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Welche Steuerpauschalen gibt es?

Aktualisiert am
Lesezeit 4 minuten

Pauschalen in der Steuererklärung klingen erstmal gut. Denn sie erleichtern dir die Arbeit, wenn es darum geht, viele einzelne Ausgaben steuerlich geltend zu machen. Stattdessen kannst du mit einer Pauschale gleich einen zusammengefassten Betrag absetzen. Doch lohnt es sich eigentlich, als Selbstständige*r von Steuerpauschalen Gebrauch zu machen? Hier erfährst du, welche Pauschalen es gibt und in welchen Fällen du sie nutzen kannst.

Kilometerpauschale

Viele Selbstständige arbeiten in einem Co-Working Space, einem Büro oder eigenen Betrieb. Die Kosten für die Fahrt von der Wohnung zur Arbeit können in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Sie werden auch als Pendlerpauschale bezeichnet.

Mit dieser Pauschale kannst du für jeden Kilometer zwischen deiner Wohnung und der ersten Betriebsstätte 0,30 € abrechnen. Seit diesem Jahr kannst du zudem ab dem 21. Kilometer 0,35 € pro Kilometer steuerlich geltend machen. Maßgeblich für die Berechnung sind die tatsächlichen Arbeitstage im jeweiligen Kalenderjahr, denn du kannst diese Pauschale nur einmal pro Arbeitstag ansetzen. Insgesamt kannst du auf diese Art bis zu 4.500 € steuerlich geltend machen.

Wenn deine Fahrtkosten den Maximalbetrag für die Entfernungspauschale von 4.500 € übersteigen, dann kannst du deine Fahrtkosten als Betriebsausgaben geltend machen – auch, wenn das genutzte Fahrzeug ein privates Fahrzeug ist. In diesem Fall musst du die entstandenen Kosten jedoch nachweisen. Dazu zählen neben den Ausgaben für Kraftstoff auch die Kosten für Kfz-Steuer, Versicherungen, Instandhaltung und Abschreibungen.

Tipp von Accountable💡: Willst du genauer erfahren, wie du die Kilometerpauschale am besten nutzt, lies hier weiter.

Verpflegungspauschale

Wenn du nachweisen kannst, dass du aus beruflichen Gründen verreist bist und diese Dienstreise länger als 8 Stunden dauert, kannst du die entstandenen Reisekosten absetzen. Dafür gibt es eine Verpflegungspauschale, auch Verpflegungsmehraufwand genannt. Diese Pauschale kannst du als Betriebsausgabe deklarieren.

Dabei gilt für Reisen innerhalb Deutschlands eine Pauschale von 14€ für den Anreise- und Abreisetag. Zusätzlich kannst du für jeden vollen Tag den du beruflich vereist bist 28€ absetzen (Stand 2021).

Bei Dienstreisen ins Ausland sieht es etwas anders aus. Hier gelten von Land zu Land unterschiedliche Pauschalbeträge. Diese kannst du hier nachlesen.

Es gibt auch eine Übernachtungspauschale, doch werden dabei nur 20€ pro Übernachtung berücksichtigt. Da die meisten Übernachtungen in Hotels teurer sind, lohnt es sich also, den vollen Preis geltend zu machen.

Auch gelten bei Übernachtungen im Ausland unterschiedliche Pauschalbeträge. Hier hängt es von der Stadt ab, in der du übernachtest. Dies kannst du ebenfalls der offiziellen Tabelle des Bundesfinanzministeriums entnehmen, die jährlich aktualisiert wird.

Pauschale für Werbungskosten

Für Arbeitnehmer liegt der Pauschalbetrag für Werbungskosten bei 1.000€. Selbstständige hingegen können auch Kosten geltend machen, die weit über dieser Pauschale liegen. Diese können sämtliche Betriebsausgaben sein, die für deine Tätigkeit anfallen, es gibt dabei keine Höchstgrenze. Wichtig ist nur, dass du deine Belege dafür sammelst um die Ausgaben nachweisen zu können.

Home Office Pauschale

Da viele Selbstständige mehr und mehr von zu Hause arbeiten, kann es sinnvoll sein, das Arbeitszimmer offiziell als Arbeitsplatz anzumelden. Um private Räume in der Steuererklärung als Arbeitszimmer abzusetzen zu können, mussten aber bisher strenge Vorgaben eingehalten werden. Doch nun gibt es eine neue Home-Office-Pauschale, die sich für Selbstständige lohnen kann. Hier erfährst du alle Details dazu.

