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Ist- oder Sollversteuerung: Das solltest du als Freelancer wissen!

Lesezeit 3 minuten

In der Buchhaltung wird zwischen Ist- und Sollversteuerung unterschieden. Besonders für kleine Unternehmen und Freelancer ist dabei die Istversteuerung eine interessantere Variante, da du in diesem Fall die Umsatzsteuer nicht vorfinanzieren und kein finanzielles Risiko eingehen musst.

Was genau der Unterschied zwischen der Ist- und Sollversteuerung ist und wie du die Istversteuerung beantragen kannst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Was versteht man unter der Sollversteuerung?

Bei der Sollversteuerung wird die Umsatzsteuer direkt, nachdem du deine Rechnung an den Kunden gestellt hast, an das Finanzamt abgeführt. Dabei ist dass Rechnungsdatum für die Bestimmung der Fälligkeit ausschlaggebend und nicht etwa das Datum des tatsächlichen Geldeingangs vom Kunden.

Beispiel für eine Sollversteuerung:

  • Du stellst am 15. September eine Rechnung über 100 Euro zzgl. 19 Euro Umsatzsteuer an deinen Kunden.
  • Du führst die 19 Euro Umsatzsteuer für den Monat ab, der auf der Rechnung steht – in deinem Fall also für September.
  • Zahlt der Kunde mit Verzug oder kommt es zum Zahlungsausfall, dann gehst du in eine Vorleistung gegenüber dem Finanzamt.

Was ist der Unterschied zwischen der Soll-und Istversteuerung?

Bei der Istversteuerung wird die Umsatzsteuer erst dann an das Finanzamt abgeführt, wenn diese tatsächlich vom Kunden bezahlt worden sind – und deshalb auch erst im Anschluss an die Rechnungsstellung.

Beispiel für eine Istversteuerung:

  • Du stellst am 15. September eine Rechnung über 100 Euro zzgl. 19 Euro Umsatzsteuer an deinen Kunden.
  • Du führst die Umsatzsteuer erst nach Zahlungseingang des Kunden an das Finanzamt ab.
  • Zahlt der Kunde im Oktober, führst du die Umsatzsteuer im November ab.

Bei der Istversteuerung wird die Umsatzsteuer also erst dann zur Umsatzsteuervoranmeldung erfasst, wenn der Geldeingang für die gestellte Rechnung auch tatsächlich auf deinem Konto eingegangen ist.

💡 Tipp von Accountable: In unserer kostenlosen App kannst du ganz einfach deine Eingangsrechnungen eintragen und so den Überblick darüber behalten, welche Rechnungen von deinen Kunden bereits bezahlt wurden.

Istversteuerung: Die Vorteile auf einen Blick

Insbesondere für kleine Unternehmen und Freelancer bietet die Istversteuerung einen entscheidenden Vorteil: Sie verbessert deine Liquidität nachhaltig! Bei Aufträgen mit größeren Beträgen, bei denen auch eine hohe Umsatzsteuer anfällt, musst du nicht über Wochen hinweg die Umsatzsteuer aus deiner eigenen Tasche vorauszahlen, bevor das Geld tatsächlich auf deinem Konto eingegangen ist.

Ein solches Szenario kann nämlich schnell zu Liquiditätsproblemen führen und für dich bedrohlich werden, wenn deine Kunden ihre Rechnungen zu spät oder überhaupt nicht zahlen. In diesem Fall ist es hilfreich, wenn du nicht auch noch Beträge, die noch nicht vereinnahmt wurden, an das Finanzamt überweisen musst.

Dein Kunde zahlt nicht? Das sind deine Optionen als Selbstständige*r

Wer kann die Istversteuerung beantragen?

Die Istversteuerung kann beim Finanzamt beantragt werden, wenn eine der drei nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Gesamtumsatz hat im vorangegangenen Kalenderjahr die Grenze von 600.000 Euro nicht überschritten
  • Du giltst offiziell als Freiberufler
  • Du bist von der Buchhaltungspflicht befreit

Als Gründer oder Freelancer die Istversteuerung beantragen – so einfach geht’s

Die Anwendung der Istversteuerung kannst du unmittelbar bei der Unternehmensgründung im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beantragen. Hast du deine selbstständige Tätigkeit bereits angemeldet, kannst du auch noch zu einem späteren Zeitpunkt bei deinem zuständigen Finanzamt einen Wechsel vornehmen. Hierfür gibt es keine Frist – der Wechsel zur Istversteuerung kann jederzeit beantragt werden. Ein formloses Schreiben reicht hierfür aus. Darin sollte enthalten sein:

  • Deine Steuernummer
  • Der Zeitpunkt, ab dem die Istversteuerung gelten soll
  • Ein Hinweis auf deinen letzten Jahresumsatz

Sobald das Finanzamt dir eine schriftliche Genehmigung erteilt hat, kannst du die Istversteuerung anwenden.

Fazit: Istversteuerung für Freelancer

Die Istversteuerung kann besonders für Freelancer und zu Beginn einer Gründung Sinn machen, um dein finanzielles Risiko zu minimieren. Denn der Zeitpunkt, an dem du die Umsatzsteuer an das Finanzamt überweisen musst, ist bei der Istversteuerung und der Sollversteuerung unterschiedlich.

Bei der Sollversteuerung ist der Zeitpunkt der Rechnungsstellung ausschlaggebend. Bei der Istversteuerung musst du die Umsatzsteuer erst nach Zahlungseingang des Kunden ans Finanzamt weiterleiten. Insbesondere bei höheren Summen und/oder vielen Aufträgen kann es vorkommen, dass du bei der Sollversteuerung hohe Vorauszahlungen an das Finanzamt leisten musst. Die Istversteuerung bietet daher einen enormen Vorteil für deine Liquiditätsplanung.

Eine Istversteuerung kannst du ganz einfach mit einem formlosen Schreiben bei deinem Finanzamt beantragen. Hierzu berechtigt sind Einzelunternehmer, Freiberufler, GbRs und bilanzierungspflichtige Unternehmen (z. B. UG, GmbH, OHG) mit einem Umsatz unter 500.000 Euro im vorangegangenen Abrechnungsjahr.

Auf in die Freiberuflichkeit: Die wichtigsten Begriffe zum Start

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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