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Wie kann ich mich selbstständig machen?

Aktualisiert am
Lesezeit 12 minuten

Würdest du dich gerne selbstständig machen aber du weißt einfach nicht, wie und wo du anfangen sollst? Dann bist du hier genau richtig! Auf dieser Seite findest du alle Infos rund um das Thema selbstständig machen und Selbstständigkeit anmelden sowie hilfreiche Tipps, was es dabei zu beachten gibt. 

Von den ersten Ideen, zum Ausfüllen des Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, der Wahl der Rechtsform und der ersten Steuererklärung als Selbstständige*r geben wir Antworten auf all die großen und kleinen Fragen rund um die Selbstständigkeit.

Hier findest du eine Übersicht zu den einzelnen Themen auf dieser Seite:

Womit kann ich mich selbstständig machen?

Es gibt viele Möglichkeiten, um dich selbstständig zu machen. Welche du davon wählst, hängt von deiner ganz individuellen Situation ab. Vielleicht hast du ja bereits eine einzigartige Idee, mit der du durchstarten möchtest oder aber du möchtest dich in einem anderen Bereich weiterbilden, um so dein Geld zu verdienen. Egal, für welchen Weg du dich entscheidest, wenn du genug Motivation mitbringst, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um freiberuflich zu arbeiten. 

➡️ Suchst du nach Ideen zum Selbstständig machen? Mit diesen 7 Jobs kannst du dich nebenberuflich selbstständig machen.

Für viele angehende Freiberufler ist es eine gute Option, sich erst einmal nebenberuflich selbstständig zu machen, denn so kannst du dich ausprobieren, ohne dich gleich dem ganzen finanziellen Risiko auszusetzen.

Eine gute Grundlage für den Start in die Selbstständigkeit ist ein Businessplan. Darin definierst du deine Geschäftsidee und beleuchtest alle möglichen Chancen und auch Risiken, denen dein Business im Laufe der Zeit ausgesetzt sein könnte. Außerdem dient er als Grundlage für potenzielle Investitionen in dein Unternehmen durch Banken oder andere Geldgeber. Hier findest du 5 Tipps für den perfekten Businessplan.

Wie melde ich die Selbstständigkeit an?

Um in Deutschland selbstständig zu arbeiten, musst du deine selbstständige Tätigkeit anmelden. Dafür musst du den sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und an dein zuständiges Finanzamt schicken. Daraufhin erhältst du deine neue Steuernummer, über die du dann selbstständig arbeiten kannst. Dies gilt übrigens auch, wenn du dich erstmal nur nebenberuflich selbstständig machen willst. 

➡️ Hier erfährst du alles über die verschiedenen Steuernummern in Deutschland. 

Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung kannst du ganz einfach online ausfüllen und an dein Finanzamt versenden. In der Regel dauert es danach etwa zwei bis vier Wochen, bis du deine neue Steuernummer hast und offiziell selbstständig arbeiten kannst.

➡️ Die Wartezeit kannst du gut überbrücken, indem du dich zum Beispiel schon einmal mit dem Thema Selbstständigkeit und Steuern vertraut machst. Hier findest du die wichtigsten Begriffe zum Start. 

Selbstständigkeit anmelden Schritt für Schritt: Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung 

Wie bereits erwähnt, musst du deine Selbstständigkeit beim Finanzamt anmelden. Das machst du über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den du online ausfüllen kannst. Mit dem Formular meldest du dich offiziell selbstständig und erhältst außerdem deine Steuernummer, um anschließend Rechnungen stellen zu können.

In dem Fragebogen musst du folgende Angaben machen:

  • Name, Adresse, E-Mail und Geburtsdatum
  • Beschreibung deiner selbstständigen Tätigkeit
  • Erwartete Einnahmen aus deiner Selbstständigkeit 
  • Wahl der Gewinnermittlung 
  • Bist du ein Kleinunternehmer? 
  • Brauchst du eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?
  • Erwarteter Gewinn aus deiner Selbstständigkeit (Hier verraten wir dir, wie du den Gewinn berechnen kannst)
  • Andere Einkommensquellen
  • Deine Bankdaten 

➡️ Hier findest du eine Schritt für Schritt Anleitung zum Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung.

Welche Rechtsform ist die Richtige?

