Steuerberater für Selbstständige – das musst du wissen

Wenn es um Steuern geht, würden viele Selbstständige das Thema am liebsten ganz einem Steuerberater überlassen. Doch braucht man wirklich einen Steuerberater und werden die Steuerpflichten dadurch tatsächlich einfacher? 

Um dir eine flüssige Lesbarkeit zu gewährleisten, verzichten wir ausnahmsweise auf den Genderstern im Text.

Inhaltsverzeichnis

Brauche ich einen Steuerberater?

Müssen Selbstständige mit einem Steuerberater oder Steuerberaterin zusammen arbeiten? Einfach gesagt – Nein. Freiberufler oder Gewerbetreibende sind nicht verpflichtet, die Leistungen von Steuerberatern in Anspruch zu nehmen. Wie du deinen steuerlichen Verpflichtungen nachkommst, liegt ganz in deiner Verantwortung.

Ob du mit einem Steuerberater zusammenarbeitest, ist also eine persönliche Entscheidung und hat mehr damit zu tun, ob du deine Steuerpflichten und deine Buchhaltung eigenständig erledigen kannst und willst.

➡️ Hier erfährst du mehr über die Vor- und Nachteile.

Brauche ich einen Steuerberater, um mich selbststänidg zu machen?

Für viele ist der Schritt in die Selbstständigkeit ein großes Projekt, bei dem viele Fragen aufkommen. Schnell kann man sich überfordert fühlen und wünscht sich einen Steuerberater an der Seite, den man fragen kann. Doch auch für diesen Prozess ist die Unterstützung eines Steuerberaters nicht verpflichtend.

Du kannst einfach mit dem “Fragebogen zur steuerlichen Registrierung” deine Steuernummer beantragen. Ein Steuerberater kann dir dabei helfen, doch werden im Fragebogen hauptsächlich Informationen gefragt, die du auch eigenständig eintragen kannst. So brauchst du zur Anmeldung nicht unbedingt einen Steuerberater. Außerdem hilft dir auch Accountable beim Ausfüllen weiter – und zwar kostenlos!

➡️ Hier geht’s zur Registrierungn der Selbsständigkeit mit dem Fragebgogen zur steuerlichen Erfassung

➡️ Hier findest du eine Anleitung, wie du den Fragebogen ausfüllst

Was macht der Steuerberater für Selbstständige?

Wie der Begriff schon andeutet, kann dir ein Steuerberater in einer steuerlich- und betriebswirtschaftlichen beratenden Funktion beiseite stehen.

Ein Steuerberater unterstützt vor allem auch bei der Abgabe der regelmäßigen Steuerpflichten wie Umsatzsteuer-Voranmeldung, EÜR und Einkommensteuererklärung. So sparst du eine Menge Zeit bei der Erstellung der Steuererklärungen.

Gerade zu Beginn kann dir ein Steuerberater auch mit Tipps und Tricks helfen, deine Steuern zu optimieren, deine Liquidität zu planen und z.B. auf Vorauszahlungen gefasst zu sein, mit denen du sonst vielleicht nicht gerechnet hättest.

➡️ Hier erfährst du alles über deine Steuerpflichten im ersten Jahr der Selbstständigkeit

Wie finde ich einen Steuerberater?

Ein guter Steuerberater nimmt sich Zeit, erklärt verständlich, ist erreichbar und kommunikativ, auch wenn du mal kurzfristig Fragen hast und berechnet ein faires Honorar. Idealerweise sollte er oder sie sich zudem auf Selbstständige spezialisiert haben. Doch gerade für Kleinunternehmer oder nebenberuflich Selbstständige kann es schwierig sein, überhaupt einen Steuerberater zu finden, der sie als Mandanten aufnimmt.

Eine Möglichkeit ist es, im Bekanntenkreis nachzufragen, wer gute Erfahrungen mit seinem Steuerberater gemacht hat. Alternativ gibt es mehrere Internet-Plattformen, über die du zertifizierte Steuerberater finden kannst. Etwa die Website der Bundes-Steuerberaterkammer, die Steuerberatersuche von DATEV oder über den deutschen Steuerberaterverband.

💡Accountable bietet dir als PRO oder SMALL Nutzer:in einen neuen Weg, Unterstützung von spezialisierten Steuerberatern zu erhalten:

Was braucht der Steuerberater?

