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Scheinselbstständigkeit: Alles, was du wissen musst

Aktualisiert am
Lesezeit 4 minuten

Eine der größten Gefahren für Selbstständige ist eine mögliche Scheinselbstständigkeit, denn damit einher gehen nicht nur das Ende der echten Selbstständigkeit, sondern im schlimmsten Falle auch erhebliche finanzielle und rechtliche Konsequenzen.

Dabei lässt sich das Risiko einer Scheinselbstständigkeit eigentlich ganz leicht umgehen – nämlich mit unserem kostenlosen Selbsttest! Außerdem findest du auf dieser Seite allerhand weitere hilfreiche Informationen zum Thema Scheinselbstständigkeit, den Kriterien dafür und die Folgen für dich. 

Hier geht’s direkt zum Selbsttest.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Scheinselbstständigkeit?

Der Begriff der Scheinselbstständigkeit beschreibt ein Arbeitsverhältnis, bei dem jemand zwar offiziell als Selbstständiger arbeitet, jedoch nach objektiven Kriterien eher als Arbeitnehmer gilt. 

Jeden angestellten Arbeitnehmer müssen Unternehmen allerdings offiziell anmelden und sind verpflichtet, diesen ebenfalls zu versichern. Wer das nicht tut, spart zwar Geld, aber macht sich gleichzeitig des Betrugs schuldig und riskiert, im schlimmsten Falle dafür hohe Strafen zu kassieren.

Wen betrifft die Scheinselbstständigkeit?

Scheinselbstständigkeit ist ein wichtiges Thema, mit dem sich alle Selbstständigen und Freiberufler bereits bei der Anmeldung ihrer selbstständigen Tätigkeit auseinandersetzen sollten. Denn tatsächlich treffen potenzielle Strafen nicht nur einen Auftraggeber, sondern auch die Selbstständigen selbst.

💡Gut zu wissen: Scheinselbstständigkeit betrifft auch Kleinunternehmer, die einen geringeren Umsatz haben. Was ein Kleinunternehmer ist, erfährst du in diesem umfassenden Artikel.

Wer prüft die Scheinselbstständigkeit?

Ob eine Scheinselbstständigkeit vorliegt, kann von verschiedenen Stellen geprüft werden. Dazu gehören:

  • Der Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Das Finanzamt
  • Eine Krankenversicherung
  • Ein Arbeitsgericht

Eine Prüfung an sich einfordern können dabei aber auch sowohl Auftragnehmer selbst, als auch Auftraggeber. Gründe dafür können beispielsweise sein, dass ein Vertrag frühzeitig beendet werden soll oder aber Kündigungsschutz einfordert wird. 

Was sind die Scheinselbstständigkeit Kriterien?

Eine Scheinselbstständigkeit nachzuweisen ist ein langwieriger Prozess, bei dem unterschiedlichste Dokumente untersucht und überprüft werden. Da es sich hierbei oft um eine Grauzone handelt, ist es entsprechend selten, dass eine Scheinselbstständigkeit eindeutig nachgewiesen werden kann. Dies ist allerdings dann der Fall, wenn die folgenden Kriterien vorliegen:

  • Ein Selbstständiger dauerhaft mehr als 83% seiner Zeit für einen einzigen Auftraggeber tätig ist 
  • und die Einnahmen aus der Tätigkeit für diesen einen Auftraggeber 5/6 des Umsatzes einbringen

Darüber hinaus wird in einem Prüfungsverfahren festgestellt, ob der Auftragnehmer direkte Weisungen vom Auftraggeber erhält und in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers eingegliedert ist. 

Weisungen sind Vorgaben zu:

  • Arbeitszeit
  • Arbeitsort
  • Arbeitsdauer und
  • Arbeitsausführung

Eine Eingliederung in die Arbeitsstruktur liegt zusätzlich dann vor, wenn…

  • …ein fester Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird
  • …Überstunden sowie Ausfälle aufgrund von Krankheit oder Urlaub vergütet werden
  • … ein Anspruch auf Sozialleistungen besteht

Was sind die Folgen der Scheinselbstständigkeit?

Scheinselbstständigkeit gilt als Betrug und wird daher von den Behörden entsprechend ernst genommen. Die Folgen einer Scheinselbstständigkeit sind daher sowohl für den Auftraggeber als auch den Auftragnehmer verheerend und können im Zweifel sogar existenzgefährdend sein.