Als Selbstständige*r musst du dich für eine Rechtsform entscheiden. Wenn du dich alleine als Dienstleister selbstständig machst, wirst du wahrscheinlich ein*e Einzelunternehmer*in sein – und das ist tatsächlich auch die geläufigste Rechtsform für Freiberufler und Gewerbe. Dafür benötigst du nämlich kein Mindestkapital.

Darüber hinaus gibt es auch die Option, eine Partnerschaftsgesellschaft oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zu gründen. Dies sind zwei Möglichkeiten für Freiberufler, um mit anderen Anhängern der sogenannten freien Berufe zusammenzuarbeiten. Was freie Berufe sind, erklären wir dir weiter unten.

Darüber hinaus gibt es noch die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, GmbH. Um eine GmbH zu gründen benötigst du ein Mindestkapital von 25.000€ und musst dich außerdem ins Handelsregister eintragen lassen. Einer der größten Vorteile einer GmbH gegenüber den anderen Rechtsformen ist, dass du dabei nicht mit deinem Privatvermögen haftest, falls das Unternehmen sich verschuldet oder Insolvenz anmelden muss. 

➡️ Mehr über GmbHs liest du in diesem Artikel.

Freiberufler oder Gewerbe – was bin ich?


Bevor du mit deiner selbstständigen Tätigkeit loslegen kannst, musst du wissen, ob du als Freiberufler oder Gewerbe giltst. Dadurch unterscheidet sich nämlich, wie du deine Selbstständigkeit anmeldest: Freiberufler müssen lediglich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen, wohingegen sich Gewerbetreibende zusätzlich beim Gewerbeamt anmelden müssen.

Ob du einen freien Beruf ausübst oder ein Gewerbe betreibst, kannst du dir nicht aussuchen. Vielmehr wird dies durch die Art deiner Tätigkeit entschieden und ist im Einkommensteuergesetz klar definiert.

Freiberufler:

„Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit […]” §1 8 Abs. 1 Nr.1 EStG.

Zu den Berufsgruppen, die als frei angesehen werden, gehören unter anderem Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Steuerberater, Journalisten aber auch Heilpraktiker oder Krankengymnasten. 

➡️ Eine Übersicht der freiberuflichen Tätigkeiten findest du hier.

Gewerbe:

„Eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ist Gewerbebetrieb, wenn die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbständige Arbeit anzusehen ist. § 15 Abs. 2 EStG“

Typische Gewerbe sind beispielsweise Handwerks- und Industriebetriebe, Handelsbetriebe sowie die Tätigkeit als Vermittler oder Gaststättenbetriebe. Außerdem gelten GmbHs oder AGs unabhängig ihrer Tätigkeit immer als Gewerbe.

➡️ Eine Übersicht der gewerblichen Tätigkeiten findest du hier.

➡️ Du weißt trotzdem noch nicht, ob du Freiberufler bist oder ein Gewerbe führst? Hier findest du die wichtigsten Fakten dazu. 

Freiberufler und Gewerbe gleichzeitig: Geht das?

Grundsätzlich ist es durchaus möglich, sowohl ein Gewerbe als auch eine freiberufliche Tätigkeit anmelden und ausführen. Dafür musst du dich allerdings zweimal beim Finanzamt melden und auch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung doppelt ausfüllen – einmal für jede Tätigkeit. 

Dabei kann es auch vorkommen, dass du für jede Tätigkeit eine gesonderte Steuernummer bekommst. In diesem Fall musst du auch mehrere Steuererklärungen abgeben. Nur, wenn sich deine freien und gewerblichen Tätigkeiten sehr ähneln, kannst du sie über eine Steuernummer abrechnen.

➡️ Was du sonst noch wissen musst, wenn du sowohl Freiberufler als auch Gewerbetreibende*r bist, erfährst du hier.

Welche Steuern muss ich als Freiberufler zahlen?

Wenn du eine freiberufliche Tätigkeit ausübst, erfolgt die Anmeldung nur über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Du musst also als Freiberufler kein Gewerbe anmelden und Freiberufler müssen auch keine Gewerbesteuer zahlen. 

Dafür sind aber andere Steuern für Freiberufler relevant: Sie müssen einmal im Jahr die Einkommensteuererklärung einreichen. 

Außerdem sind Freiberufler bis auf wenige Ausnahmen umsatzsteuerpflichtig und müssen monatlich oder vierteljährlich ihre Umsatzsteuervoranmeldung einreichen.

Welche Steuern muss ich als Gewerbetreibende*r zahlen?

