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Selbstständig als Programmierer:in: So funktioniert es

Aktualisiert am
Lesezeit 4 minuten

Mit zunehmender Digitalisierung der Berufswelt wächst auch die Nachfrage nach talentierten Programmierer:innen und Softwareentwickler:innen. Wer unabhängig, flexibel und selbstbestimmt arbeitet, sollte daher in Erwägung ziehen, sich als Programmierer:in selbstständig zu machen. Welche Aspekte zu beachten und welche Fehler zu vermeiden sind, erfährst du hier.

Programmierer:in als Freiberufler:in: Welche Ausbildung brauchst du?

Das Berufsbild Programmierer:in zählt zu den gefragtesten auf dem Jobmarkt. Die Argumente für ein selbstständiges Geschäft sind daher überzeugend:

  • Die große Nachfrage sorgt für lukrative Aufträge.
  • Die Anzahl an Aufträgen und Jobmöglichkeiten nimmt stetig zu.
  • Durch Spezialisierung zählen bestimmte Programmierfähigkeiten zu den bestbezahlten auf dem IT-Markt.
  • Die Liste an Firmen mit dringendem Bedarf an Programmierer:innen und IT-Fachleuten ist lang.

Zunächst stellt sich jedoch die Frage, welche Grundvoraussetzungen du erfüllen musst, um dich als Programmierer:in und Softwareentwickler:in selbstständig zu machen. In jedem Fall solltest du über umfassende Programmier- und IT-Kenntnisse verfügen. Diese musst du dir im Gegensatz zu anderen Berufsfeldern nicht zwingend durch eine klassische Berufsausbildung aneignen. So finden sich auf dem Jobmarkt für Programmierer:innen unter anderem:

  • Quereinsteiger:innen, die ihr Hobby autodidaktisch zum Beruf machten;
  • Absolvent:innen eines Hochschulstudiums mit Abschlüssen in Informatik, Software Engineering oder anderen IT-Fächer;
  • Programmierer:innen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, z.B. als Fachinformatiker:in;
  • Programmierer:innen, die Fernlehrkurse von Bildungsinstituten oder berufliche Weiterbildungen absolvierten.

Wer ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Informatik vorweisen kann, genießt hinsichtlich Festanstellung und Gehalt deutliche Vorteile. Nichtsdestotrotz bieten sich aber auch Quereinsteiger:innen bis hin zu klassisch ausgebildeten Informatiker:innen attraktive Chancen als selbstständige Programmierer:innen.

Selbstständig als Programmierer:in: Welche Fähigkeiten sind erforderlich?

Welche Programmierkenntnisse und Programmiersprachen sind die besten? Wie viele Programmiersprachen sollten Entwickler:innen beherrschen? Hierauf lässt sich keine pauschale Antwort geben. Es ist jedoch von Vorteil, die beliebtesten Programmiersprachen zu beherrschen, die in gängigen Anwendungen zum Einsatz kommen. Vor allem die Programmierung für mobile Endgeräte sowie App-Entwicklung wird immer gefragter.

Zu Programmiersprachen, die über eine hohe Nachfrage verfügen und zugleich einfach zu erlernen sind, zählen:

  • C / C ++ / C#
  • Java
  • JavaScript
  • PHP
  • HTML
  • CSS
  • Python

Davon besonders gefragt sind wiederum Java, JavaScript, Python, C++ und C. Hinsichtlich der Gehaltsoptionen stehen neue oder spezialisierte Sprachen wie Clojure, Kotlin, Scala, F# oder Elixir besonders weit oben. Gerade für selbstständige Entwickler:innen bieten Programmiersprachen, die noch nicht weit verbreitet sind, daher hohe Einkommensmöglichkeiten bei zugleich flexiblem Arbeitsmodell.

Programmierer:in: Freiberufler:in oder Gewerbe?

Willst du dich als Programmierer:in selbstständig machen, gilt es eine wichtige Frage zu klären: Bist du Freiberufler:in oder Gewerbetätige:r? Die Unterscheidung hat wesentlichen Einfluss auf deine Besteuerung, denn als Gewerbe musst du die Gewerbesteuer abführen. Freiberufler:innen sind davon befreit. Zudem musst du als Freiberufler:in nur eine vereinfachte Buchhaltung in Form der Einnahmen-Überschuss-Rechnung vorweisen.

Ganz gleich ob Entwickler:in, IT-Berater:in, IT-Dienstleister:in, Fachinformatiker:in, Web-Designer:in oder IT-Administrator:in – beim Finanzamt werden EDV-Berufe bzw. Entwickler:innen häufig als Gewerbe eingestuft. Die Folge: Pflicht zur Gewerbeanmeldung und zur Gewerbesteuer. Dennoch kannst du die Anmeldung als Freiberufler:in wagen und von freiberuflichen Vorteilen profitieren. Das gilt vor allem, wenn du ingenieursähnliche Tätigkeiten ausübst bzw. besondere Qualifikationen erforderlich sind. Ein Informatikstudium kann zur Einstufung als Freiberufler:in bereits genügen.

Leider gibt es derzeit keine einheitliche gesetzliche Regelung hinsichtlich der Unterscheidung zwischen Gewerbe und Freiberufler:in für Programmierer:innen. Vielmehr wird je nach Einzelfall über den Freiberufler:innenstatus entschieden. So kann es zur Gewerbeanmeldung kommen, wenn deine Leistungen kein Fachwissen erfordern oder eine bekannte Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

Selbstständige Programmierer:in als Kleinunternehmer:in?

