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Einkommensteuerbescheid: So legst du Einspruch ein

Aktualisiert am
Lesezeit 3 minuten

Mit dem Einkommensteuerbescheid teilt dir dein Finanzamt mit, ob du für das vergangene Jahr Steuern nachzahlen musst. Oder ob du zu viel gezahlt hast und mit einer Rückzahlung rechnen kannst.

Doch was ist, wenn du mit diesem nicht einverstanden bist oder Fehler entdeckt hast? Hier erfährst du, wie du Einspruch beim Finanzamt gegen den Einkommensteuerbescheid einlegst und welche Fristen du dabei einhalten musst.

Was ist ein Einkommensteuerbescheid?

Der Einkommensteuerbescheid ist kurz gesagt, das Ergebnis deiner Steuererklärung, die du jedes Jahr aufs Neue beim Finanzamt einreichen musst. Aus dem Dokument geht hervor, ob du im vergangenen Jahr zu viel Steuern gezahlt hast und mit einer Rückerstattung rechnen kannst oder ob du zu wenig Steuern gezahlt hast und diese nachzahlen musst. 

Dabei gibt der Einkommensteuerbescheid nicht nur die Höhe der Rückerstattung oder Nachzahlung an, sondern enthält auch detaillierte Informationen zu deinem berücksichtigten Einkommen und den daraus resultierenden Steuern, die du zahlen musst bzw. bereits gezahlt hast. Zudem findest du darin gegebenenfalls Erläuterungen des Finanzamts, warum z.B. verschiedene Ausgaben oder Pauschalbeträge, die du in deiner Steuererklärung geltend machen wolltest, nicht anerkannt wurden. 

Einkommensteuerbescheid anfordern: Das Finanzamt meldet sich von allein

Grundsätzlich ist es nicht möglich, den Einkommensteuerbescheid zu beantragen. Diesen erhältst du nur, wenn du deine Steuererklärung z.B. über Elster beim zuständigen Finanzamt einreichst. Die Abgabe deiner Steuererklärung in digitaler Form hat dabei den Vorteil, dass diese schneller bearbeitet werden kann und das Finanzamt deinen Einkommensteuerbescheid dadurch zeitnah an dich versenden kann. Durchschnittlich dauert es zwischen sechs bis acht Wochen, bis du deinen Einkommensteuerbescheid erhältst.

Unter Umständen musst du auf diesen sogar bis zu drei Monate warten. Zu längeren Wartezeiten kommt es dabei insbesondere dann, wenn du deine Steuererklärung, wie viele andere auch, erst kurz vor Ende der Abgabefristen einreichst. Dadurch kommt es in den Finanzämtern zu Verzögerungen bei der Bearbeitung. Zudem unterscheidet sich die Bearbeitungsdauer auch je nach Bundesland. Sofern es allerdings keine Nachfragen zu deiner Steuererklärung gibt, ist das Finanzamt dazu verpflichtet, eine Bearbeitungsfrist von maximal sechs Monaten einzuhalten. 

Bei Verlust: Einkommensteuerbescheid neu beantragen

Solltest du deinen Einkommensteuerbescheid nicht mehr finden können, kannst du in diesem Fall das Finanzamt darum bitten, dir diesen nochmals zuzusenden. Falls dir dein:e Steuerberater:in bei deiner Steuererklärung geholfen hat, bzw. diese:r über eine Empfangsvollmacht von dir verfügt, erhältst du auch dort eine Kopie. Denn dein:e Steuerberater:in erhält in der Regel ebenfalls deinen Einkommensteuerbescheid. 

Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid einlegen

Nachdem dir das Finanzamt deinen Einkommensteuerbescheid zugesandt hat, kannst du innerhalb eines Monats Einspruch gegen diesen einlegen, wenn du der Meinung bist, dass dieser nicht korrekt ist. Dabei spricht man vom sogenannten Rechtsbehelfsverfahren. Hältst du diese Frist nicht ein, wertet das Finanzamt deinen Einspruch als unzulässig. Da das Finanzamt Einkommensteuerbescheide in der Regel per Post verschickt, beginnt die Frist am dritten Tag, nachdem dieser bei der Post aufgegeben wurde. 

