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Das kleine Steuer 1×1 für Selbständige

Lesezeit 5 minuten

Die berufliche Selbständigkeit ist ein großer und aufregender Schritt. Ein Schritt mit dem auch viel Verantwortung und Bürokratie kommt. In der Selbständigkeit musst Du Dich vermutlich erstmalig mit vielen komplexen Themen auseinandersetzen. Eine “Black Box” ist dabei für viele Selbständige das Thema Steuern, denn hier gibt es einiges zu beachten. Welche genau für Dich relevant sind, hängt von der gewählten Rechtsform Deiner Selbständigkeit ab. 

Obwohl Steuern für viele ein unliebsames Thema sind, ist es unbedingt notwendig, dass Du Dich von Sekunde eins Deiner Selbständigkeit mit diesem befasst. Nicht nur kommst Du so oder so nicht um das Thema  herum, Du kannst so auch böse Überraschungen vermeiden. Denn leider musste in der Vergangenheit schon der ein oder andere Selbständige erleben, dass es durch die Nicht-Berücksichtigung von steuerlichen Aspekten zu einer hohen (und unerwarteten) Steuernachzahlung kommt. Das ist nicht nur eine unschöne Überraschung, sondern kann im schlimmsten Fall auch den finanziellen Ruin und das Ende der Selbständigkeit bedeuten. Ein Beispiel: Die Nichtbeachtung steuerlicher Aspekte kann dazu führen, dass Du Deine Angebote falsch kalkulierst und unter dem Strich keinen Gewinn mit Deiner Tätigkeit verdienst. 

Damit Du auf der sicheren Seite bist, möchten wir Dich ermutigen Dich aktiv mit dem Thema Steuern als Selbständiger auseinanderzusetzen – lege einfach direkt mit dem Lesen dieses Artikels los. 

Der Grundfreibetrag

Bevor wir ans Eingemachte gehen, fangen wir erst einmal mit dem Grundfreibetrag an. Dieser besagt, dass Du in Deutschland erst Steuern zahlen musst, wenn Du ein Einkommen hast, das mehr als 9.408 Euro (Stand: 2020) beträgt.

Der Betrag verdoppelt sich, wenn Du verheiratet bist. Falls Du Kinder hast, gibt es natürlich auch einen Kinderfreibetrag. Das Finanzamt nimmt automatisch eine Günstigerprüfung vor, in der geprüft wird, ob sich der Kinderfreibetrag auf Deine steuerliche Situation günstiger auswirkt als das Kindergeld. Der Grundfreibetrag stellt das Existenzminimum in Deutschland dar und soll Deine finanzielle Lebensgrundlage absichern. Dieser wird aufgrund eines sächlichen Existenzminimums berechnet und wird regelmäßig vom Gesetzgeber angepasst.

Diese Steuern sollten Selbständige kennen

Steuern zahlen müssen alle: Arbeitnehmer genau so wie Selbständige. Jedoch stößt Du als Selbständiger auf mehr Steuerkategorien als der normale Arbeitnehmer. Welche Steuern für Dich letztendlich relevant sind, hängt von der Rechtsform Deiner Selbständigkeit ab. Grundsätzlich sind für Einzelunternehmer und Personengesellschaft die folgenden drei Steuern relevant: 

Der Klassiker: die Einkommenssteuer

Solltest Du vorher Arbeitnehmer gewesen sein, dann dürfte Dir die Einkommenssteuer bereits bekannt sein – hier heißt diese Lohnsteuer. Die Einkommensteuer bezieht sich auf alle Einkünfte, Gewinne und Einnahmenüberschüsse. Die Höhe der zu zahlenden Steuer berechnet sich nach der Gesamtsumme aller Deiner Einkünfte. Auswirkungen auf die Höhe der Steuern haben außerdem Deine persönlichen Verhältnisse, z.B. ob Du Kinder hast, verheiratet bist, usw.

💰 Der Steuersatz beginnt bei 6% bis 42% und richtet sich nach der Höhe Deines Einkommens. Da sich die Einkommenssteuer auf Deine konkrete Einkommenssituation und Deine persönlichen Verhältnisse bezieht, lässt sich hier keine pauschale Höhe sagen. Was sich jedoch festhalten lässt, ist, dass die Einkommenssteuer für Dich relevant ist – egal welche Rechtsform Du als Selbständiger hast. 

💡  Accountable-Tipp: Mit dem BMF-Steuerrechner kannst Du Deine voraussichtliche Steuerbelastung berechnen.

Nicht nur für Gewerbetreibende: Die Gewerbesteuer

Wenn Du ein Gewerbe ausführst, dann fällt für Dich Gewerbesteuer an. Allerdings – vereinfacht gesagt – erst ab einem Gewinn von 24.500 €. Zur Berechnung der Gewerbesteuer gibt eine Steuermesszahl die bundesweit bei 3,5% liegt. Dazu kommt ein Hebelsatz, der von der jeweiligen Gemeinde individuell festgelegt wird. Eine gute Nachricht für Dich ist, dass die Gewerbesteuer auf Deine Einkommenssteuer angerechnet wird und somit Deine steuerliche Belastung in etwa gleich bleibt. 

Umsatzsteuer: Für alle außer Kleinunternehmer

Die Umsatzsteuer (USt) wird auf den Preis für eine Lieferung bzw. Leistung eines Unternehmens veranschlagt – also auch auf Deine Leistungen und Lieferungen als Selbständiger. Umgangssprachlich wird die USt auch als Mehrwertsteuer (MWSt.) bezeichnet. Die Umsatzsteuer kennt drei Steuersätze: den Regelsteuersatz von 19%, den ermäßigten Steuersatz von 7% und den umsatzfreien Satz von 0%. Der Gesetzgeber legt genau fest, welche Waren bzw. Dienstleistungen zu welchen Steuersatz berechnet werden. Nachlesen kannst Du dies im Umsatzsteuergesetz hier. Da Du die Umsatzsteuer auf Deine Leistung bzw. Lieferung berechnest, wird diese letztendlich vom Verbraucher getragen.

