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Soli-Abschaffung – Wie viel Geld sparst du ab 2021?

Aktualisiert am
Lesezeit 3 minuten

Grundsätzlich muss jeder einkommensteuerpflichtige deutsche Staatsbürger auch einen Solidaritätszuschlag zahlen. Ab 2021 wird jedoch die Freigrenze für den Soli deutlich angehoben. Ob du als Selbstständige*r auch davon profitierst und wie du den Solidaritätszuschlag berechnen kannst, erfährst du in diesem Artikel. 

Solidaritätszuschlag: Das gilt für Selbstständige

Der Solidaritätszuschlag, umgangssprachlich auch Soli genannt, wurde 1991 eingeführt, um damit unter anderem die Kosten der deutschen Wiedervereinigung zu finanzieren. Der Beitrag wird zusätzlich  zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer erhoben.

Als Selbstständige*r musst du wie alle anderen auch den Solidaritätszuschlag zahlen. Anders als Arbeitnehmer wird der Solidaritätszuschlag aber nicht direkt vom Nettogehalt abgezogen. Die Ermittlung des Solidaritätszuschlages wird über das zu versteuernde Einkommen durchgeführt. Vereinfacht ausgedrückt geschieht dies bei Selbstständigen, indem die Einnahmen und Ausgaben aus der selbstständigen Tätigkeit gegenübergestellt werden. 

Liegt dein zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag von 9.744 Euro (für 2021) wird dein Einkommen zu deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Zusätzlich werden von dieser ermittelten Steuern weitere 5,5 % berechnet, die als Solidaritätszuschlag an den Staat gezahlt werden müssen.

Für wen fällt der Solidaritätszuschlag in 2021 weg?

Gering- und Mittelverdiener werden von der Bundesregierung entlastet, weshalb die Freigrenzen erheblich angehoben wurden: von 972 Euro auf 16.956 Euro bei Einzelveranlagung und von 1.944 Euro auf 33.912 Euro bei Zusammenveranlagung. Somit entfällt der Solidaritätszuschlag ab 1. Januar 2021 für ca. 90 Prozent der Steuerpflichtigen vollständig. Von der neuen Regelung ausgenommen sind nur die Spitzenverdiener: Wer ein sehr hohes Einkommen bezieht, muss weiterhin den vollen Satz zahlen.  

Freigrenzen, bis zu denen kein Solidaritätszuschlag anfällt

Steuerklasse Bis 31.12.2020 Ab 1.1.2021
Alleinstehend (Steuerklasse I, II, IV, V, VI) 972 Euro 16.956 Euro
Verheiratet (Steuerklasse III) 1.944 Euro 33.912 Euro

 

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Entfällt der Solidaritätszuschlag auch für Unternehmer?

Einzelunternehmer und Personengesellschaften (OHG und KG), die ausschließlich Gewerbeeinkünfte erzielen und deren Gewinne der Einkommensteuer unterliegen, profitieren ebenfalls von der Abschaffung des Soli. Liegen die Gewinneinkünfte unterhalb der Freigrenze, entfällt der Solidaritätszuschlag komplett, und innerhalb der sogenannten Milderungszone entfällt er teilweise.

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Milderungszone beim Solidaritätszuschlag

Die Milderungszone soll verhindern, dass Arbeitnehmer/Selbstständige, deren Einkommen nur knapp über der Freigrenze liegen, den Solidaritätszuschlag in voller Höhe entrichten müssen. Innerhalb der Milderungszone wird der Soli deswegen schrittweise angepasst und richtet sich nach dem Einkommen:  Er nimmt innerhalb der Minderungszone mit steigendem Einkommen zu.

Jahreseinkommen (brutto) Solidaritätszuschlag
Bis

73.000 Euro (Alleinstehend)

151.000 Euro (Verheiratetes Paar) 

entfällt komplett
Zwischen

ca. 73.000 Euro und 109.000 Euro (Alleinstehend)

ca. 151.000 Euro und 221.000 Euro (Verheiratetes Paar) entfällt teilweise

entfällt teilweise
Mehr als

109.000 Euro (Alleinstehend)

221.000 Euro (Verheiratetes Paar) 

voller Beitrag fällt weiterhin an

Solidaritätszuschlag berechnen

Grundsätzlich beträgt der Solidaritätszuschlag 5,5 % der Einkommensteuer und fällt nur dann an, wenn die Höhe der Einkommensteuer die Freigrenze überschreitet. Kinderfreibeträge werden – wenn sie nicht schon bei der Einkommensteuer berücksichtigt wurden – bei der Berechnung des Solidaritätszuschlags abgezogen.

Beispiel

Claudia, alleinstehend, erwirtschaftet 2020 ein Jahreseinkommen von 44.000 EUR brutto. Ihre Einkommensteuer beträgt 8.852,00 Euro. Da ihr Einkommen 2020 noch oberhalb der Freigrenze liegt, fällt für sie der volle Solidaritätszuschlag an, somit (8.852,00 Euro x 5,5% = 486,86 Euro). 

Mit der Anhebung der Freigrenzen liegt das Einkommen von Claudia ab 2021 allerdings unterhalb der Freigrenze. Für Claudia bedeutet das, sie muss ab 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen. Damit spart sie 486,86 Euro im Jahr.

Fazit

Ab 2021 entfällt der Solidaritätszuschlag für die meisten Selbstständigen komplett. Einzelunternehmen und Personengesellschaften, deren Gewinne der Einkommensteuer unterliegen, profitieren ebenfalls von der Soli-Abschaffung. Beispielsweise für einen Single ohne Kinder mit einem Bruttolohn von 44.000 Euro im Jahr beträgt das Ersparnis damit fast 500 Euro jährlich.

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Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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