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Umsatzsteuer: Wann gelten welche Umsatzsteuersätze?

Lesezeit 3 minuten

7% oder doch 19%? Wer umsatzsteuerpflichtig ist, kennt diese Frage nur allzu gut. Welcher Umsatztsteuersatz auf der Rechnung angewandt werden muss, hängt nämlich von der Art der erbrachten Leistung oder Lieferung an. 

Was ist die Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuer, die auch Mehrwertsteuer genannt wird, ist eine sogenannte Verbrauchssteuer. Sie muss beim Kauf von Produkten oder bei Inanspruchnahme von Serviceleistungen gezahlt werden, sofern der Anbieter der Waren oder Dienstleistungen umsatzsteuerpflichtig ist. Kleinunternehmer sind vom Ausweisen der Mehrwertsteuer befreit. 

Auf Rechnungen findet sich in der Regel sowohl der Betrag ohne die Umsatzsteuersteuer, der angewendete Steuersatz sowie der finale Betrag, der gezahlt werden muss. Der Empfänger des Geldes darf dieses aber keinesfalls einfach so behalten, sondern muss es wiederum an sein zuständiges Finanzamt weiterleiten. Das geschieht je nach Vorgabe entweder monatlich, vierteljährlich oder einmal im Jahr in der Umsatzsteuervoranmeldung.


💡 Tipp: Über Accountable kannst du deine Umsatzsteuervoranmeldung direkt an dein Finanzamt schicken.


Welcher Umsatzsteuersatz gehört auf meine Rechnung?

In Deutschland wird zwischen zwei Umsatzsteuersätzen unterschieden: Dem gemäßigten Satz von 7% und dem Regelsatz von 19%. Wann welcher Steuersatz fällig wird, ist im Umsatzsteuergesetz (UstG) im Paragraf 12 festgehalten.

Dabei wurde der Regelsteuersatz im Jahr 2007 von 16% auf 19% erhöht. Dieser gilt für alle Produkte und Dienstleistungen, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. Somit werden beispielsweise Lebensmittel mit dem ermäßigten Satz besteuert. 


💡 Tipp: Wenn du Accountable für das Erstellen von Rechnungen und das Organisieren deiner Beleg benutzt, werden automatisch die aktuellen Mehrwertsteuersätze eingetragen. Dabei werden auch die momentan gültigen Mehrwertsteuersenkungen berücksichtigt. Du kannst auch unsere kostenlose Rechnungsvorlage nutzen.


Wann kann ich den ermäßigten Steuersatz anwenden?

Wie bereits erwähnt, werden Güter des täglichen Bedarfs mit dem ermäßigten Steuersatz von 7% versehen. Dazu gehören unter anderem Lebensmittel und auch Waren, die der Bildung dienen, also Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Auch Fahrscheine für den öffentlichen Nahverkehr oder Eintrittskarten für Kunst- und Kulturangebote sind günstiger, da sie der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dienen.

Was auf den ersten Blick noch relativ einfach klingt, wird allerdings schnell sehr kompliziert. Denn während zum Beispiel Obst als Nahrungsmittel mit 7% versteuert wird, fallen bei aus Obst gepressten Säften die vollen 19% an. Auch Toilettenpapier wird vom Staat anscheinend nicht als lebensnotwendig angesehen und wird mit dem Regelsteuersatz verbucht. 

Hier findest du eine zusammengefasste Übersicht der Gegenstände, die dem ermäßigten Steuersatz unterliegen:

  • Lebende Tiere
  • Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch und Milcherzeugnisse, Gemüse, Früchte, Nüsse Kaffee, Tee, Gewürze, Kräuter, Getreide, Müllereierzeugnisse, Öle, Zucker und Zuckerwaren, Wasser uvm.
  • Pflanzen und Blumen
  • Holz
  • Bücher, Zeitungen und andere Erzeugnisse des grafischen Gewerbes
  • Rollstühle, orthopädische Apparate und Prothesen
  • Kunstgegenstände und Sammlungsstücke
  • Erzeugnisse für Zwecke der Monatshygiene

Dabei wurde die Senkung des Steuersatzes für Erzeugnisse für Zwecke der Monatshygiene erst zum 1. Januar 2020 beschlossen, nachdem es mehrere Petitionen dazu gab. Vorher wurden Tampons, Binden und andere Produkte für die weibliche Hygiene nämlich mit den regulären 19% besteuert und somit nicht als Ware für den Grundbedarf angesehen. 

Vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer

Die anhaltende Corona-Krise hat für viele Menschen auf der ganzen Welt schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen. Deswegen hat der deutsche Staat eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Zum 1. Juli 2020 wurden damit die Mehrwertsteuersätze für alle Leistungen und Branchen von 19% auf 16% und von 7% auf 5% gesenkt.

Diese Senkung ist aktuell für ein halbes Jahr gültig und muss von allen Unternehmen und Selbstständigen berücksichtigt werden. Die Idee dabei ist zum einen, die Preise für von der Krise eventuell betroffene Endverbraucher zu senken und zum anderen einen Kaufanreiz und somit eine Unterstützung für die Wirtschaft zu schaffen. 

Dabei müssen die Preisvorteile durch die Mehrwertsteuersenkungen allerdings nicht zwangsweise auch an den Endverbraucher weitergegeben werden, da die Unternehmen selbstständig die Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen festlegen können. Sie könnten daher also theoretisch den Bruttopreis erhöhen, um die gesenkte Mehrwertsteuer auszugleichen und das zusätzliche eingenommene Geld für sich behalten.

Eine umfassende Liste mit Dingen, die du über die Mehrwertsteuersenkung wissen solltest, findest du hier in unserem Blog.

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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