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Break-Even-Point berechnen: So ermittelst du deine Erfolgschancen 

Geschrieben von: Tino Keller

Aktualisiert am: Februar 13, 2025

Lesezeit: 4 Minuten

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Der Break Even Point (BeP), auch als Kostendeckungspunkt oder Gewinnschwelle bekannt, bezeichnet den Punkt, an dem Umsatz und Kosten eines Produkts oder einer Leistung gleich hoch sind. Er markiert den Übergang zwischen Gewinn- und Verlustzone und gilt daher als äußerst wichtige Kennzahl für die Unternehmensplanung.

Wir erklären dir, wie du den Break-Even-Point ermitteln kannst und wie dir die Break-Even-Analyse dabei hilft, die Erfolgsaussichten von Produkten, Kampagnen und Geschäftsstrategien zu optimieren.

Break Even Point: Definition und Erklärung

Insbesondere zu Beginn der Unternehmensgründung oder bei Einführung neuer Produkte übersteigen Kosten und Ausgaben oft den Gewinn. Um langfristig profitabel zu wirtschaften, solltest du jedoch nicht nur auf schnelle Gewinne hoffen, sondern kalkulieren, ab welchem Zeitpunkt die Gewinne deine Gesamtkosten ausgleichen und übertreffen. Hier kommt der Break-Even-Point ins Spiel.

Der Break-Even-Point markiert die Grenze zwischen Verlusten und Gewinnen und kennzeichnet den Punkt, wenn Kosten und Gewinne sich ausgleichen. Gleichzeitig gibt er als Kostendeckungspunkt an, wann deine Gewinne die Gesamtkosten nicht nur ausgleichen, sondern überersteigen. Aus diesem Grund ist der BeP eine wichtige Kennzahl in deinem Businessplan sowie für die Gewinnermittlung von Selbstständigen. Mit ihm vermittelst du auch Investoren und Geldgebern die Profitabilität deiner Geschäftsidee.

Die Berechnung des Break-Even-Points kann sowohl für das gesamte Unternehmen als auch für ein einzelnes Produkt oder für eine Kampagnen durchgeführt werden. So kannst du im Voraus planen, welche Erlöse du erzielen musst, um Gewinne zu erwirtschaften. Daraus schlussfolgerst du, welcher Finanzierungs- und Kapitalbedarf in der Verlustzone besteht.

Welche Bedeutung hat der Break Even Point für Unternehmen?

Die Berechnung des Break-Even-Points bietet Unternehmen viele Vorteile. Als Kennzahl für die Rentabilität des gesamten Unternehmens sowie für die Planung von Produkten und Dienstleistungen sollte er daher nicht fehlen. Mit dem BeP kannst du Verkäufe gezielt steigern, Kosten anpassen, unrentable Produkte aus dem Sortiment nehmen und Geschäftsstrategien anpassen. 

Folgende Aspekte spielen dabei unter anderem eine wichtige Rolle:

  • Finanz- und Budgetplanung: Wenn du weißt, wie lange du dich in der Verlustzone befindest, kannst du Umsatzziele, erforderliche Einnahmen und Kapitalbedarf besser planen.
  • Kapitalbedarf und Investitionen: Ob für Banken, Investoren oder andere Geldgeber – der BeP verdeutlicht den benötigten Finanzierungsbedarf, die erforderliche Förderhöhe oder notwendige Kredite und den Zeitpunkt, ab wann mit Gewinnen zu rechnen ist.
  • Preise und Strategien: Durch das Wissen um die erforderlichen Gewinne können Preise für Produkte und Dienstleistungen sowie die Finanzplanung entsprechend angepasst werden. Auf diese Weise ermöglicht der Break-Even-Point dank Analyse und Prognose des Gewinnbedarfs eine bessere Preisplanung.
  • Rentabilität: Bei der Planung und Analyse neuer Kampagnen, Produkteinführungen und Strategien kannst du die Rentabilität besser einschätzen, indem du den prognostizierten Umsatz mit dem BeP vergleichst.
  • Finanzielle Risiken: Liegen die derzeitigen Gewinne und Umsätze deutlich unter dem BeP, kannst du deine Geschäftsaktivitäten anpassen, um finanzielle Risiken zu minimieren.   

Break Even Point bestimmen: So gehst du vor

Du willst herausfinden, wann dein Umsatz die Gewinnschwelle erreicht und voraussichtlich überschreitet? Dann solltest du deinen Deckungsbetrag (Break-Even-Point) ermitteln. Hierfür benötigst du zwei Größen: die Kosten und den Umsatz deines Unternehmens oder Produkts. Wenn sich beide Größen ausgleichen, kennst du den BeP. Dabei ist es wichtig, zwischen fixen Kosten und variablen Kosten zu unterscheiden, die sie zusammen die Gesamtkosten ergeben.

