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Du verkaufst gebrauchte Gegenstände weiter? So funktioniert die Differenzbesteuerung im Online-Handel

Aktualisiert am
Lesezeit 2 minuten

Die Differenzbesteuerung ist eine wichtige Steuererleichterung für Händler gebrauchter Waren wie Autos, Elektronik, Kunstgegenstände, Edelmetalle oder Antiquitäten. Durch die Anwendung der Differenzbesteuerung kannst du rund 20 Prozent des Einkaufspreises an Umsatzsteuer sparen. Wir verraten dir, wie das funktioniert.

Privatkauf im Internet

An freien Tagen nutzen viele die Zeit, um ihren Kleiderschrank zu entrümpeln oder den Keller aufzuräumen und stoßen dabei auf vermeintlich wertvolle Gegenstände. Oft werden diese Gegenstände auf Internetportalen wie Ebay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel oder Amazon angeboten und verkauft. Grundsätzlich stellt sich dabei aber die Frage: Ab wann fallen für Privatverkäufe Steuern an?

Generell sind alle Privatverkäufe komplett steuerfrei. Wer einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand wie ein Fahrrad kauft und im Internet weiterverkauft, braucht keine Steuern für den Verkauf zu zahlen. Für Gegenstände, die nicht zum alltäglichen Gebrauch gehören, gilt eine Spekulationsfrist von zwölf Monaten. Wenn ein Gewinn erzielt wird, muss dieser aber auch nur dann in der Einkommensteuererklärung angegeben werden, wenn mehr als 600 Euro Gewinn im Veranlagungszeitraum erzielt wurden. 

Sofern der Verkauf von Gegenständen im gewerblichen Umfang, also als gewerblicher Handel, betrieben wird, müssen allerdings Steuern bezahlt werden. Für die Einstufung eines Gewerbes werden mehrere Kriterien überprüft. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Gezielter An- und Verkauf von Gegenständen
  • Verkauf von Gegenständen in erheblichen Umfang
  • Regelmäßige Verkäufe über einen längeren Zeitraum
  • Professionelles Auftreten im Internet   

Je mehr der genannten Kriterien zutreffen, desto eher wird die Einstufung eines Gewerbes vorgenommen.

Der Privatkauf: brutto wie netto

Beim Handel mit gebrauchten Gegenständen trittst du in der Regel als Privatperson auf. Doch als privater Verkäufer ist es dir nicht erlaubt, Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Somit wird bei einem Privatkauf nicht zwischen brutto und netto unterschieden. Ein Vorsteuerabzug entfällt. Hingegen fallen bei einem späteren Verkauf im professionellen Handel 19 Prozent Umsatzsteuer auf den Verkaufserlös an, die an das Finanzamt abgeführt werden muss. Dies gilt unabhängig davon, ob du an Privatleute oder an Unternehmen verkaufst.

Um dieses Problem zu lösen, gibt es eine Sonderregelung: die Differenzbesteuerung. Als Privathändler zahlst du Umsatzsteuer lediglich auf den Differenzbetrag zwischen An- und Verkaufspreis. Welche Auswirkungen das hat, zeigen wir dir im folgenden Beispiel.

Beispiel: So funktioniert die Differenzbesteuerung im Online-Handel

Du kaufst einen Gebrauchtwagen über ein Onlineportal von privat für 10.000 Euro. Du nimmst ein paar Reparaturen vor und verkaufst den Wagen über das Internet für 18.500 Euro weiter. Die folgende Beispielrechnung macht deutlich, wie viel Umsatzsteuer du mit bzw. ohne Differenzbesteuerung an das Finanzamt zahlen musst.

Deine Rechnung mit und ohne Differenzbesteuerung:

Posten Betrag  ohne Differenzbesteuerung Betrag mit Differenzbesteuerung
Kaufpreis des Autos

10.000 Euro

10.000 Euro

Verkaufspreis (VKP)

18.500 Euro

18.500 Euro

Differenzbetrag

irrelevant

8.500 Euro

Nettoverkaufspreis:

15.546,22 Euro

17.142,86 Euro

19 % Umsatzsteuer

2.953,78 Euro

1.357,14 Euro

Steuervorteil

1.596,64 Euro

Die Differenzbesteuerung sorgt für einen Steuervorteil

Ergebnis: Ohne Differenzbesteuerung musst du als Online-Händler fast die dreifache Umsatzsteuer ans Finanzamt überweisen, weil du aus dem Erwerb des Autos keine Vorsteuer geltend machen konntest. Wenn du hingegen die Differenzbesteuerung nutzt, bleiben dir in unserem Beispiel etwa 1.596,64 Euro mehr übrig.

Unser Beispiel zeigt deutlich: Der Verzicht auf die Differenzbesteuerung führt beim Handel mit Gebrauchtwaren zu einer überhöhten Umsatzbesteuerung und kostet dich bares Geld.

💡 Tipp von Accountable: Mit Accountable kannst du ganz einfach die Differenzbesteuerung eintragen und deine Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt weiterleiten. 

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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