Steuerliche Vorteile genießen Programmierer:innen als Freiberufler:innen sowie als Gewerbler:innen, sofern du die Kleinunternehmerregelung nutzt. Diese bietet folgende Vorzüge:

  • Vereinfachte Einkommenssteuererklärung inklusive Einnahmen-Überschuss-Rechnung
  • Umsatzsteuerbefreiung
  • Keine Umsatzsteuererklärung 
  • Keine Umsatzsteuervoranmeldungen

Ideal also für den Einstieg in das selbstständige Berufsfeld Programmierer:in. Voraussetzung ist, dass du die aktuellen Einkommensgrenzen für selbstständige oder gewerbliche Kleinunternehmer:innen beachtest. Im Jahr 2022 galten als Einkommensgrenze 22.000 Euro Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr sowie maximal 55.000 Euro im laufenden Geschäftsjahr.

Welche Steuern gelten für selbstständige Programmierer:innen?

Welche Steuern anfallen, hängt von deiner Rechtsform ab. Wir geben dir im Folgenden einen einfachen Überblick:

Steuern Freiberufler:innen Selbstständige Gewerbetreibende Kleinunternehmer:innen
Umsatzsteuer
Einkommenssteuer
Lohnsteuer ✔ (nur bei Angestellten) ✔ (nur bei Angestellten) ✔ (nur bei Angestellten)
Gewerbesteuer

Ein weiterer steuerlicher Vorteil für selbstständige Programmierer:innen, der sowohl für Freiberufler:innen als auch Gewerbetreibende gilt: Du kannst ganz deine Werbe- und Betriebskosten von der Steuer absetzen. Hierzu gehören Ausgaben für Arbeitsmittel wie Hardware und Software, Drucker, Ausstattung sowie die Anmietung von Büroräumen. In begründeten Fällen zählt hierzu sogar ein Dienstfahrzeug.

Die wichtigsten Schritte als selbstständige Programmierer:in

Um den Weg in die Selbstständigkeit erfolgreich und zügig zu gestalten, solltest du dich an folgende Punkte halten:

Businessplan erstellen

Ein perfekter Businessplan zählt zu den wichtigsten Schritten auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Das gilt auch, wenn du als selbstständiger Programmierer:in IT-Leistungen anbietest oder im größeren Umfang Software und Apps entwickeln möchtest. Ein Businessplan ist dein Wegweiser hinsichtlich Planung, Organisation und Umsetzung deines Unternehmens und sollte folgende Punkte beinhalten:

  • Detaillierte Geschäftsidee, Leistungen und Unternehmensstruktur
  • Konkurrenz- und Marktanalyse
  • Marketingmaßnahmen
  • Analyse von möglichen Risiken
  • Ein realistischer Finanzplan

Unser Tipp: Mit der kostenlosen Accountable-App kannst du die Grundlage für deinen Finanzplan schaffen und bereits erste Finanzierungspläne, Umsätze und Abzüge analysieren.

Wichtige Pflichten für Selbstständige beachten

Zusätzlich zur sorgfältigen Planung und Vorbereitung kommt es auf die Einhaltung von Anmeldepflichten und auf den Abschluss wichtiger Versicherungen an. Dazu zählen:

  • Anmeldung deiner freiberuflichen Tätigkeit beim Finanzamt inklusive Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
  • Gewerbeanmeldung (falls Gewerbe vorliegt)
  • Berufshaftpflichtversicherung (insbesondere mit Fokus auf IT-Haftpflicht)
  • Betriebshaftpflichtversicherung (deckt Personen-/Sach-/Vermögensschäden in Betriebsräumen ab)
  • Vermögenshaftpflichtversicherung (deckt aus Berufsversehen heraus entstandene Vermögensschäden ab)
  • Firmenrechtsschutzversicherung (deckt juristische Kosten auch im Forderungsmanagement ab)
  • Geschäftsinhaltsversicherung (deckt Schäden an IT-Inventar, Ausrüstung oder Lagerbeständen ab)
  • Abschluss einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Altersabsicherung

Scheinselbstständigkeit vermeiden

Als Freelancer:in ist es bei der Auswahl deiner Aufträge und Partner wichtig, auf die Gefahr der Scheinselbstständigkeit zu achten. Diese liegt zum Beispiel vor, wenn du als selbstständige:r Programmierer:in zu über 83 Prozent für einen Arbeitgeber tätig bist und dieser für 5/6 deines Umsatzes verantwortlich ist. Hinzukommt weisungsgebundenes Arbeiten für eine:n Auftraggeber:in, der/die dir Vorgaben zur Arbeitszeit, zum Arbeitsort sowie zur Dauer und Ausführung deiner Tätigkeit macht.

Selbstständige:r Programmierer:in: Gehalt und Stundensatz

Die Einkommensspanne als selbstständige:r Programmierer:in ist groß und kann von unterdurchschnittlichen 30.000 Euro Bruttojahresverdienst über einen überdurchschnittlichen Jahresverdienst von 50.000 Euro bis hin zu einem außergewöhnlichen Jahresverdienst von 80.000 Euro reichen. Letzteres Beispiel findet sich eher selten und bezieht sich auf seltene, sehr gefragte Programmiersprachen wie Clojure oder F#.

Je nach Qualifikation, Marketing und Marktsituation fallen für Freiberufler:innen als Programmierer:innen der Stundensatz und das Jahreseinkommen unterschiedlich aus. Es empfiehlt sich daher, vorbereitend die Märkte und die Konkurrenz zu analysieren und Recherchen zu durchschnittlichen und möglichen Honoraren anzustellen. Auf diese Weise verbesserst du deine Verhandlungsbasis und kannst deine Leistungen optimal bewerben.

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Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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