In bestimmten Fällen kann der Einkommensteuerbescheid auch elektronisch über Elster an dich versandt werden. Dabei schickt dir das Finanzamt eine separate Mitteilung und informiert dich darüber, dass dieser zum Abruf bereitsteht. Genau wie beim Postweg beginnt auch hier die Einspruchsfrist am dritten Tag, nachdem diese Mitteilung an dich versandt wurde. Damit dein Einspruch rechtskräftig ist, musst du diesen schriftlich per Post oder E-Mail an das zuständige Finanzamt schicken. Darin muss enthalten sein:

  • Deine Daten: Name, Adresse, Steuernummer und Steueridentifikationsnummer.
  • Bezeichnung des Einkommensteuerbescheid gegen den du Einspruch einlegen willst: z.B. Einkommensteuerbescheid 2022.
  • Begründung des Einspruchs: z.B. Fehler bei der Berechnung, unbegründete Abweichungen von deiner Steuererklärung, falsche Angaben, nicht anerkannte Aufwände, Freibeträge oder Pauschalbeträge.
  • Belege bzw. Beweise, die deinen Einspruch begründen.

Einkommensteuerbescheid: Erklärung zur Fristberechnung

Damit du die Frist für den Einspruch gegen deinen Einkommensteuerbescheid einhalten kannst, solltest du genau wissen, wann diese endet. Die Frist beginnt grundsätzlich am dritten Tag, nachdem der Einkommensteuerbescheid bei der Post aufgegeben wurde und nicht ab dem Tag, an dem du diesen erhalten hast. Die Frist beginnt dabei um 0:00 Uhr. 

Beginnt deine einmonatige Einspruchsfrist z.B. am ersten eines Monats, endet dieses am letzten Tag des Monats um 0:00 Uhr. Fällt das Ende deiner Frist auf einen Samstag, Sonntag oder einen Feiertag, läuft die Frist erst am Ende des darauffolgenden Werktags ab. Die genaue Fristberechnung stellt für die meisten eine größere Herausforderung dar, denn neben Wochenenden und Feiertagen gelten auch Sonderregelungen bei Monaten mit weniger als 31 Tagen. Daher ist es hier empfehlenswert, einen der vielen Online-Rechner zur Fristberechnung zu nutzen, um wirklich sicher zu gehen. 

Einkommensteuerbescheid: Was ist das Ergebnis eines Einspruchs?

Grundsätzlich gilt: Falls du in deinem Einkommensteuerbescheid einen Fehler entdeckst, solltest du dein Recht auf Einspruch nutzen. Auch wenn dir zunächst nichts auffällt, kann es sich lohnen, diesen genau zu prüfen, denn: Mindestens jeder fünfte Einkommensteuerbescheid ist fehlerhaft. Dabei sind durchschnittlich 75 % der Einsprüche erfolgreich. Daher solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Sind deine persönlichen Daten korrekt: Bankverbindung, Steuerabzugsmerkmale wie z.B. Steuerklasse, Freibeträge, Kirchenein- oder austritt?
  • Stimmt der Gesamtbetrag der Einkünfte?
  • Wurden die Werbungskosten richtig addiert?
  • Wurden eventuelle außergewöhnliche Belastungen anerkannt?

Wenn dein Einspruch vom Finanzamt anerkannt wurde, prüft dieses nochmals deine Steuererklärung und schickt dir danach einen neuen, korrigierten Einkommensteuerbescheid zu. War das Ergebnis bereits vorher eine Steuernachzahlung, die sich nun eventuell verringert, aber erneut bestätigt hat, solltest du beachten, dass sich durch deinen Einspruch die Frist für den Ausgleich nicht ändert. Auf der anderen Seite kann sich das Ergebnis deines Einkommensteuerbescheids auch verschlechtern und sich von einer Erstattung in eine Nachzahlung ändern. In diesem Fall wirst du benachrichtigt und kannst deinen Einspruch zurückziehen. 

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Sophia Merzbach, creative writer und content producer
Sophia Merzbach, creative writer und content producer

Sophia liebt es zu lesen und kreative Texte zu schreiben. Sie freut sich sehr, Teil des bunten Teams von Accountable zu sein und wird langsam aber sicher zum Profi in Steuerfragen.
In ihrer Freizeit trifft man sie in der Boulderhalle, im Italienischkurs oder beim Entdecken ihrer neuen Heimat Berlin.

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