Die Steuern für Gewerbe entsprechen in etwa denen der Freiberufler – mit einer Ausnahme. Neben der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer müssen Gewerbetreibende nämlich zusätzlich die Gewerbesteuer abführen. Diese wird an die zuständige Gemeinde gezahlt und bezieht sich auf den Gewinn des Gewerbes.

Je nach Gemeinde gibt es dabei einen Gewerbesteuer Hebesatz, der die Höhe der Gewerbesteuer berechnet. Allerdings gibt es wie bei der Einkommensteuer auch bei der Gewerbesteuer einen Freibetrag: 2021 liegt dieser laut dem Gewerbesteuergesetz bei 24.500€. 

Bist du nicht als Einzelunternehmer registriert, sondern gründest eine sogenannte Kapitalgesellschaft, etwa eine GmbH oder UG, fällt zusätzlich die Körperschaftsteuer an.

Wie melde ich ein Gewerbe an?

Um ein Gewerbe auszuüben, musst du deine gewerbliche Tätigkeit anmelden. Das tust zu zum einen über das Einreichen des Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und zum anderen mit der Anmeldung beim Gewerbeamt. Das kannst du persönlich oder schriftlich erledigen und teilweise kannst du ein Gewerbe auch online anmelden.  

Welches Gewerbeamt für dich zuständig ist, hängt wie beim Finanzamt auch von deinem Wohnort ab. Auch die Kosten für das Anmelden eines Gewerbes sind von Ort zu Ort unterschiedlich: Sie variieren aktuell zwischen 20€ und 65€.

Zu den notwendigen Unterlagen für die Anmeldung eines Gewerbes gehört das ausgefüllte Anmeldeformular. 

➡️ Hier findest du eine Schritt für Schritt Anleitung zum Ausfüllen der Gewerbeanmeldung. 

Was ist ein Kleinunternehmer?

Wenn du in Deutschland selbstständig bist, musst du in der Regel auch Umsatzsteuer zahlen. Dabei gilt allerdings eine Ausnahme: Wer von der sogenannten Kleinunternehmerregelung Gebrauch macht, ist von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit. Somit kannst du Privatkunden günstigere Preise anbieten und hast außerdem weniger Buchhaltungsaufwand, da du keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben musst. 

Als Kleinunternehmer giltst du, wenn du im ersten Jahr deiner Selbstständigkeit nicht mehr als 22.000€ verdient hast und dein Einkommen im Folgejahr die Grenze von 50.000€ nicht überschreitet. 

➡️ Was passiert, wenn du diese Grenzen doch überschreitest, verraten wir dir hier.

Du kannst dich entweder direkt bei der Anmeldung deiner selbstständigen Tätigkeit über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung als Kleinunternehmer*in melden oder dies auch erst im Nachhinein bei deinem zuständigen Finanzamt beantragen. 

➡️ Nicht sicher, ob die Kleinunternehmerregelung das Richtige für dich ist? In diesem Artikel zeigen wir, wann sich die Anwendung der Kleinunternehmerregelung lohnt – und wann nicht.

Wie schreibe ich Rechnungen?

Sobald dein erster Auftrag abgeschlossen hast, kannst du deine erste Rechnung als Freiberufler stellen. Dabei musst du darauf achten, dass die Rechnung rechtskräftig ist und alle wichtigen Informationen über dich, deinen Kunden und den Auftrag enthält. 

Deine Rechnung muss die folgenden Informationen enthalten:

  • Deinen Namen und deine (berufliche) Adresse
  • Den Namen und die Adresse des Rechnungsempfängers
  • Deine Steuernummer oder ggf. deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Das Datum der Rechnung
  • Eine fortlaufende Rechnungsnummer
  • Die Menge und eine Beschreibung der gelieferten Waren oder die Art und der Umfang einer erbrachten Leistung
  • Den Preis für die aufgeführten Leistungen
  • Das Datum der Lieferung oder der Leistungserbringung (hier kann auch ein Hinweis darauf reichen, dass das Leistungsdatum mit dem Rechnungsdatum identisch ist)
  • ggf. den Umsatzsteuersatz für die erbrachten Leistungen
  • ggf. Angaben zu eventuell vereinbarten Rabatten
  • ggf. Hinweise auf eine Steuerbefreiung (falls du Kleinunternehmer*in bist)

➡️ Hier geht’s zur kostenlosen Freiberufler Rechnungsvorlage.