Was sind Fixkosten und variable Kosten?

Ein wesentlicher Aspekt bei der Berechnung des BeP sind deine Fixkosten und deine variablen Kosten. Fixe Kosten bleiben als feste, zeitunabhängige Größe konstant, unabhängig von Produktion und Verkauf. Variable Kosten hingegen variieren je nach Leistung oder Produktions- und Absatzmenge.

Zu fixen und variablen Kosten zählen unter anderem:

FixkostenVariable Kosten
Miete Gehälter Abschreibungen Versicherungen VerwaltungsausgabenVersand, Fracht und Transport Materialkosten Energiekosten Kosten für Leiharbeit Vertriebskosten

Break-Even-Point-Formel

Die einfache Break-Even-Point-Formel sieht wie folgt aus:

BeP = Gesamtumsatz (Erlös) – Gesamtkosten (Fixkosten + variable Kosten) = 0

Möchtest du die Formeln zur Ermittlung von Kosten und Erlösen nutzen, geh wie folgt vor:

Schritt 1: Erlös berechnen

Berechne den Erlös (E) anhand von Preis (p) und Stückzahl (x) wie folgt:

Erlös = Preis * Stückzahl 

oder 

E = p * x

Schritt 2: Kosten berechnen

Berechne die Kosten (K) anhand variabler Kosten (v) und Fixkosten (f) wie folgt:

Kosten = variable Kosten * Stückzahl + Fixkosten 

oder 

K = K(v) * x + K(f)

Schritt 3: Erlös und Kosten gleichsetzen

Setze nun die Formeln für Erlös (E) und Kosten (K) wie folgt gleich:

P * x = K(v) * x + K(f)

Schritt 4: BeP anhand von Stückzahl ermitteln

Stelle die gleichgesetzten Formeln für Erlös (E) und Kosten (K) wie folgt nach Stückzahl (x) um:

P * x = K(v) * x + K(f)

Nun kannst du die genaue Stückzahl (x) ermitteln, ab der deine Kosten und dein Gewinn sich ausgleichen:

BeP = K(f) / (p – K(v))

Du musst nun noch deine Fixkosten, deinen Preis und deine variablen Kosten in die Formel einsetzen, um den erforderlichen Absatz bis zum BeP zu ermitteln. Basierend auf den Ergebnissen deiner Berechnung, kannst du den Break-Even-Point per Excel analysieren und zum Beispiel als Break-Even-Point als Diagramm visualisieren.

Da Unternehmen in der Regel nicht nur ein Produkt produzieren, genügt es selten, den BeP pro Stückzahl zu ermitteln. Es wird daher zwischen einer Ein-Produkt-Betrachtung und einer Mehr-Produkt-Betrachtung unterschieden. Bei der Mehr-Produkt-Betrachtung wird ein einheitlicher Faktor für alle Produkte basierend auf den einzelnen BeP-Faktoren der einzelnen Produkte berechnet und durch die Fixkosten geteilt. Der daraus resultierende Gesamtumsatz muss erzielt werden, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

💡Tipp von Accountable: In der Accountable Steuer-App siehst du immer in Echtzeit deine Einnahmen, Ausgaben und deinen Gewinn.

Break Even Point am Beispiel erklärt

Zur Veranschaulichung erklären wir dir die Berechnung des BeP anhand des Beispiels einer Tischfabrik. Als Fixkosten fallen monatlich 10.000 Euro an. Als variable Kosten musst du pro Tisch mit 50 Euro rechnen. Der Verkaufspreis liegt bei 100 Euro pro Tisch.

Den BeP berechnest du wie folgt:

BeP = 10.000 / (100 – 50) = 10.000 / 50 = 200

Du musst demnach 200 Tische monatlich verkaufen, um auf deinen BeP zu kommen.

💡Tipp von Accountable: Ein wichtiger Bestandteil von Gewinnermittlung und Kostenkontrolle ist eine übersichtliche, effiziente Buchhaltung. Mit Accountable verlässt du dich hierzu auf eine effiziente Lösung für deine Steuer- und Finanzplanung – inklusive Steuererklärungen, Rechnungserstellung und Steuerberatung.

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Autor:in - Tino Keller

Tino Keller ist der Mitbegründer von Accountable und möchte damit Steuern und Finanzen für Selbstständige revolutionieren.

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