📌  Die Umsatzsteuerpflicht gilt prinzipiell für alle, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausüben. Dies gilt nicht nur für Handelsunternehmen oder Gewerbebetriebe, sondern auch für Dich als einzelne Person, z.B. als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Kleingewerbetreibender.

Keine Umsatzsteuer dank Kleinunternehmerregelung

Es gibt jedoch eine Bedingung, unter welcher Du von der Umsatzsteuer befreit bist: die Kleinunternehmerregelung. Wenn Du Dich beim Finanzamt als Kleinunternehmer angemeldet hast, dann bist Du nicht umsatzsteuerpflichtig, solange Dein Unternehmen keine der im §4 des Umsatzsteuergesetzes gelisteten Tätigkeiten ausübt. Ob es für Dich Sinn ergibt von dieser Regelung Gebrauch zu machen, kannst Du hier nachlesen. Als Kleinunternehmer müssen die Umsätze Deiner Selbständigkeit unter 22.000 Euro/Kalenderjahr liegen. Du bist außerdem dazu verpflichtet auf Deinen Rechnungen darauf hinzuweisen, dass Du von der Umsatzsteuer befreit bist. Für alle anderen gilt folgende Rechnung: Umsatz x Umsatzsteuersatz (7% oder 19%) ergibt die Umsatzsteuer.

💡 Accountable-Tipp: Mit Unserer Accountable-App kannst Du ganz einfach Rechnungen erstellen. Als Kleinunternehmer kennzeichnen wir Deine UST. automatisch mit 0,00€. 

Nicht vergessen: Die Vorsteuer

Die Vorsteuer ist auf die Umsatzsteuer anrechenbar. Als Vorsteuer wird die bereits gezahlte Umsatzsteuer genannt, die beim Kauf der erworbenen Vorleistungen, z.B. Rohstoffe sowie Waren und Dienstleistungen gezahlt wurde. Die Umsatzsteuer muss monatlich oder quartalsweise beim Finanzamt angemeldet und abgeführt werden. Das Finanzamt kann auch einen anderen Zahlrhythmus festlegen. Auf jeden Fall ist jährlich eine Umsatzsteuererklärung erforderlich.

💡 Accountable-Tipp: Informiere Dich unbedingt über die 5 Dinge, die Du als Freelancer zur Mehrwertsteuersenkung ab Juli 2020 wissen musst. 

Anderes Spiel: Steuern für Kapitalgesellschafter

Bist Du Inhaber oder Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft (GmbH, UG, AG und KGaA) fallen auch hier natürlich Steuern an. Jedoch funktioniert es etwas anders. So musst Du als Kapitalgesellschaft zwar keine Einkommenssteuer zahlen, dafür werden andere Steuern berechnet.

  • Körperschaftssteuer statt Einkommenssteuer: Statt der Einkommenssteuer zahlst Du die Körperschaftssteuer. Die Höhe dieser Steuer wird pauschal mit 15,825% inklusive des Solidaritätszuschlags und ohne einen Freibetrag berechnet. 
    • Gewerbesteuer bleibt gleich:

      Die nächste Steuer für Kapitalgesellschaften ist die Gewerbesteuer. Diese wird genauso wie beim Einzelunternehmen berechnet. Allerdings kann die Kapitalgesellschaft keinen Freibetrag geltend machen.

  • Kapitalertragssteuer: Der Name verrät es bereits. Die Kapitalertragssteuer wird nur von Kapitalgesellschaften gezahlt. Diese fällt bei Zahlung einer Dividende oder Ausschüttung an die Gesellschafter an.
  • Umsatzsteuer: Einmal nach oben scrollen bitte ⏫: es gelten die gleichen Grundsätze wie zuvor beschrieben. 

💡 Accountable-Tipp: Du musst nicht nur Steuern zahlen. Stattdessen kannst Du viele Geschäftsausgaben steuerlich geltend machen. Welche findest Du hier.

Wenn Du verstanden hast wie Einkommenssteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer funktionieren, dann bist Du schon einen ganzen Schritt weiter. Denn jetzt hast Du immer im Hinterkopf, welche Steuern für Dich relevant sind, welche Steuern  Du zahlen musst, welche Steuern Du auf Deine Dienste berechnen musst, aber auch welche Möglichkeiten der Steuerbefreiung Du hast. Es ist wichtig, dass Du hier immer den Überblick behältst und Dich so vor unschönen Überraschungen, wie Nachzahlungen, absicherst. Mit einem Steuerberater bist Du hier auf der sicheren Seite, aber auch mit Steuer-Apps, wie Accountable behältst Du immer den Überblick darüber, welche Steuern wann anstehen und wie viel Geld Du zurücklegen musst oder auch wiederbekommst.

💡 Accountable-Tipp: Nicht nur Steuern sind für Dich als Selbständiger relevant – auch Versicherungen sind wichtig. Finde heraus welche Versicherungen Du als Selbständiger absetzen kannst.

Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany
Tino Keller, Geschäftsführer & Gründer von Accountable Germany

Tino hat bereits zwei Unternehmen aufgebaut und kennt daher die Herausforderungen für Selbständige aus erster Hand. Mit Accountable will das Thema Steuern lösen.
Ansonsten freut sich Tino über die gelegentlichen Siege des 1. FC Köln und genießt gerne ein schönes Asado mit einem Glas Malbec im Kreis von Familie und Freunden.

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