Umzugskostenpauschale

Musst du aus beruflichen Gründen umziehen, etwa weil du einen neuen Job in einer anderen Stadt annimmst, kannst du diese Kosten als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Dies gilt aber leider nicht, wenn du aus privaten Gründen umziehst. Die Pauschale beträgt grundsätzlich 860€. Sie wird wie viele Pauschalen jährlich angepasst.

Sparerpauschbetrag

Hast du Gewinne aus Kapitaleinkünften, wie Aktien, musst du diese versteuern. Es gibt jedoch den Sparerpauschbetrag von 801€,  bzw. 1.602€ für Verheiratete. Bis zu diesem Betrag sind Gewinne aus Aktien steuerfrei.

Pflegepauschbetrag

Wenn du dich zu Hause um ein pflegebedürftiges Familienmitglied kümmerst, kannst du dafür einen Pauschbetrag absetzen. Voraussetzung ist, dass du nicht bereits eine andere Vergütung wie Pflegegeld dafür erhältst. Der Betrag hängt seit 2021 vom Pflegegrad ab. Für die Pflegegrade 2 und 3 beträgt er dann 600 bzw. 1.100€. Die Pflegegrade 4 und 5 liegen bei 1.800€.

Behindertenpauschale

Da eine Behinderung eine besondere Belastung darstellt, kannst du auch dafür einen Pauschbetrag geltend machen. Dabei kommt es auf den Grad der Behinderung an. Der Behindertenpauschbetrag wird ab 2021 erstmals seit 1975 erhöht und beträgt je nach Grad der Behinderung mindestens 384€.

Ehrenamtspauschale oder Übungsleiterpauschale

Engagierst du dich ehrenamtlich in deiner Freizeit oder nebenberuflich, dann kannst du von bestimmten Pauschalen Gebrauch machen.

Typischerweise erhältst du auch für ehrenamtliche Tätigkeiten eine kleine Vergütung. Übersteigt der Betrag den du bekommst im Jahr nicht die Grenze von 800€, bleiben diese Einnahmen steuerfrei. Dafür muss deine freiwillige Tätigkeit aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Etwa musst du dich für einen öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Verein, oder eine Einrichtung wie Kindergarten oder Altenheim engagieren.

Es gibt sogar noch eine weitere Pauschale, für die du sogar bis 3.000€ im Jahr steuerfrei erhalten kannst, die sogenannte Übungsleiterpauschale. Auch hier gilt, dass du dich nebenberuflich für oben genannte gemeinnützige Vereine oder Einrichtungen engagieren musst. Der Unterschied ist, dass du dich hauptsächlich im pädagogischen Bereich engagierst. Übungsleiter können z.B. Erzieher, Betreuer, Trainer oder Pfleger sein.

Fazit

Damit manche Ausgaben nicht einzeln angegeben werden müssen, gibt es zur Vereinfachung bestimmte Pauschbeträge. Diese kannst du von der Steuer absetzen, ohne das dafür einzelne Belege erbracht werden müssen.

Es kann jedoch sein, dass deine tatsächlichen Ausgaben als Selbststädnige*r höher als der Pauschbetrag sind. In diesem Fall lohnt es sich natürlich eher, die Kosten einzeln anzugeben, doch musst du diese dann auch mit Belegen nachweisen können.

Manche Pauschalen kann nicht jeder in Anspruch nehmen. Um bestimmte Pauschbeträge geltend zu machen, etwa die Ehrenamtspauschale, musst du bestimmte Vorraussetzungen erfüllen und z.B. nachweisen können, dass du dich tatsächlich ehrenamtlich engagierst.

Sophia Merzbach, creative writer und content producer
Sophia Merzbach, creative writer und content producer

Sophia liebt es zu lesen und kreative Texte zu schreiben. Sie freut sich sehr, Teil des bunten Teams von Accountable zu sein und wird langsam aber sicher zum Profi in Steuerfragen.
In ihrer Freizeit trifft man sie in der Boulderhalle, im Italienischkurs oder beim Entdecken ihrer neuen Heimat Berlin.

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