Freiberufler müssen ihre Rechnungen spätestens 6 Monate nach der Leistungserbringung stellen – allerdings nur, wenn die Rechnung an ein Unternehmen gestellt wird. Bei Rechnungen an Privatpersonen gibt es keine Frist.

➡️ Was du sonst noch über Rechnungen als Freiberufler wissen musst, erfährst du hier.

Brauche ich ein Geschäftskonto?

Als Freiberufler brauchst du nicht zwingend ein Geschäftskonto, aber es kann durchaus von Vorteil sein, deine geschäftlichen und privaten Transaktionen voneinander zu trennen. Dadurch hast du nämlich einen besseren Überblick über deine Finanzen und kannst deine Steuern einfacher weglegen. Außerdem gibt es ein paar Banken, die die geschäftliche Nutzung eines privaten Kontos sogar verbieten. 

➡️ Hier findest du die besten Geschäftskonten für Freiberufler in der Übersicht.

➡️ Was du als Selbständige*r über dein Bankkonto wissen musst, liest du in diesem Artikel.

Darüber hinaus erleichtert ein Geschäftskonto auch deinem Steuerberater potenziell die Arbeit. 

Brauche ich einen Steuerberater?

Grundsätzlich benötigst du als Selbstständige*r nicht unbedingt einen Steuerberater. Allerdings bist du für die Verwaltung deiner Steuern alleine verantwortlich – und bei all den unterschiedlichen Gesetzen und steuerlichen Vorschriften kann man schnell den Überblick verlieren.

Ob du einen Steuerberater benötigst, hängt also hauptsächlich von deinen eigenen Ansprüchen, deinem Wissenstand und deiner Zeit ab. Es gibt nämlich auch keine Einkommensgrenze, ab der Selbstständige einen Steuerberater benötigen. 

Vorteile eines Steuerberaters:

  • Mehr Zeit für deine eigentliche Tätigkeit
  • Geld sparen durch Steuertricks
  • Ein Profi beantwortet deine Fragen
  • Weniger Fehlerpotenzial bei deinen Steuererklärungen

Nachteile eines Steuerberaters:

  • Die Kosten
  • Es kann schwierig sein, einen geeigneten Steuerberater zu finden

➡️ Welche Alternative es zu einem Steuerberater für Freiberufler gibt, erfährst du hier.

Versicherung für Selbstständige: Was brauche ich wirklich?

Ohne Krankenversicherung geht nichts in Deutschland – das gilt unabhängig von deinem Arbeitsstatus. Ein Unterschied ist allerdings, dass sich Selbstständige selbst um ihre Kranken- und Pflegeversicherung kümmern und auch selbst den vollen Betrag zahlen müssen. Du hast dabei die Wahl zwischen einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung.  Für viele Freiberufler ist außerdem die Künstlersozialkasse (KSK) eine gute Option, über die du hier mehr erfahren kannst. Für welche Variante du dich entscheiden solltest, hängt von deiner individuellen Situation ab, also z.B. deinem Einkommen, welche Risikoabsicherung du willst etc. 

➡️ Hier erfährst du mehr über die Krankenversicherung in Deutschland.

Zu deiner gesundheitlichen Absicherung als Selbstständige*r gehört in der Regel auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die dir im Falle eines längerfristigen Ausfalls die Existenz sichern kann. 

Auch wichtig ist eine Berufshaftpflichtversicherung, die dich vor Schadensersatzansprüchen schützen kann, die im Rahmen deiner selbstständigen Tätigkeit aufkommen können. Das gilt vor allem, wenn Du einen Beruf ausübst, wo neben reinen Sachschäden auch Personen- oder auch Umweltschäden entstehen können. Eine weitere Option ist die Vermögensschadenhaftpflicht, die in einigen selbständigen-beratenden Berufen sogar Pflicht ist.

Schließlich solltest du dich auch auf das Alter vorbereiten und dir eine Rentenversicherung suchen. Denn während Arbeitnehmer hier pflichtversichert sind, musst du dich erneut eigenständig darum kümmern. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

➡️ Aufgepasst! Diese Versicherungen kannst du als Selbständiger steuerlich absetzen

Wie funktioniert die Altersvorsorge für Selbstständige?

