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Kleinunternehmer*in: Welche Steuern muss ich zahlen?

Lesezeit 3 minuten

Selbstständige und Freiberufler können bei geringen Einnahmen durch die Kleinunternehmerregelung Zeit und Kosten sparen. Wer ein Kleingewerbe betreibt und welche Steuern und Fristen für das Kleingewerbe relevant sind, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist die Kleinunternehmerregelung?

Die Kleinunternehmerregelung vereinfacht den Einstieg in die Selbstständigkeit, da der Verwaltungsaufwand gering ist und man dadurch jede Menge Zeit und Geld sparen kann. So sind Kleinunternehmer zum Beispiel von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit, sofern sie von der sogenannten Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Durch die Nichterhebung der Umsatzsteuer kannst du als Kleinunternehmer einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen, wenn du dein Angebot überwiegend an Privatkunden richtest. Denn der Preis ist für den Privatkunden oft ausschlaggebend und du kannst durch die Befreiung von der Umsatzsteuer einen günstigeren Preis als die umsatzsteuerpflichtige Konkurrenz anbieten (Wann genau die Kleinunternehmerregelung sich für dich lohnt, erfährst du hier).  

Dafür müssen allerdings wichtige Voraussetzungen erfüllt werden. Im ersten Geschäftsjahr darf der Umsatz von 22.000 Euro und im laufenden Geschäftsjahr der von 50.000 Euro nicht überschritten werden. 

Ein weiterer  Vorteil ist, dass Kleinunternehmer die vereinfachte Buchführung anwenden können. Somit brauchst du als Kleinunternehmer in deiner Buchführung nicht zwischen Brutto- und Nettobeträgen zu unterscheiden. 

Meistens lohnt es sich daher, wenn man die Regelung zunächst einmal beansprucht. Allein auch schon deshalb, um zu schauen, ob die selbstständige Tätigkeit das richtige für einen ist und auch einen wirtschaftlichen Profit bringt.

Wann ist ein Kleingewerbe steuerfrei?

Ein Kleingewerbe ist nicht gleich steuerfrei. Zumindest die Einkommenssteuer musst du auch als Unternehmer eines Kleingewerbes bezahlen, sofern dein Einkommen 9.408 Euro im Jahr übersteigt (Stand 2020). Aber du hast die Chance, dass die Gewerbe- und die Umsatzsteuer wegfallen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Schauen wir uns einmal im Detail an, welche Gewinngrenzen gelten und wann du welche Steuer zu zahlen hast.

Übersicht: Die wichtigsten Steuern für Kleingewerbetreibende

Selbstständige, Freiberufler, Kleinunternehmer – jeder, der Geld verdient, muss seinen sozialen Beitrag leisten und Steuern zahlen. Folgende Steuern können auf dich zukommen, wenn du ein Kleingewerbe betreibst.

Einkommensteuer: Der Gewinn deines Kleingewerbes wird im Rahmen der Einkommensteuer versteuert. Im Jahr 2020 beträgt der Grundfreibetrag 9.408 Euro für Alleinstehende, für Verheiratete das Doppelte (18.816 Euro). Für ein jährliches Einkommen bis zu diesen Grenzwerten musst du also keine Einkommensteuer zahlen.

Gewerbesteuer: Alle Unternehmer sind grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig, mit der Ausnahme von Freiberuflern und Personen, die in der Landwirtschaft tätig sind. Für die Gewerbesteuer gilt aktuell ein Freibetrag von 24.500 Euro jährlich. Hier erfährst du, wie du ein Gewerbe anmelden kannst.

Lohnsteuer: Die Lohnsteuer ist für einen Kleingewerbetreibenden nur dann relevant, wenn er/sie Angestellte hat.

Umsatzsteuer: Kleinunternehmer, die als solche von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen, sind von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit. Für alle anderen Unternehmer fällt hierzulande immer dann die Umsatzsteuer an, wenn Waren und Dienstleistungen verkauft werden. Der Umsatzsteuersatz liegt in Deutschland bei 19 Prozent, der Ermäßigte bei sieben Prozent. 

💡 Tipp von Accountable: Aufgrund des Corona-Steuerhilfegestzes wurden der Umsatzsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent auf 5 Prozent bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt.

Beispiel für die Besteuerung eines Kleingewerbes

Die 29-jährige Hobby-Hutmacherin Valerie arbeitet Vollzeit im Verkauf bei einem Modedesigner. In ihrer Freizeit entwirft sie liebend gerne Hüte. Anfangs nur für Freundinnen und Bekannte, später dann auf Nachfrage auch für Kundinnen/Kunden. Immer mehr Aufträge kommen rein. Sie beschließt, ihre Kreationen über eine Online-Plattform zu vertreiben und gründet nebenberuflich ein kleines Unternehmen. Sie meldet ein Kleingewerbe an und macht dabei von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch.

Da sie ihre Hüte selbst entwirft und im ersten Jahr ihr Umsatz nur etwa bei 12.000 Euro liegt, muss sie gemäß der Kleinunternehmerregelung also keine Umsatzsteuer zahlen. Gewerbesteuer ist auch keine fällig, da ihr Einkommen aus dem Gewerbe unter 24.500 Euro liegt. Dennoch muss sie Einkommensteuer zahlen, da ihr Jahreseinkommen die Grenze von 9.408 Euro überschreitet.

💡 Tipp von Accountable: Es ist sinnvoll, von Anfang an fleißig Belege für die Steuererklärung zu sammeln. Doch zum Glück musst du nicht mehr – wie früher – alle deine Belege physisch aufbewahren. Denn mit unserer App kannst du deine Belege einfach via Foto-Scan digital speichern und dir den lästigen Papierkram ersparen.

Welche Fristen musst du beachten?

Die Jahressteuererklärungen muss spätestens fünf Monate nach Ende des betreffenden Jahres abgegeben werden. 

Die gute Nachricht aber: Seit dem Steuerjahr 2018 dürfen sich Steuerpflichtige mit der Abgabe ihrer Steuererklärungen bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit lassen. Die Steuererklärungen für 2020 sind also erst am 31. Juli 2021 fällig.

💡 Tipp von Accountable: Mit unserer App hast du die geballte Fachkompetenz in Sachen Steuern für Freiberufler stets an deiner Seite und hast deine Einnahmen und Ausgaben stets im Blick.   

Fazit

Im Endeffekt halten sich die Steuerpflichten von Kleinunternehmern somit in Grenzen. Faktisch kannst du dich als Kleinunternehmer auf die folgenden Aufgaben konzentrieren:

  • (Digitale) Belegsammlung laufender Einnahmen und Ausgaben,
  • Überprüfung deiner Umsätze zur Einhaltung der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze,
  • Gewinnermittlung mit der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) und (private) Einkommensteuererklärung,
  • jährliche Umsatzsteuererklärung (falls erforderlich).
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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