Es kommt dabei darauf an, welches Angebot du in Anspruch nehmen möchtest und wie viel du bereits selbst erledigt hast. Geht es bei deinem Anliegen darum, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erstellen oder möchtest du, dass dein Steuerberater deine laufende Buchführung übernimmt? Je nach dem werden unterschiedlich viele Belege benötigt.

Soll etwa die EÜR erstellt werden, benötigt ein Steuerberater sämtliche Belege deiner Einnahmen und Ausgaben, am besten bereits nach Kategorien sortiert. Außerdem werden die Banktransaktionen oder Kontoauszüge des Geschäftskontos benötigt. Zudem kann es sein, dass deine Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Steuererklärungen des letzen Jahres angefordert werden.

💡 Das gute ist, nutzt du Accountable, kann dein Steuerberater direkt auf all diese Daten zugreifen und sie bei Bedarf in seine DATEV Software einfügen! Probiere es jetzt aus.

Wie viel kostet ein Steuerberater?

Es gibt zwar eine gesetzliche Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), dennoch haben Steuerberater bei der Berechnung des Honorars einige Freiheiten. Außerdem hängen die Kosten für einen Steuerberater von verschiedenen Faktoren ab. Etwa von der Höhe der eigenen Einnahmen, der Anzahl der Belege, ob du sie digital oder in Papierform vorlegst und ob du Angestellte hast.

Grundlegend ist dabei der ‘Gegenstandswert’, womit dein Umsatz gemeint ist. Je nach dem wie hoch dein Jahresumsatz ist, fällt auch das Honorar des Steuerberaters aus. Dies kann in der StBVV eingesehen werden. Ein Steuerberater darf aber auch das 2- oder 3-fache der in der StBVV festgelegten Vergütung berechnen, die Verordnung lässt hierfür den entsprechenden Spielraum.

Steuerberaterkosten absetzen

Ein Steuerberater ist oft nicht ganz billig. Besonders, wenn du am Anfang deiner selbstständigen Tätigkeit stehst, möchtest du vielleicht nicht noch zusätzlich teure Beratungstermine zahlen.

Das gute ist, Kosten für den Steuerberater können von der Steuer als Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn es um die Ermittlung beruflicher Einkünfte geht, z.B. die Erstellung der EÜR. Private Steuerberatungskosten gehören aber leider nicht dazu.

💡 Doch du musst nicht unbedingt einen Steuerberater haben, um Steuerberatungskosten abzusetzen. Auch Software oder Apps wie Accountable, die dich bei der Steuererklärung unterstützen, können abgesetzt werden!

Haftet der Steuerberater bei Fehlern?

Zwar müssen Steuerberater ihre Mandanten stets sorgfältig und fachkundig beraten, aber was passiert, wenn das Finanzamt doch einen Fehler in deiner Steuererklärung entdeckt?

Reichst du eine Steuererklärung ein, übernimmst du mit deiner Unterschrift und der Abgabe automatisch die Verantwortung für die Angaben. Selbst, wenn die Steuererklärung von deinem Steuerberater angefertigt wurde, liegt es bei dir, die Richtigkeit zu prüfen. Sind deine eingereichten Dokumente also unvollständig oder fehlerhaft, bist du es zunächst, der dafür verantwortlich ist und der ggf. sogar Strafen zahlen muss.

Zwar kannst du je nach dem deinen Steuerberater vor Gericht belangen, wenn er etwa tatsächlich falsche Empfehlungen ausspricht oder es versäumt, aktuelle Änderungen im Steuerrecht anzuwenden. Daher sind Steuerberater pflichtgemäß haftpflichtversichert. Doch oftmals ist es recht schwer, tatsächlich nachweisen zu können, dass die Schuld beim Steuerberater liegt.

Trotz Steuerberater Dokumente immer selbst prüfen

Am besten ist es also, sich nicht blind auf den Steuerberater zu verlassen, sondern z.B. vom Steuerberater verfasste Steuererklärungen genau durchzugehen und unklare Punkte erklären zu lassen, bevor du etwas einreichst. Die Verantwortung für korrekte Steuererrklärungen kann dir also auch ein Steuerberater nicht vollständig abnehmen.


Sophia Merzbach, Content Marketing Manager und Copy Writer
Aktualisiert am

Sophia liebt es zu lesen und kreative Texte zu schreiben. Sie freut sich sehr, Teil des bunten Teams von Accountable zu sein und ist inzwischen ein richtiger Profi in Steuerfragen.
In ihrer Freizeit trifft man sie in der Boulderhalle, im Italienischkurs oder beim Entdecken ihrer Heimat Berlin.

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