Wer sich früh genug um seine Rente kümmern, hat im Alter weniger Sorgen, deswegen solltest du das Thema nicht unnötig aufschieben. Wie bereits erwähnt sind Selbstständige in der Regel nicht automatisch pflichtversichert. Dabei gibt es allerdings ein paar Ausnahmen, denn es gibt selbstständige Tätigkeiten, in denen du zur Einzahlung in die Rentenkasse verpflichtet bist. Dazu gehören unter anderem:

  • LehrerInnen
  • Hebammen
  • Pflegekräfte
  • Handwerker 
  • KünstlerInnen und Publizisten, die in der KSK versichert sind
  • uvm.

Alle anderen Selbstständigen müssen nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, aber können dies durchaus freiwillig tun. Die einzige Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass du regelmäßig einen bestimmten Mindestbetrag überweist und keine Zahlung auslässt.

Alternativ gibt es auch die Option, in eine private Rentenversicherung einzuzahlen, um deine Altersvorsorge als Selbstständiger abzusichern. Anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung werden die Beiträge hierbei nicht direkt umgelegt, sondern gespart oder je nach Plan auch investiert. 

➡️ Einen Überblick über die unterschiedlichen Rentenversicherungen findest du in diesem Artikel.

Wie berechne ich meinen Gewinn?

Als Selbstständige*r musst du dem Finanzamt klar dokumentieren, wie sich deine betrieblichen Gewinne berechnen. Für die Gewinnermittlung als Freiberufler stehen dir dabei zwei verschiedene Methoden zur Auswahl:

  • Die Bilanzierung

Die doppelte Buchführung, die auch Bilanzierung genannt wird, ist ein durchaus komplexes Vorgehen, bei dem nicht nur Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, sondern auch Anlage- und Umlaufvermögen sowie Eigen- und Fremdkapital mit eingerechnet werden.

  • Die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)

Die Einnahmenüberschussrechnung, kurz auch als EÜR bezeichnet, ist eine einfachere Methode, um deinen Gewinn zu ermitteln. Mit dieser Formel kannst du ganz einfach deinen Gewinn berechnen:

Einnahmen – Ausgaben = Gewinn

Als Freiberufler würden wir dir die Anwendung der EÜR empfehlen, da sie weitaus einfacher als die doppelte Buchführung ist.

Achtung: Gewerbetreibende, die im Handelsregister eingetragen sind, mehr als 600.000€ im Jahr Umsatz machen und deren Jahresgewinn die 60.000€-Grenze überschreitet, sind automatisch buchführungspflichtig und können sich ihre Gewinnermittlung nicht aussuchen.

Die EÜR ist einmal im Jahr, zusammen mit der jährlichen Einkommenssteuererklärung, abzugeben. 

➡️ Hier findest du eine detaillierte Anleitung dazu, wie du als Freiberufler die EÜR online einreichen kannst.

Wie viel müssen Selbstständige für die Steuer beiseite legen?

Egal welcher selbstständigen Tätigkeit du nachgehst, Einkommenssteuer musst du auf jeden Fall zahlen. Bei Angestellten wird dies direkt vom Gehalt abgezogen und nur der Nettobetrag letztendlich auf das Konto überwiesen. Selbstständige hingegen müssen ihre Steuern selbst berechnen und mit ihrer Steuererklärung an das Finanzamt überweisen. Der anfallende Steuersatz richtet sich dabei prozentual nach dem Einkommen, der Höchststeuersatz liegt jedoch bei 42%. 

Wie viel Prozent deines Einkommens du für die Einkommensteuer zurücklegen solltest, verrät dir der Einkommensteuerrechner vom Bundesministerium für Finanzen

Wichtig zu wissen ist, dass sich die Einkommensteuer auf den Gewinn bezieht. Daher ist es wichtig, alle Unternehmensausgaben korrekt und vollständig in deiner Einkommensteuererklärung anzugeben, um so die Steuerlast im besten Falle ein wenig zu mindern.

➡️ Du willst mehr wissen? Hier geht’s zu unserem kleinen Steuer 1×1 für Selbständige

Aufgepasst: Sobald du ein bis zwei Jahre selbstständig gearbeitet hast, wird das Finanzamt wahrscheinlich Steuervorauszahlungen für dich festlegen, die du im Laufe des Jahres zahlen musst. Die Höhe deiner Steuervorauszahlungen berechnet sich auf Basis deiner vergangenen Einkommensteuererklärungen. 

