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Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsminderungsrente: Die wichtigsten Informationen

Geschrieben von Tino Keller
Aktualisiert am
Lesezeit 4 Minuten

Du fragst dich, wie das deutsche Sicherheitsnetz im Falle einer Berufsunfähigkeit greift und möchtest alles Wichtige über die Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsminderungsrente erfahren?

Wir erklären den Unterschied zwischen den beiden Leistungen und beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Berufsunfähigkeit. 

Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit?

Nicht alles im Leben ist vorhersehbar: Ein unerwarteter Schicksalsschlag, eine Krankheit oder ein Unfall können die Fähigkeit, den eigenen Beruf auszuüben, langfristig beeinträchtigen. In diesen Fällen spricht man von einer Berufsunfähigkeit oder einer Erwerbsunfähigkeit. Sie werden wie folgt definiert:

Berufsunfähigkeit 

Berufsunfähigkeit bezeichnet Fälle, in denen Personen ihren bisher ausgeübten Beruf oder eine ähnliche Tätigkeit aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht mehr ausüben können. Wenn eine Person also aufgrund von Krankheit oder einem Unfall dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, die spezifischen Anforderungen ihres Berufs zu erfüllen, ist sie berufsunfähig. 

Erwerbsunfähigkeit

Erwerbsunfähigkeit hingegen bezieht sich auf die generelle Unfähigkeit einer Person, jede Art von Erwerbstätigkeit auszuüben, unabhängig von ihrem bisherigen Beruf oder ihren Fähigkeiten. Um als erwerbsunfähig eingestuft zu werden, muss die Person also aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen keine Arbeit mehr verrichten können, selbst wenn es sich um eine völlig andere Tätigkeit handelt als die, für die sie qualifiziert sein könnte. Erwerbsunfähigkeit bezeichnet somit eine stärkere Einschränkung als Berufsunfähigkeit.

💡Wichtig: Die genauen Definitionen von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit können je nach Land, Versicherungsverträgen oder anderen rechtlichen Bestimmungen variieren. Es ist ratsam, vor dem Abschluss einer Versicherung die spezifischen Definitionen und Bedingungen genau zu prüfen, um sich für den Ernstfall abzusichern. Erfahre auch, wie das deutsche Krankenversicherungssystem funktioniert. 

Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsminderungsrente: Definition

So unterscheiden sich die beiden Leistungen voneinander:

Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) ist eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie richtet sich an Personen, die aus gesundheitlichen Gründen gänzlich oder nur noch eingeschränkt weniger als sechs Stunden pro Tag einem Beruf nachgehen können. Die Erwerbsminderungsrente wird in zwei Formen unterteilt:

  1. Die volle Erwerbsminderungsrente wird dann ausgezahlt, wenn eine Person weniger als drei Stunden arbeiten kann. Bezieher:innen der vollen Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten vom Staat rund 34 Prozent des vorherigen Bruttoverdienstes.
  2. Die teilweise Erwerbsminderungsrente greift, wenn die Person für eine Zeitspanne zwischen drei und sechs Stunden arbeitsfähig ist.

💡Hinweis: Die Erwerbsunfähigkeitsrente war eine gesetzliche Versicherungsleistung, die am 1. Januar 2001 abgeschafft und durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt wurde. Einige Personen erhalten nach wie vor die Erwerbsunfähigkeitsrente nach altem Recht, nämlich dann, wenn die Leistung bereits vorher bezogen wurde. Nach heutiger Regelung besteht also zwischen der Erwerbsunfähigkeitsrente und der Erwerbsminderungsrente kein Unterschied.

Berufsunfähigkeitsrente

Im Gegensatz zur Erwerbsminderungsrente ist die Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) eine private Versicherungsleistung, die ausgezahlt wird, wenn eine dauerhafte Berufsunfähigkeit auftritt. Die Höhe der BU-Rente darf 75 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens nicht überschreiten, muss jedoch die Lebenshaltungskosten decken. Sie ist unabhängig von einer konkreten Tätigkeit und basiert auf dem individuellen Versicherungsvertrag.

Um Anspruch auf eine BU-Rente zu haben, muss die versicherte Person nachweisen, dass sie aus gesundheitlichen Gründen ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Die BU-Rente bietet finanzielle Unterstützung und hilft, den Lebensstandard trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung weitgehend aufrechtzuerhalten.

Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsminderungsrente: Unterschied

Ein wichtiger Unterschied zwischen der BU-Rente und der Erwerbsminderungsrente liegt darin, wie die Leistungsfähigkeit einer Person beurteilt wird: Bei der BU-Rente wird die Berufsunfähigkeit anhand des zuletzt ausgeübten Berufs beurteilt. Die Erwerbsminderungsrente hingegen prüft die Fähigkeit, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen

Wenn eine Person also aufgrund von gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten kann, jedoch gesundheitlich dazu fähig ist, einen anderen Beruf auszuüben, hat sie in vielen Fällen keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. 

Wird die BU-Rente auf die Erwerbsminderungsrente angerechnet? 

Die BU-Rente und die Erwerbsminderungsrente sind unabhängige Leistungen, die separat beantragt werden müssen. Eine BU-Rente wird in der Regel nicht auf die Erwerbsminderungsrente angerechnet. Beide Rentenarten können jedoch parallel gezahlt werden, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Es ist wichtig zu beachten, dass die genauen Regelungen und Bedingungen von den individuellen Versicherungsverträgen und den Richtlinien der Rentenversicherung abhängen. 

Welche Versicherung bietet mehr Schutz?

Wenn es deine Gesundheit und finanzielle Situation erlauben, ist es gerade als Selbstständige:r ratsam, sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu entscheiden. Denn die Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird nur dann ausgezahlt, wenn du nicht in der Lage bist, in jedem beliebigen Beruf für mindestens sechs oder drei Stunden pro Tag zu arbeiten.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet im Vergleich zur gesetzlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherung also einen umfassenderen Schutz und tritt früher in Kraft. Die Versicherungsleistungen werden hier bereits bei einer Berufsunfähigkeit ausgezahlt. Du erhältst also deine Rente bereits, wenn du deinen derzeitigen Beruf für sechs Monate oder länger nur zu 50 Prozent oder weniger ausüben kannst.

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung verzichtet außerdem auf eine sogenannte abstrakte Verweisung. Das bedeutet, dass der Versicherer dir auch dann deine vereinbarte Rente zahlt, wenn du theoretisch in der Lage wärst, in einem anderen Job zu arbeiten. Beim Abschluss deiner Versicherung solltest du auf diesen Aspekt achten und unbedingt Angebote vergleichen.

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung bietet außerdem eine Nachversicherungsgarantie. Sie kann mit deinem Leben und Einkommen mitwachsen. Wenn du ein höheres Gehalt bekommst, kannst du die Rentenhöhe entsprechend anpassen – auch bei einem Berufswechsel.

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Tino Keller
Tino Keller

Tino already built two companies and therefore knows the challenges freelancers face first hand. With Accountable he wants to solve all those challenges related to taxes.
When not working, Tino enjoys a nice Asado with a glass of Malbec as well as celebrating one of the occasional wins of favourite soccer team 1. FC Köln.

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