Steuererklärung eingetragen werden müssen und die anfallende Steuerschuld um den bereits gezahlten Betrag gemindert wird. Das ist allerdings nicht so.

Da dem Finanzamt die Summe der geleisteten Vorauszahlungen bekannt ist, musst du sie nicht selbst in deiner Steuererklärung eintragen. Sie werden erst auf dem finalen Einkommenssteuerbescheid, der dir per Post zugeht, berücksichtigt und von dem anfallenden Betrag abgezogen.

Das kann sehr verwirrend sein, da die geleisteten Vorauszahlungen auf dem automatisch erstellten Steuerbescheid noch nicht auftauchen. Hier werden erst einmal nur deine Einkünfte sowie deine Sonderausgaben zusammengefasst und auf dieser Basis eine vorläufige Berechnung deines Steuerbetrags erstellt. Hierbei fehlen die bereits geleisteten Steuervorauszahlungen, wodurch es im ersten Moment so scheint, als wenn eine hohe Nachzahlung auf dich wartet. 

Wenn du wissen möchtest, was deine tatsächliche Steuerlast ist, kannst du dich natürlich direkt selbst an den Taschenrechner setzen und die geleisteten Vorauszahlungen des Jahres von der angegebenen Steuerlast aus dem vorläufigen Bescheid beziehen. Potenziell ausstehende Beträge solltest du allerdings erst nach Erhalt des schriftlichen Bescheids an das Finanzamt überweisen. In diesem Schreiben findest du nämlich die wirklich finale Berechnung deiner Einkommensteuer, bei der die Vorauszahlungen mit eingerechnet sind. 

💡 Accountable-Tipp: Falls du Hilfe bei deiner Steuererklärung brauchst oder generell Fragen zu Steuerthemen hast, solltest du einmal auf unserem Blog vorbeischauen. Hier findest du allerhand hilfreiche Artikel rund um das Thema Steuern.

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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