➡️ Steuervorauszahlungen: Das musst du wissen

Was sind die Steuerfristen?

infografik steuerfristen

In Deutschland werden Steuern für den Zeitraum vom 1.  Januar bis zum 31. Dezember abgerechnet. Diese Periode wird als Wirtschaftsjahr bezeichnet. Für deine Einkommenssteuererklärung hast du dann bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit.

Falls du mal spät dran bist oder aus anderen Gründen die Steuerfrist nicht einhalten kannst, ist es möglich, die Steuerfrist zu verlängern. Dafür reicht ein formloses Schreiben an das für dich zuständige Finanzamt aus. Dieses solltest du allerdings frühzeitig losschicken, damit du nicht eventuelle Strafzahlungen für die verspätete Abgabe leisten musst.

➡️ Welche anderen Steuerfristen du kennen solltest, erfährst du hier.

Was ist die Umsatzsteuer?

Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit müssen sich viele Freiberufler auch zum ersten Mal intensiv mit dem Thema Umsatzsteuer auseinandersetzen, die jeder Selbstständige und Unternehmer in Deutschland abführen muss, der nicht als Kleinunternehmer*in gilt. 

Um dir den Start in das selbstbestimmte Arbeiten – oder auch den Wechsel vom Kleinunternehmer zur Regelbesteuerung – so einfach wie möglich zu machen, haben wir dir eine Seite zusammengestellt, auf der du alle Informationen rund um das Thema Umsatzsteuer findest.

➡️ Umsatzsteuer als Freiberufler: alles was du wissen musst

Was sind Steuerfreibeträge?

Es gibt verschiedene Steuerfreibeträge, die Selbstständige je nach persönlicher oder beruflicher Situation angewendet werden können und somit zu einer steuerlichen Entlastung führen. Der aktuelle Steuerfreibetrag für Selbstständige liegt bei 9.744 Euro. Für Gewerbetreibende werden erst ab einem Gewinn von 24.500 Euro pro Kalenderjahr Steuern fällig.

Darüber hinaus gibt es auch noch weitere Freibeträge, mit denen du Geld sparen kannst, zum Beispiel den Kinderfreibetrag und den Alleinerziehendenentlastungsbetrag.

➡️ Hier findest du die gesamte Übersicht dazu, wie du als Selbstständige*r Steuerfreibeträge zu deinen Gunsten verwenden kannst.

Was kann ich von der Steuer absetzen?

Doch nicht nur Steuerfreibeträge sind eine Möglichkeit, um Steuern zu sparen. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe an sogenannten Geschäftsausgaben, die du von der Steuer absetzen kannst. 

Hier findest du eine Liste, was du alles absetzen kannst:

➡️ Hier gibt’s mehr Infos zu den einzelnen Geschäftsausgaben und wie du sie absetzen kannst.

Du kannst übrigens auch viele der Kosten, die dir bereits vor Anmeldung deiner Selbstständigkeit entstanden sind, von der Steuer absetzen. Welche Kosten vom Finanzamt anerkannt werden und wie du diese steuerlich geltend machen kannst, stellen wir in diesem Artikel vor.

Tools für die Selbstständigkeit

Als Selbstständige*r hast du mit allerhand Einnahmen und Ausgaben zu tun und auch Rechnungen müssen regelmäßig verschickt und bezahlt werden. Zum Glück musst du aber keine händische Liste führen oder in akribischer Arbeit eine Excel-Liste updaten, um einen Überblick über deine Finanzen und Steuern zu haben.

Mit unserer kostenlosen App für Freiberufler kannst du deine komplette Buchhaltung digital erledigen und selbst unterschiedliche Rechnungen direkt an deine Kunden verschicken. Außerdem ermöglicht dir Accountable deine Umsatzsteuervoranmeldung automatisch zu erstellen und mit einem Klick an dein Finanzamt zu übermitteln!

➡️ Welche Tools sonst noch wichtig für die Selbstständigkeit sind, verrät dir ein Freelancer in unserem exklusiven Interview.

Sophia Merzbach, creative writer und content producer
Sophia Merzbach, creative writer und content producer

Sophia liebt es zu lesen und kreative Texte zu schreiben. Sie freut sich sehr, Teil des bunten Teams von Accountable zu sein und wird langsam aber sicher zum Profi in Steuerfragen.
In ihrer Freizeit trifft man sie in der Boulderhalle, im Italienischkurs oder beim Entdecken ihrer neuen Heimat Berlin.

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