Die Folgen für Auftraggeber

Wenn einem Auftraggeber eine Scheinselbstständigkeit nachgewiesen wird, dann hat dies einige rechtliche Folgen. 

Zuerst muss der Auftragnehmer offiziell angestellt werden. Das heißt, dass nun Kündigungsschutz sowie Urlaubsanspruch geltend wird und ein Gehalt gezahlt werden muss. 

Zusätzlich müssen alle Sozialversicherungsbeiträge sowie die Lohnsteuer rückwirkend für die Dauer der Zusammenarbeit an die entsprechenden Stellen (Krankenversicherung, Finanzamt) nachgezahlt werden.

Das allein kann große Auswirkungen auf die Liquidität des Unternehmens haben, doch wenn dem Auftraggeber außerdem Vorsatz nachgewiesen werden kann, steht der Vorwurf der bewussten Steuerhinterziehung im Raum, was neben finanziellen auch rechtliche Konsequenzen haben kann.

Die Folgen für Auftragnehmer

Doch nicht nur der Auftraggeber sondern auch der bis dato Selbstständige wird ebenfalls für eine Scheinselbstständigkeit zur Rechenschaft gezogen. Das bedeutet im ersten Schritt, dass die selbstständige Tätigkeit beendet und der Auftragnehmer fest beim Auftraggeber angestellt wird. 

Das klingt zwar erst einmal nicht besonders schlimm, aber darüber hinaus wird der Auftragnehmer ebenfalls als Schuldner angesehen. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber die anfallenden Nachzahlungen an Lohnsteuer und Versicherungsbeiträgen von dem Gehalt des neuen Mitarbeiters abziehen kann. 

Schließlich müssen Selbstständige, denen eine Scheinselbstständigkeit nachgewiesen wurde, ihre Rechnungen berichtigen und eventuell berechnete Umsatzsteuer für ungültig erklären.

➡️ Umsatzsteuer als Freiberufler: alles was du wissen musst

Wie kann ich Scheinselbstständigkeit vermeiden?

Scheinselbstständigkeit kann schnell zu einem echten Problem werden. Deswegen ist es ratsam, dass du dich früh mit den Kriterien auseinandersetzt und immer wieder überprüfst, ob du tatsächlich selbstständig arbeitest, oder dir eine Scheinselbstständigkeit nachgewiesen werden könnte.

Um dich selbst zu überprüfen, kann dir die folgende Checkliste mit den gängigen Kriterien der Scheinselbstständigkeit weiterhelfen.

Scheinselbstständigkeit Checkliste

  • Kannst du selbst entscheiden, wie du deine Arbeit erledigst?
  • Kannst du selbst entscheiden, ob du Aufträge annimmst oder ablehnst?
  • Kannst du den Umfang des Auftrags verhandeln?
  • Verwendest du deine eigenen Materialien und deine eigene Ausstattung?
  • Kannst du deine Arbeitszeit selbst bestimmen?
  • Erhältst du Geld von verschiedenen Kunden? (Vergiss’ nicht, dass keiner deiner Kunden mehr als 80% deiner Einnahmen ausmachen sollte)
  • Wenn du im Moment nur einen Kunden hast, suchst du proaktiv nach neuen Kunden?
  • Vermarktest du dich als unabhängige*n Auftragnehmer*in oder Selbstständige*n?

Wenn du auf eine dieser Fragen mit „nein” antwortest, dann solltest du dieses Problem lieber früher als später angehen. Eine Möglichkeit dafür ist zum Beispiel nach weiteren Kunden zu suchen und aktiv Akquise zu betreiben, damit dein Einkommen nicht nur von einem Kunden abhängig ist.

➡️ Mehr dazu, wie du Scheinselbstständigkeit vermeiden kannst, liest du hier.

Der Selbsttest: Bin ich scheinselbstständig oder nicht?

Du bist dir immer noch nicht sicher, ob du als scheinselbstständig gelten könntest oder nicht? Dann mach jetzt unseren kostenlosen Test und finde es heraus!

Sophia Merzbach, creative writer und content producer
Sophia Merzbach, creative writer und content producer

Sophia liebt es zu lesen und kreative Texte zu schreiben. Sie freut sich sehr, Teil des bunten Teams von Accountable zu sein und wird langsam aber sicher zum Profi in Steuerfragen.
In ihrer Freizeit trifft man sie in der Boulderhalle, im Italienischkurs oder beim Entdecken ihrer neuen Heimat Berlin.

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